Si­lent Night: Nacht der schö­nen Din­ge

Zum ers­ten Mal fin­det die Kon­zert­rei­he von Boos­ter im Ch­a­pi­teau statt. 1600 Gäs­te pas­sen ins Haupt­zelt, das klei­ner wirkt als es tat­säch­lich ist. Rund drei­ein­halb St­un­den gibt die Band or­dent­lich Gas und hat zwei Gast­mu­si­ker da­bei.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALE KULTUR - VON CHRIS­TI­AN LIN­GEN

Schon von Wei­tem sind die Lich­ter zu se­hen, die das rie­si­ge Zelt im Spar­kas­sen­park über­span­nen. Ein we­nig mu­tet das En­sem­ble wie gro­ße Tan­nen­bäu­me an. Doch es ist das Ch­a­pi­teau, Glad­bachs neu­es Even­tZelt. Auf­ge­baut ist es ähn­lich wie die gro­ße Zelt­stadt des Zir­kus Flic Flac. Die Zel­te sind rund, wir­ken von in­nen op­tisch eher klein, doch sie ha­ben ein enor­mes Fas­sungs­ver­mö­gen. Schon das Vor­zelt be­geis­tert. Es ist lie­be­voll mit Fi­gu­ren de­ko­riert, die wie Ar­tis­ten an der De­cke hän­gen. Es riecht nach Pop­corn und ge­brann­ten Man­deln, hier und da steht ein Tan­nen­baum mit gol­de­nem La­mett­abe­hang. Doch so rich­tig be­ein­dru­ckend wird es erst im Haupt­zelt. Da passt nicht nur ei­ne gro­ße Büh­ne hin­ein, son­dern auch ein Pu­bli­kum, wie es die Si­lent Night von Boos­ter noch nie ge­se­hen hat. Rund 1600 Gäs­te pro Abend er­le­ben hier Glad­bachs größ­te vor­weih­nacht­li­che Kon­zert­rei­he.

„Das wird die Nacht der schö­nen Din­ge“, be­grüßt Frank Nie­ßen das Pu­bli­kum. Tra­di­tio­nell er­öff­net er das rund drei­ein­halb­stün­di­ge Kon­zert. Al­les wirkt recht sim­pel und doch so stim­mig im Zelt. Nur auf den Steh­plät­zen ent­lang des Ran­des des Haupt­zel­tes gibt es leich­te Strei­te­rei­en zwi­schen Ste­hen­den und Sit­zen­den. Ord­ner brin­gen die La­ge in den Griff, als ge­ra­de die Glo­cken zu läu­ten be­gin­nen und die Ti­tel­me­lo­die der Si­lent Night er­klingt.

Nach ei­nem ers­ten Stück greift Boos­ter-Chef Re­né Pütz zum Mi­kro­fon. „Wir füh­len uns echt wohl hier in die­ser tol­ler Lo­ca­ti­on“, sagt er und das Pu­bli­kum stimmt ihm ap­plau­die­rend zu. Sän­ge­rin Chris Sch­mitt in­to­niert mit „True Co­lors“ei­nes der le­gen­dä­ren Lie­der von Phil Col­lins. Die Fans er­war­tet in den nächs­ten St­un­den ei­ne Mi­schung aus al­ten Hits und 25 Stü­cken, die es noch bei kei­ner Si­lent Night gab.

Be­we­gend wird es, als Re­né Pütz „In die­sem Mo­ment“von Ro­ger Ci­ce­ro singt und das Pu­bli­kum nicht ihm, son­dern dem in die­sem Jahr ver­stor­be­nen Sän­ger zu ap­plau­die­ren scheint. Da die schwe­di­sche Grup­pe Ro­xet­te im Som­mer ihr Kon­zert im Spar­kas­sen­park ab­sa­gen muss­te, sorgt Boos­ter bei der Si­lent Night für Ent­schä­di­gung. Chris Sch­mitt singt ein Med­ley aus vier Songs der Band und legt da­bei so viel Kraft in die Stim­me, dass an ih­rem Hals ei­ne Ader her­vor­tritt. Zum ers­ten Mal an die­sem Abend singt das Pu­bli­kum mit. Mit Max Gie­sin­gers „80 Mil­lio­nen“singt Boos­ter ei­nen der Som­mer­hits des Jah­res und die Gäs­te stim­men mit ein. Be­vor es in die Pau­se geht, kommt es zum Auf­tritt des Kem­pe­ner Mund­har­mo­ni­ker­spie­lers Kon­stan­tin Rein- feld. In der Zelt­mit­te spielt er ein wil­des So­lo, das so ho­he Tö­ne be­inhal­tet, dass sich manch ei­ner die Oh­ren zu­hält. Rich­tig über­zeu­gend wird Rein­feld erst als er auf der Büh­ne steht und zu­sam­men mit der Band „Black Bet­ty“spielt.

Zu Be­ginn der zwei­ten Kon­zert­hälf­te singt Chris Sch­mitt „Ex’s & Oh’s“von El­le King und an­schlie­ßend Udo Lin­den­bergs „Durch die schwe­ren Zei­ten“. Zum ers­ten Mal er­glü­hen die Wun­der­ker­zen, die bei kei­ner Si­lent Night feh­len dür­fen. Im weih­nacht­li­chen Kon­zert­teil in­to­niert die Band ame­ri­ka­ni­sche Weih­nachts­hits wie „Win­ter­won­der­land“, „Whi­te Christ­mas“und „Last Christ­mas“. Da­zu kommt dann auch der Weih­nachts­mann ins Zelt. Zu „I can´t dan­ce“von Ge­ne­sis gibt er die Beat­box. Als Re­né Pütz von „Con­fu­si­on“singt, er­schei­nen auf der Lein­wand hin­ter ihm Wla­di­mir Pu­tin, Do­nald Trump und Re- cep Tay­yip Er­do­gan. Doch das fällt nur we­ni­gen im Pu­bli­kum auf. Viel er­pich­ter sind die Gäs­te auf den Auf­tritt des Ber­li­ner Beat­box-Künst­lers Man­do. Jetzt ist auch klar, wer zu­vor der Weih­nachts­mann war. Nach ei­nem be­ein­dru­cken­den So­lo in­to­niert er zu­sam­men mit der Band „Just can´t get en­ough“von De­pe­che Mo­de.

Mit Her­bert Grö­ne­mey­ers „Sie mag Mu­sik nur wenn sie laut ist“en­det die Si­lent Night und es geht an die Zu­ga­ben. Zu­erst zei­gen Beat­bo­xer Man­do und Mund­har­mo­ni­ker­spie­ler Kon­stan­tin Rein­feld ein be­geis­tern­des Du­ett und dann gibt Boos­ter mit „Ti­me to Won­der“von von Fu­ry in the Slaught­er­hou­se ei­nen Vor­ge­schmack auf den nächs­ten Open-Air-Som­mer. Das Pu­bli­kum singt „Oh wie ist das schön“. Als letz­tes Stück des Abends singt Chris Sch­mitt „Was wich­tig ist“von Udo Jür­gens.

RP-FO­TO: JÖRG KNAP­PE

Ge­lun­ge­ne Pre­mie­re im neu­en Ver­an­stal­tungs­zelt Ch­a­pi­teau im Spar­kas­sen­park: 1600 Gäs­te fei­ern mit Boos­ter die Si­lent Night.

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