Nürn­berg kon­tert Düs­sel­dorf aus

Zweit­li­gist Fortu­na ist beim 0:2 vor dem geg­ne­ri­schen Tor zu un­ge­fähr­lich, der Gast aus Fran­ken bleibt kühl.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON BERND JOLITZ

DÜS­SEL­DORF Kurz vor dem En­de der Zweit­li­ga-Hin­run­de hat sich Fortu­na Düs­sel­dorf ein Er­geb­nis-Tief ge­nom­men. Zwar stei­ger­te sich die Elf von Trai­ner Fried­helm Fun­kel ge­gen­über der schwa­chen Vor­stel­lung bei Auf­stei­ger Würz­bur­ger Ki­ckers vor Wo­chen­frist, doch be­deu­te­te die 0:2-Heim­nie­der­la­ge ge­gen den 1. FC Nürn­berg das drit­te Spiel in Fol­ge oh­ne drei­fa­chen Punkt­ge­winn. Noch aus­sa­ge­kräf­ti­ger ist die Bi­lanz im ei­ge­nen Sta­di­on: Aus den jüngs­ten drei Par­ti­en in der Are­na gab es le­dig­lich ei­nen Punkt.

„Ich är­ge­re mich heu­te maß­los über die Nie­der­la­ge“, sag­te Fun­kel, „denn wir ha­ben ein gu­tes Heim­spiel ge­zeigt und den Ball ein­fach nicht ins Tor be­kom­men. Viel­leicht hat uns die letz­te Kon­se­quenz im Ab­schluss ge­fehlt.“Sein Nürn­ber­ger Kol­le­ge Alois Schwartz sah das durch­aus ähn­lich: „Wir ha­ben heu­te dre­ckig ge­won­nen, wa­ren lan­ge Zeit sehr pas­siv und hat­ten das Glück auf un­se­rer Sei­te.“

Fun­kel hat­te of­fen­bar tat­säch­lich so gro­ßen Re­spekt vor Nürn­bergs Tor­ga­rant Gui­do Burg­stal­ler, wie er zu­vor öf­fent­lich ge­äu­ßert hat­te. Ein paar St­un­den vor sei­nem heu­ti­gen 63. Ge­burts­tag wähl­te er die de­fen­si­ve­re Va­ri­an­te für sei­ne Start­elf, oh­ne den tech­nisch be­schla­ge­nen Öz­kan Yil­di­rim, da­für mit Ju­li­an Koch und Ju­li­an Schau­er­te als dop­pel­ter Ab­si­che­rung auf der rech­ten Sei­te. Die Idee funk­tio­nier­te al­ler­dings nicht ein­mal sechs Mi­nu­ten lang. Die Düs­sel­dor­fer ver­schlie­fen die Aus­füh­rung ei­nes Nürn­ber­ger Frei­sto­ßes im Mit­tel­feld, Burg­stal­ler sprin­te­te dem viel zu spät star­ten­den Koch pro­blem­los da­von und über­wand Tor­hü­ter Michael Ren- sing zum 0:1. Ei­ne eis­kal­te Du­sche für die Gast­ge­ber und ih­ren Trai­ner, der frei­lich vor dem Tem­po-Un­ter­schied zwi­schen dem „Club“-Ös­ter­rei­cher, der stets gern über links an­greift, und Koch hät­te ge­warnt sein müs­sen.

Über die eif­ri­gen zen­tra­len Mit­tel­feld­spie­ler Marcel So­bott­ka und Ka­an Ay­han in­sze­nier­ten die Platz­her­ren in der Fol­ge ste­tig mehr Of­fen­siv­ak­tio­nen, von de­nen ei­ne zwin­gend zum Er­folg hät­te füh­ren müs­sen. Sechs Mi­nu­ten vor der Pau­se fiel der Ball Axel Bel­ling­hau­sen nach ei­nem ab­ge­block­ten Ay­han-Frei­stoß vor den Fuß, al­ler­dings sei­nen rech­ten. Und dass dies sein schwa­cher Fuß ist, wies der 33Jäh­ri­ge ein­drucks­voll nach: Bel­ling­hau­sens harm­lo­ser Schuss wur­de die leich­te Beu­te von Kee­per Thors­ten Kirsch­baum.

Nach dem Wie­der­be­ginn war die Wen­de er­neut zum Grei­fen nah. Zu­nächst er­wisch­te der gut pos­tier­te Bel­ling­hau­sen nach ei­ner Her­ein­ga­be von Ih­las Be­bou den Ball nicht rich­tig, dann schob Be­bou die Ku­gel völ­lig frei­ste­hend Kirsch­baum in die Ar­me (57.). Wenn man sol­che Ge­le­gen­hei­ten nicht nutzt, geht das im Fuß­ball häu­fig nach hin­ten los, und so war das auch in die­ser Par­tie. Der de­fen­siv oft so in­sta­bi­le „Club“kon­ter­te nach 65 Mi­nu­ten er­neut über Burg­stal­ler eis­kalt und leg­te durch Stür­mer Tim Ma­tavz zum 0:2 nach. Am En­de hat­te Ay­han noch Glück, dass er nach ei­nem hef­ti­gen Foul an Patrick Kam­mer­bau­er nicht die Ro­te Kar­te sah, ob­wohl Schieds­rich­ter Re­né Roh­de be­reits an die Ge­säß­ta­sche ge­grif­fen hat­te. „Der Li­ni­en­rich­ter hat ge­ru­fen: ,Gelb reicht‘“, be­rich­te­te Ay­han. „Ich wer­de mich bei der Mann­schaft ent­schul­di­gen, dass mir da die Si­che­run­gen durch­ge­brannt sind.“

Die fünf­te Gel­be Kar­te gibt dem tür­ki­schen Na­tio­nal­spie­ler viel Zeit zum Nach­den­ken.

FO­TO: IMA­GO

Kopf­ar­bei­ter: die Düs­sel­dor­fer Ka­an Ay­han (links) und Ju­li­an Schau­er­te ge­gen den Nürn­ber­ger Han­no Beh­rens.

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