Le­ver­ku­sen nutzt Über­zahl ge­gen Schal­ke erst spät

Nach ei­ner Ro­ten Kar­te ge­gen Nal­do ist Schal­ke früh de­zi­miert. Ste­fan Kieß­ling köpft das Sieg­tor in der 89. Mi­nu­te.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON STE­FAN KLÜTTERMANN

GEL­SEN­KIR­CHEN Ste­fan Kieß­ling hat Bay­er Le­ver­ku­sen mit sei­nem spä­ten Sieg­tref­fer zu ei­nem schmei­chel­haf­ten 1:0-Er­folg bei Schal­ke 04 ver­hol­fen und die Werks­elf so­mit mal wie­der spür­bar den Eu­ro­pa­po­kal­ge­fil­den der Fuß­ball-Bun­des­li­ga an­ge­nä­hert.

Die Gast­ge­ber, die fast die ge­sam­te Spiel­zeit in Un­ter­zahl spie­len muss­ten, hän­gen da­ge­gen nach der zwei­ten Nie­der­la­ge in Fol­ge wei­ter im Mit­tel­feld der Ta­bel­le fest. „Wir ha­ben das her­vor­ra­gend ge­macht und wa­ren im­mer ge­fähr­lich. Es tut mir leid für die Mann­schaft“, sag­te Schal­kes Hei­del.

Es wa­ren ge­ra­de ein­mal vier Mi­nu­ten ge­spielt, da wur­den die Schal­ker An­hän­ger von De­niz Ay­te­kin vom zwölf­ten zum elf­ten Mann be­för­dert. Denn der Schieds­rich­ter wer­te­te ei­ne Ak­ti­on des Schal­ker Ab­wehr-Chefs Nal­do ge­gen den durch­ge­bro­che­nen Chicha­ri­to als Not­brem­se und zeig­te Rot. „Da kann man Rot ge­ben“, sag­te Hei­del beim Fern­seh­sen­der Sky. Es war der schnells­te Platz­ver­weis für ei­nen Schal­ker in der Bun­des­li­ga­his­to­rie. Der Nie­der­län­der You­ri Mul­der darf sich freu­en, dass sein Platz­ver­weis 1998 in Bochum nach sie­ben Mi­nu- Sport­vor­stand Chris­ti­an ten nun nicht mehr die kö­nigs­blaue Best­mar­ke ist.

Wer zu­vor schon ein­mal das ein oder an­de­re Fuß­ball­spiel ge­se­hen hat­te, ging nun na­iv da­von aus, dass die Schal­ker Un­ter­zahl in den kom­men­den 86 Mi­nu­ten ei­nem spie­le­risch star­ken Bay­er zum Vor­teil ge­rei­chen könn­te. Doch das Ge­gen­teil war der Fall. Le­ver­ku­sen tat sich ge­gen nun na­tur­ge­mäß de­fen­si­ver agie­ren­de Haus­her­ren schwer. Der Qu­er­pass und der Fehl­pass wa­ren die Haupt­dar­stel­ler in Bay­ers Spiel­an­la­ge. Es gab we­der ein raum­schaf­fen­des Spiel über die Au­ßen, noch gab es ein Kurz­pass­spiel auf den Halb­po­si­tio­nen. Mit ide­en­los war Bay­ers Spiel noch durch­aus nett um­schrie­ben.

Schal­ke muss­te sich am En­de so­gar vor­wer­fen, zu fahr­läs­sig ge­kon­tert zu ha­ben. An­sät­ze zum Kon­tern bot Ro­ger Schmidts Werks­elf zahl­reich an, doch Schal­kes agils­ter Of­fen­siv­mann Yev­hen Ko­no­ply­an­ka agier­te am En­de stets zu um­ständ­lich. Was sich letzt­lich ent­wi­ckel­te, war zwar ein Spiel, in dem die Schal­ker Fans den Kampf ih­rer de­zi­mier­ten Hel­den fei­er­ten, aber es war eben trotz­dem ein beid­sei­tig zer­fah­re­nes Spiel auf schwa­chem Ni­veau, oh­ne gro­ße Hö­he­punk­te. Chicha­ri­to tauch­te erst in der Schluss­pha­se mal wie­der vor Ralf Fähr­mann auf, schoss den Schal­ker Tor­hü­ter aber an. Als al­les auf ein 0:0 hin­aus­lief, köpf­te Kieß­ling ei­nen Frei­stoß von Ha­kan Cal­ha­nog­lu zum Sieg­tor ein.

Tags zu­vor hat­te Bay­er 04 den Ath­le­tik­trai­ner und Schmidt-Ver­trau­ten Oli­ver Bart­lett we­gen „per­sön­li­cher Auf­fas­sun­gen, die nicht mehr hun­dert­pro­zen­tig de­ckungs­gleich“wa­ren (Sport­di­rek­tor Ru­di Völ­ler), ent­las­sen. Aus dem Mann­schafts­kreis wa­ren nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on zu­vor im­mer mehr Vor­wür­fe ge­gen Bart­letts Ar­beit, be­son­ders ge­gen die zu ho­he und har­te Trai­nings­do­sie­rung, laut ge­wor­den.

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