Die­be ra­sen mit Au­to in Ein­kaufs­ga­le­rie

Ein spek­ta­ku­lä­rer Ein­bruch in ein Ju­we­lier­ge­schäft be­schäf­tigt die Po­li­zei in Mön­chen­glad­bach. Mit ei­nem Au­di durch­bra­chen Un­be­kann­te den Haupt­ein­gang ei­nes Ein­kaufs­zen­trums in der In­nen­stadt.

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON GA­BI PE­TERS UND CHRIS­TI­AN SCHWERDTFE­GER

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Es klingt wie in ei­nem Hol­ly­wood-Film: Mit ei­nem ge­stoh­le­nen Au­di fah­ren ges­tern ge­gen drei Uhr in der Früh min­des­tens zwei Ein­bre­cher mit­ten durch die Schei­ben des Haupt­ein­gangs des Mön­chen­glad­ba­cher Ein­kaufs­zen­trums „Min­to“und dann in die Aus­la­ge ei­nes Ju­we­lier­ge­schäf­tes, aus dem sie dann hoch­wer­ti­gen Schmuck in noch un­be­kann­ter Hö­he ent­wen­den. Das ge­stoh­le­ne Tat­fahr­zeug, ei­nen Au­di A6 Kom­bi, las­sen sie in der Shop­ping-Ga­le­rie zu­rück. Wie die Po­li­zei spä­ter her­aus­fin­det, ist es im Groß­raum Frank­furt ge­stoh­len wor­den.

Die Tä­ter flüch­te­ten zu­nächst zu Fuß, ehe sie in ei­nen an­de­ren Au­di stie­gen und über die A61 – ver­mut­lich Rich­tung Ven­lo – flüch­te­ten. Ei­ne un­mit­tel­bar ein­ge­lei­te­te Fahn­dung der Po­li­zei ver­lief bis zum spä­ten Abend er­folg­los. Ein Zeu­ge hat­te noch ei­nen Tä­ter auf der Bei­fah­rer­sei­te ins Flucht­au­to sprin­gen se­hen, das dar­auf­hin so­fort los­fuhr. „Des­halb ge­hen wir da­von aus, dass es min­des­tens zwei ge­we­sen sein müs­sen“, sag­te ei­ne Po­li­zei­spre­che­rin.

Dass je­mand auf die Idee kom­men könn­te, mit ei­nem Au­to durch das gro­ße Ein­gangs­por­tal der Ein­kaufs­ga­le­rie zu ra­sen, um dann mit Voll­gas die Schau­fens­ter im In­nen­be­reich zu zer­trüm­mern, hiel­ten Ex­per­ten ei­gent­lich bis­lang für aus­ge­schlos­sen. Denn ei­gent­lich soll­ten die mas­si­ven Pol­ler vor dem Au­ßen­ein­gang zum Ju­we­lier das Ge­schäft mit hoch­wer­ti­gem Schmuck doch aus­rei­chend schüt­zen kön­nen. Nach An­ga­ben der Po­li­zei wa- ren die Die­be zu­nächst an den Weih­nachts­bu­den in der Fuß­gän­ger­zo­ne vor­bei­ge­fah­ren und über ei­ne seit­li­che, rund 2,50 Me­ter brei­te Ram­pe hoch zur Haupt­ein­gangs­tür der Ein­kaufs­ga­le­rie ge­rast, die sie dann durch­bra­chen. An­schlie­ßend fuh­ren sie mehr­fach ge­gen die Schei­ben des Ju­we­lier­ge­schäfts.

Auch wenn der Wert des ge­stoh­le­nen Schmucks noch nicht be­kannt ist, geht die Po­li­zei von ei­nem im­men­sen Scha­den aus. Denn ne­ben dem gro­ßen Haupt­ein­gang gin­gen noch vie­le an­de­re Fens­ter­schei­ben zu Bruch.

So ein „Blitz­ein­bruch“mit ei­nem Au­to in ein Ein­kaufs­zen­trum ist äu­ßerst sel­ten. 2009 ge­lang es zwei Män­nern im Ober­hau­se­ner „Cen­tro“, auf ähn­li­che Art, ei­nen Ju­we­lier aus­zu­plün­dern. Da­mals wa­ren die Tä­ter mit ei­nem Au­to, eben­falls ei­nem Au­di, und ei­nem Mo­tor­rad gleich­zei­tig durch die Tü­ren ei­nes Sei­ten­ein­gangs ge­fah­ren. Sie ent­ka- men. Ein hal­bes Jahr dar­auf ver­such­ten es Un­be­kann­te im „Cen­tro“noch ein­mal, auf die­se Wei­se in ein Schmuck­ge­schäft ein­zu­bre­chen. Sie muss­ten aber oh­ne Beu­te flie­hen, weil sie vom Si­cher­heits­dienst über­rascht wur­den.

Dass Ein­bre­cher mit Au­tos ge­zielt in Ju­we­lier­ge­schäf­te in In­nen­städ­ten fah­ren, kommt nach An­ga­ben der Po­li­zei hin­ge­gen häu­fi­ger vor. Die­se Ta­ten fin­den na­he­zu aus­schließ­lich nachts statt. Dem­nach ist die Ma­sche ei­gent­lich im­mer gleich: Die Tä­ter klau­en ei­nen Wa­gen, durch­bre­chen da­mit die Schau­fens­ter­front, steh­len, so viel sie kön­nen, und ver­schwin­den zu Fuß. Den Wa­gen las­sen sie zu­rück. Bei den Tä­tern han­delt es sich laut den Er­mitt­lungs­be­hör­den meis­tens um Mit­glie­der pro­fes­sio­nel­ler Ban­den – und nur sehr sel­ten um Ge­le­gen­heits- und Nach­ah­mungs­tä­ter. Das sei­en fast aus­nahms­los Pro­fis, heißt es bei der Po­li­zei.

FO­TOS: TIZ, SCHELLHAMMER

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.