Trumps Chi­na-De­al

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MAT­THI­AS BEER­MANN

Mit Do­nald Trump, so viel ist jetzt schon si­cher, wer­den wir uns in den kom­men­den vier Jah­ren nicht lang­wei­len. Po­li­ti­sche Kon­ven­tio­nen tritt der Mann eben­so lust­voll mit Fü­ßen wie di­plo­ma­ti­sche Ge­pflo­gen­hei­ten. Wo­bei bis­her of­fen­bleibt, ob er im­mer so ge­nau weiß, was er da­bei an­rich­tet. Es wä­re aber ein Irr­tum, Trump für na­iv zu hal­ten. Dass er nun die seit Jahr­zehn­ten gül­ti­ge Ein-Chi­na-Po­li­tik in­fra­ge stellt, ist zwar ein ris­kan­ter Schach­zug, der aber ei­ne in­ne­re Lo­gik hat.

Pe­kings for­sches Auf­tre­ten in Asi­en wur­de in Wa­shing­ton schon vor Trumps Wahl als kla­rer An­griff auf Ame­ri­kas tra­di­tio­nel­le Do­mi­nanz in der Re­gi­on in­ter­pre­tiert. Wäh­rend Ba­rack Oba­ma noch ver­sucht hat­te, Chi­nas Ex­pan­si­on mit Han­dels­ab­kom­men ein­zu­he­gen, setzt Trump nun of­fen­bar auf we­ni­ger sub­ti­le Druck­mit­tel. Den Sta­tus von Tai­wan – ei­ner der we­ni­gen gut funk­tio­nie­ren­den De­mo­kra­ti­en in Asi­en und en­gem US-Ver­bün­de­ten – mal eben schnell zur Ver­hand­lungs­mas­se für ei­nen De­al mit Pe­king zu ma­chen, zeugt al­ler­dings von ei­ner Skru­pel­lo­sig­keit, die das Ver­trau­en in die USA be­schä­digt. BE­RICHT

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.