End­spiel für Trai­ner Schu­bert

Schwie­ri­ge Ta­ge in Glad­bach: Bo­rus­sia muss ge­gen Mainz ge­win­nen. Do­m­in­guez er­neu­ert sei­ne Vor­wür­fe.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON JAN­NIK SORGATZ

MÖN­CHEN­GLAD­BACH In den ver­gan­ge­nen Wo­chen ge­hör­te ein Din-A4Zet­tel vor Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bachs Spie­len zu den meist­be­ach­te­ten Do­ku­men­ten. Un­ter der Über­schrift „Per­so­na­li­en“zählt der Ver­ein bei Pres­se­kon­fe­ren­zen stets die Spie­ler auf, de­ren Aus­fall be­reits fest­steht. Ei­nes der bei­den gro­ßen The­men die­ser Wo­che zeich­ne­te sich ges­tern auch auf dem Zet­tel ab: Erst­mals fehl­te der Na­me Ál­va­ro Do­m­in­guez. Der Spa­nier hat auf­grund nicht en­den­der Rü­cken­pro­ble­me sein Kar­rie­re­en­de mit 27 Jah­ren ver­kün­det, nur gut ei­ne St­un­de vor dem Cham­pi­ons-Le­ague-Spiel beim FC Bar­ce­lo­na am Di­ens­tag.

Mit schlech­ten Nach­rich­ten von Do­m­in­guez war seit Mo­na­ten zu rech­nen ge­we­sen, ei­ne ho­he Nie­der­la­ge wie das 0:4 ge­gen Bar­ça war vom Er­geb­nis her auch kei­ne Über- ra­schung – und trotz­dem ha­ben es bei­de Er­eig­nis­se ge­schafft, die Si­tua­ti­on nach acht sieg­lo­sen Spie­len und vor dem Heim­spiel ge­gen den FSV Mainz 05 noch ein­mal zu ver­schlim­mern. Die sport­li­che Kri­se steht zwar nach wie vor im Mit­tel­punkt. Trai­ner An­dré Schu­bert droht bei ei­ner Nie­der­la­ge am Sonn­tag das Aus, nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on wä­re der ehe­ma­li­ge Wolfs­bur­ger Trai­ner Die­ter He­cking im Fall der Fäl­le der Top-Kan­di­dat für die Nach­fol­ge. Doch der Är­ger über den be­mer­kens­wert ängst­li­chen Auf­tritt in Bar­ce­lo­na war noch nicht ganz ver­flo­gen, da sorg­te die nächs­te Bot­schaft aus Spa­ni­en für Auf­se­hen, dies­mal aus der Haupt­stadt Ma­drid.

In ei­nem In­ter­view mit der Sport­zei­tung „Mar­ca“er­hob Do­m­in­guez schwe­re Vor­wür­fe ge­gen Bo­rus­sia, ins­be­son­de­re ge­gen die me­di­zi­ni­sche Ab­tei­lung, die die Schwe­re sei- ner Rü­cken­ver­let­zung im ver­gan­ge­nen Jahr nicht er­kannt ha­be. „Sie mach­ten ein MRT und sag­ten mir, ich sol­le mir kei­ne Sor­gen ma­chen, mit ei­ner Sprit­ze wür­de das weg­ge­hen“, sag­te Do­m­in­guez. Weg gin­gen die Pro­ble­me nie mehr, nicht nach ei­ner ers­ten Ope­ra­ti­on im No­vem­ber 2015, nicht nach ei­ner zwei­ten vor ein paar Mo­na­ten. Der In­nen­ver­tei­di­ger hat­te in den ers­ten Wo­chen un­ter Trai­ner Schu­bert noch ein­mal ge­spielt, of­fen­bar still lei­dend und un­ter gro­ßen Schmer­zen. Nun be­klagt er feh­len­de Un­ter­stüt­zung und wie­der­hol­te sei­ne Vor­wür­fe aus der „Mar­ca“ge­gen­über dem Ra­dio­sen­der „Ca­de­na Ser“.

Bo­rus­sia ließ in Per­son von Sport­di­rek­tor Max Eberl mit­tei­len, dass der Ver­ein die An­schul­di­gun­gen nicht nach­voll­zie­hen kön­ne. „Wir ha­ben na­tür­lich volls­tes Ver­ständ­nis für sei­ne Emo­tio­nen nach die­ser für ihn so schwer­wie­gen­den Ent- schei­dung, aber ich kann so viel sa­gen, dass un­ser Ärz­te­team me­di­zi­nisch al­les Men­schen­mög­li­che ge­tan hat, um ihm zu hel­fen“, hieß es in dem knap­pen State­ment. Wäh­rend Do­m­in­guez ei­ne Kla­ge in Er­wä­gung zieht und Bo­rus­sia von spa­ni­schen Me­di­en man­geln­de Men­sch­lich­keit vor­ge­wor­fen wird, kam von Glad­ba­cher Sei­te ges­tern nichts mehr zu dem The­ma. Auf der Pres­se­kon­fe­renz mit Schu­bert, bei der Sport­di­rek­tor Eberl sich ent­schul­di­gen ließ, wur­den kei­ne Fra­gen zu Do­m­in­guez be­ant­wor­tet. „Mir tut es leid, dass er sei­ne Kar­rie­re be­en­den muss. Al­les an­de­re ist nicht un­ser The­ma im Mo­ment“, sag­te Schu­bert le­dig­lich.

Statt­des­sen be­klag­te der 45-Jäh­ri­ge, dass sei­nem Stür­mer An­dré Hahn Kri­tik an der de­fen­si­ven Aus­rich­tung ge­gen Bar­ce­lo­na in den Mund ge­legt wor­den sei. „Ich fin­de das schlimm. An­dré hat mich so­fort an­ge­ru­fen und mir ge­sagt, dass sei­ne Wor­te völ­lig aus dem Zu­sam­men­hang ge­ris­sen wur­den“, sag­te er. „Wir las­sen uns da­von nicht aus­ein­an­der di­vi­die­ren.“Das wich­tigs­te ver­bin­den­de Ele­ment für Schu­bert und sei­ne Mann­schaft wä­re al­ler­dings ein Sieg ge­gen Mainz.

FO­TO: DPA

Mön­chen­glad­bachs Trai­ner An­dré Schu­bert darf nicht ver­lie­ren.

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