Fun­kels Feu­er brennt auch mit 63

Fortu­na Düs­sel­dorfs Trai­ner är­gert sich maß­los über das 0:2 ge­gen Nürn­berg und ha­dert auch mit den Un­par­tei­ischen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON BERND JOLITZ

DÜSSELDORF Fa­bi­an Mai­baum hat­te kei­nen leich­ten Abend. Ir­gend­ei­ner stand im­mer beim vier­ten Of­fi­zi­el­len der Zweit­li­ga­par­tie zwi­schen Fortu­na Düsseldorf und dem 1. FC Nürn­berg (0:2) und hat­te Dis­kus­si­ons­be­darf – meist die Trai­ner Fried­helm Fun­kel und Alois Schwartz. Und es gab ja auch ei­ni­ges zu be­spre­chen zu dem, was Schieds­rich­ter Re­né Roh­de so ent­schie­den hat­te, vom nicht ge­ge­be­nen Elf­me­ter für Fortu­na bis zu nicht aus­ge­spro­che­nen Platz­ver­wei­sen ge­gen Ka­an Ay­han (Düsseldorf) und Gui­do Burg­stal­ler (Nürn­berg).

Han­del­te es sich bei letz­te­ren noch um Kann-Ent­schei­dun­gen, bei de­nen die be­trof­fe­nen Spie­ler ei­ne Men­ge Glück hat­ten, so gab es spä­tes­tens nach An­sicht der Fern­seh­bil­der kei­nen Zwei­fel mehr da­ran, dass Roh­de den Gast­ge­bern nach Han­no Beh­rens’ Foul an Ih­las Be­bou ei­nen glas­kla­ren Straf­stoß ver­wei­gert hat­te. Ex­trem bit­ter für Fortu­na, wä­re sie doch mit ei­nem mög­li­chen Aus­gleich in die­ser 27. Mi­nu­te wie­der voll drin ge­we­sen in der Be­geg­nung.

Ent­spre­chend ver­är­gert ging Fun­kel mit die­ser Sze­ne um. Kei­ne Spur von Al­ters-Ph­leg­ma – ob­wohl er doch nur we­ni­ge St­un­den nach der Frei­tags-Par­tie im­mer­hin schon sei­nen 63. Ge­burts­tag fei­er­te. „Das war für mich ein Elf­me­ter, denn Beh­rens hat Ih­las ge­trof­fen und ihn da­mit aus dem Lauf­rhyth­mus ge­bracht“, gran­tel­te der Coach. „Nur des­halb tritt er an­schlie­ßend in den Ra­sen.“Be­bou stütz­te die­se Darstel­lung: „Ich spü­re deut­lich die Be­rüh­rung in mei­nem Rü­cken, kom­me ins Stol­pern und blei­be des­halb beim Aus­ho­len an Beh­rens’ Bein hän­gen.“ Das stritt auch der Nürn­ber­ger nicht ab, füg­te le­dig­lich an: „Be­bou ver­hakt sich vi­el­leicht an mei­nem Bein, aber das war kei­ne ak­ti­ve Be­we­gung von mir.“Das spiel­te frei­lich gar kei­ne Rol­le, da sein un­ge­ahn­de­ter Schub­ser Be­bous Strau­cheln ja erst aus­ge­löst hat­te.

Roh­de be­kam von all­dem nichts mit, doch das war nicht das Ein­zi­ge, was Fun­kel am Vor­abend sei­nes Ge­burts­tags die Lau­ne ver­ha­gel­te. „Ich är­ge­re mich maß­los“, sag­te er. „Wenn es so läuft wie vor ein paar Wo­chen beim 0:3 ge­gen Dresden, dann sa­ge ich ja gar nichts. Dann ist der Geg­ner bes­ser und fer­tig. Aber dies­mal ha­ben wir vie­le Din­ge rich­tig ge­macht, 17 Tor­schüs­se ver­zeich­net und ein gu­tes Po­si­ti­ons- spiel ge­zeigt. Und das sind dann Nie­der­la­gen, über die ich mich rich­tig är­ge­re.“

Über das Er­geb­nis – nicht aber über sei­ne Mann­schaft. „Wer ein klein we­nig von Fuß­ball ver­steht, der macht sei­ne Be­wer­tung ei­nes Spiels nicht nur vom Er­geb­nis ab­hän­gig“, be­ton­te der Trai­ner. „Wir ha­ben ein gu­tes Heim­spiel ge­zeigt, al­ler­dings ver­säumt, uns da­für zu be­loh­nen. Was im Fuß­ball am wich­tigs­ten ist, ha­ben wir eben ge­gen Nürn­berg nicht ge­schafft – To­re zu er­zie­len.“Klingt ba­nal und trifft doch den Na­gel auf den Kopf. Gleich zwei­mal hat­te Axel Bel­ling­hau­sen ei­nen Tref­fer auf dem Fuß, ein­mal Rou­wen Hen­nings und bei der klars­ten al­ler Chan­cen dann Be­bou in der 57. Mi­nu­te. Neun Mi­nu­ten spä­ter mach­te Tim Ma­tavz mit dem drit­ten Nürn­ber­ger Tor­schuss das 0:2 – gna­den­lo­se Ef­fek­ti­vi­tät.

Ein Spiel zum Ler­nen sei das für sei­ne Elf ge­we­sen, mein­te Fun­kel. „Dass wir es ver­lo­ren ha­ben, ist sehr un­glück­lich, aber das wirft uns nicht um“, ver­si­cher­te Fun­kel. Was es ne­ben ei­ner bes­se­ren Chan­cen­ver­wer­tung vor al­lem zu ler­nen gibt, war of­fen­sicht­lich: Viel däm­li­cher als die Düs­sel­dor­fer bei Burg­stal­lers 0:1 kann man sich kaum an­stel­len. In sol­chen Sze­nen zahlt das jun­ge Team noch Lehr­geld. Der im­mer noch vol­ler Feu­er ste­cken­de Fun­kel ist ge­nau der Rich­ti­ge, die pas­sen­den Leh­ren zu ver­mit­teln.

FO­TO: IM­A­GO/KRAFT

Auf­bau­ar­beit schon un­mit­tel­bar nach dem 0:2 ge­gen den 1. FC Nürn­berg: Fortu­nas Trai­ner Fried­helm Fun­kel (2. v. re.) rich­tet sei­ne Spie­ler (von links) Ih­las Be­bou, Aria­nit Fe­ra­ti und Axel Bel­ling­hau­sen auf.

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