Ener­gie­rie­sen zie­hen Kla­gen zu­rück

Scha­den­er­satz­kla­gen ge­gen die Be­gren­zung von Mei­ler-Lauf­zei­ten blei­ben aber.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

DÜS­SEL­DORF (RP) Deutsch­lands Ener­gie­kon­zer­ne zie­hen meh­re­re Kla­gen ge­gen die Bun­des­re­pu­blik zu­rück. Das geht aus ei­nem Schrei­ben von Eon, RWE, EnBW, Vat­ten­fall und der Stadt­wer­ke Mün­chen an die Bun­des­tags­frak­tio­nen von Uni­on, SPD und Grü­nen her­vor, das „Spie­gel on­line“vor­liegt.

Un­ter an­de­rem ver­zich­ten die Un­ter­neh­men dem­nach auf Scha­dens­er­satz für das kurz­fris­ti­ge Her­un­ter­fah­ren von acht Atom­mei­lern nach dem Re­ak­tor­un­fall von Fu­kus­hi­ma. Fal­len­ge­las­sen wer­den zu­de­mWi­der­sprü­che ge­gen Vor­aus­leis­tun­gen für das Atom­end­la­ger Kon­rad und ge­gen Zah­lun­gen für das Atom­müll­la­ger Gor­le­ben so­wie Ver­fas­sungs­be­schwer­den ge­gen Vor­ga­ben zur Zwi­schen­la­ge­rung von strah­len­den Ab­fäl­len.

Ins­ge­samt wür­den 20 noch aus­ste­hen­de Kla­gen fal­len­ge­las­sen, heißt es. Den Streit­wert hät­ten die Kon­zer­ne selbst in Ver­hand­lun­gen mit der Re­gie­rung auf 600 Mil­lio­nen bis 800 Mil­lio­nen Eu­ro be­zif­fert, heißt es in Ko­ali­ti­ons­krei­sen. Im Im Ge­gen­zug für ih­ren Ver­zicht er­hiel­ten die Un­ter­neh­men Recht­si­cher­heit beim Atom­aus­stiegs­ge­setz. Die Re­gie­rung wür­de die Kon­zer­ne mit ei­ner Ein­mal­zah­lung von gut 23 Mil­li­ar­den Eu­ro dau­er­haft aus der Ver- ant­wor­tung für die Zwi­schen - und End­la­ge­rung des ato­ma­ren Mülls ent­las­ten. Das Ge­setz soll kom­men­de Wo­che im Bun­des­tag zum Ab­schluss ge­bracht wer­den.

Die Kon­zer­ne hät­ten bei ih­rem De­al mit der Re­gie­rung al­ler­dings nicht auf al­le Kla­gen ver­zich­tet, heißt es in dem Be­richt. Sie be­harr­ten un­ter an­de­rem wei­ter auf Scha­dens­er­satz für die Be­gren­zung der Lauf­zeit der noch ver­blei­ben­den Re­ak­to­ren. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat­te am Di­ens­tag ent­schie­den, dass der Staat die Kon­zer­ne da­für ent­schä­di­gen muss. Ex­per­ten rech­nen mit Zah­lun­gen in Hö­he von bis zu ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro. Eben­falls be­ste­hen blei­ben of­fen­bar Kla­gen ge­gen ei­ne Steu­er auf die Brenn­ele­men­te von Atom­kraft­wer­ken so­wie ei­ne Kla­ge des Ener­gie­kon­zerns Vat­ten­fall vor ei­nem US-Schieds­ge­richt, bei der es um Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen von bis zu fünf Mil­li­ar­den Eu­ro geht.

FO­TO: DPA

Das RWE-Atom­kraft­werk Bi­blis in Süd­hes­sen

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