Was die K-Fra­ge mit Weih­nach­ten zu tun hat

Die SPD will den Bür­gern in Sa­chen Kanz­ler­kan­di­da­tur ei­ne Weih­nachts­pau­se gön­nen. Zeit, noch ein­mal gründ­lich über die Per­so­na­lie nach­zu­den­ken.

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Die K-Fra­ge der SPD nimmt in­zwi­schen ko­mö­di­an­ti­sche Zü­ge an. Es ver­geht kein Tag, an dem nicht ein SPD-Po­li­ti­ker ein Tür­chen des K-Fra­gen-Ad­vents­ka­len­ders öff­net und ei­ne ori­gi­nel­le Aus­sa­ge zum Ver­fah­ren trifft. Kürz­lich erst ver­brei­te­te NRW-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft, dass sie zwar wis­se, wer Kanz­ler­kan­di­dat wer­den soll, dies aber nicht ver­ra­te. Ges­tern nun ver­fiel SPD-Vi­ze­chef Tors­ten Schä­fer-Güm­bel als Be­grün­dung für das Schwei­gen der SPD-Füh­rung auf den raf­fi­nier­ten Hin­weis, die Men­schen in­ter­es­sier­ten sich der­zeit „vor­ran­gig“für Weih­nach­ten.

Wenn man die­ser Ar­gu­men­ta­ti­on folgt, dürf­te die SPD das Ge­heim­nis um ih­re K-Fra­ge ei­gent­lich erst kurz vor der Bun­des­tags­wahl lüf­ten. Denn am 29. Ja­nu­ar, der Tag, an dem die K-Fra­ge auf­ge­löst wer­den soll, in­ter­es­sie­ren sich die Bür­ger ge­mäß der Jah­res­zeit vor­ran­gig für Ski-Ur­laub und Kar­ne­val. Da­nach dürf­ten die ers­ten Früh­lings­bo­ten und Os­tern das In­ter­es­se an der K-Fra­ge aus­ste­chen. Und prompt steckt man an­schlie­ßend im Som­mer­loch, in dem ja ger­ne Mü­cken zu Ele­fan­ten und nicht SPD-Po­li­ti­ker zu Kanz­ler­kan­di­da­ten ge­macht wer­den. Dass kurz vor der Bun­des­tags­wahl dann doch In­ter­es­se dar­an vor­han­den sein könn­te, wer denn Kanz­ler wür­de, wenn man die SPD wähl­te, da­von kann man aus­ge­hen. Selbst wenn man, wie die SPD-Füh­rung, das Volk nur für be­dingt po­li­tisch in­ter­es­siert hält.

Im­mer­hin bie­tet die be­sinn­li­che Weih­nachts­pau­se ge­nug Zeit, neu nach­zu­den­ken. Die Um­fra­ge-In­sti­tu­te je­den­falls las­sen auch im Weih­nacht­stru­bel ih­re Ar­beit nicht ru­hen. Im Ge­gen­teil. Wer nicht gera­de über den Weih­nachts­markt bum­melt, wird mit An­ru­fen trak­tiert. Da­bei ha­ben die De­mo­sko­pen schon Span­nen­des zu­ta­ge ge­för­dert. So be­sagt ei­ne ak­tu­el­le Er­he­bung, dass der bis­he­ri­ge Eu­ro­pa-Po­li­ti­ker Martin Schulz im Ver­gleich zu SPD-Par­tei­chef Sig­mar Ga­b­ri­el der be­lieb­te­re Kanz­ler­kan­di­dat wä­re.

Doch mit der Aus­wahl von Kanz­ler­kan­di­da­ten nach Um­fra­ge-Er­geb­nis­sen hat die SPD denk­bar schlech­te Er­fah­run­gen ge­macht. So­wohl der heu­ti­ge Au­ßen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter St­ein­mei­er als auch Po­lit-Ru­he­ständ­ler Peer St­ein­brück wa­ren im Volk sehr be­liebt, als sie für die SPD in den Bun­des­tags­wahl­kampf star­te­ten. Ge­nutzt hat es we­nig, wie nun­mehr elf Jah­re Mer­kel be­le­gen.

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