25 To­te bei An­schlag auf kop­ti­sche Kir­che

Die Min­der­heit der kop­ti­schen Chris­ten ist seit Jah­ren das Ziel von At­ten­ta­ten in Ägyp­ten. Ges­tern sind in Kairo min­des­tens 25 Men­schen bei ei­ner Bom­ben­ex­plo­si­on ge­stor­ben.

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

KAIRO (epd) Bei ei­nem der bis­lang schwers­ten An­schlä­ge auf kop­ti­sche Chris­ten in Ägyp­ten sind min­des­tens 25 Men­schen ge­tö­tet wor­den. Wie das Staats­fern­se­hen un­ter Be­ru­fung auf das Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um be­rich­te­te, wur­den 49 wei­te­re Men­schen ver­letzt. Die Ex­plo­si­on er­eig­ne­te sich am Sonn­tag im Kai­ro­er Stadt­teil Ab­bas­si­ja na­he der be­kann­ten kop­ti­schen Mar­kus-Ka­the­dra­le.

Ei­ne Zwölf-Ki­lo-Bom­be de­to­nier­te laut staat­li­cher Zei­tung „Al-Ahram“in der an­lie­gen­den Kir­che von Sankt Pe­ter und Sankt Paul. Si­cher­heits­kräf­te durch­kämm­ten an­schlie­ßend die Um­ge­bung. Papst Fran­zis­kus be­kun­de­te So­li­da­ri­tät mit der christ­li­chen Min­der­heit in Ägyp­ten. „Ich be­te für die To­ten und Ver­letz­ten“, sag­te er auf dem Pe­ters­platz in Rom. Er sei dem Ober­haupt der Kop­ten, sei­nem „lie­ben Bru­der“ Papst Ta­wa­dros II., und des­sen Ge­mein­schaft nah.

Auch Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er (SPD) hat den töd­li­chen An­schlag ver­ur­teilt. Die Nach­rich­ten von dem At­ten­tat auf Gläu­bi­ge wäh­rend ei­nes Got­tes­diens­tes in ei­ner kop­ti­schen Kir­che sei­en „wirk­lich ent­setz­lich“, sag­te St­ein­mei­er den Zei­tun­gen der Fun­ke Me­di­en­grup­pe. Das per­fi­de Kal­kül der Tä­ter und ih­rer Hin­ter­män­ner sei, das fried­li­che Zu­sam­men­le­ben zwi­schen Chris­ten und Mus­li­men mit ter­ro­ris­ti­scher Ge­walt zu hin­ter­trei­ben. „Wir müs­sen al­les da­für tun, dass ih­nen das nicht ge­lingt“, for­der­te der Mi­nis­ter.

Der wich­tigs­te Ver­tre­ter der Sun­ni­ten in Ägyp­ten und Groß-Imam der be­rühm­ten Al-Az­har-Mo­schee, Ah­med Mo­ham­med al-Tay­y­eb, ver­ur­teil­te den An­schlag auf die Chris­ten als „schwe­res Ver­bre­chen ge­gen al­le Ägyp­ter“. Er sprach Kop­ten­papst Ta­wa­dros II. sein Bei­leid aus und for­der­te zu­gleich, „mit ei­ser­ner Faust“ge­gen je­ne vor­zu­ge­hen, die Ägyp­ten scha­den wol­len. Die kop­ti­sche Kir­che sprach in ei­ner bei Face­book ver­brei­te­ten Er­klä­rung von ei­ner „fei­gen, ver­ab­scheu­ungs­wür- di­gen Tat“. Zu­gleich ap­pel­lier­te sie an die na­tio­na­le Ein­heit, die al­le Ägyp­ter auf dem ge­seg­ne­ten Bo­den des Lan­des zu­sam­men­brin­ge.

Kop­ten stel­len et­wa zehn Pro­zent der ägyp­ti­schen Be­völ­ke­rung. Im­mer wie­der gibt es in dem Land am Nil An­schlä­ge auf die Chris­ten.

FO­TO: DPA

Ei­ne Frau re­agiert ent­setzt, als sie die Spu­ren des blu­ti­gen An­schla­ges auf ei­ne kop­ti­sche Kir­che mit 25 To­ten in Kairo sieht.

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