Ta­rif­ei­ni­gung bei der Bahn: Kei­ne Streiks zu Weih­nach­ten

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (RP/jd) Bahn­rei­sen­de kön­nen au­f­at­men. Sie müs­sen Weih­nach­ten und Sil­ves­ter kei­ne Streiks be­fürch­ten. Die Deut­sche Bahn und die Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) lös­ten ges­tern Abend ih­ren Ta­rif­kon­flikt. EVG-Ver­hand­lungs­füh­re­rin Re­gi­na Ru­schZiem­ba sag­te: „Die gu­te Bot­schaft für die Rei­sen­den: Wir sind fer­tig ge­wor­den.“Bahn-Per­so­nal­vor­stand Ulrich We­ber sag­te, das Un­ter­neh­men sei an die Gren­ze des wirt­schaft­lich Mach­ba­ren ge­gan­gen.

Und das sieht die Ei­ni­gung vor: Das Lohn­plus für die 140.000 Be­schäf­tig­ten soll 5,1 Pro­zent be­tra­gen – bei ei­ner Lauf­zeit über 24 Mo­na­te bis 30. Sep­tem­ber 2018. Die pro­zen­tua­le Er­hö­hung soll ab April 2017 grei­fen. Bis da­hin gibt es ei­ne Ein­mal­zah­lung von 550 Eu­ro.

2,5 Pro­zent­punk­te da­von sol­len ab 2018 al­ter­na­tiv in Frei­zeit statt in Geld ge­währt wer­den kön­nen. Da­bei kön­nen die Ar­beit­neh­mer wäh­len, ob sie die­se Er­hö­hung in Form von sechs Ta­gen mehr Ur­laub im Jahr neh­men oder ob sie lie­ber ei­ne St­un­de pro Wo­che we­ni­ger ar­bei­ten möch­ten.

Die klei­ne­re Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL) hat­te be­reits in der Ta­rif­run­de 2015 ei­ne Ver­kür­zung der Wo­chen­ar­beits­zeit von 39 auf 38 St­un­den ab 2018 durch­ge­setzt.

Zu dem ver­ein­bar­ten Ta­rif­pa­ket ge­hö­ren auch neue Re­ge­lun­gen zur Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on wie die Ruf­be­reit­schaft. Künf­tig wer­den die Aus­zu­bil­den­den in die Al­ters­vor­sor­ge der Bahn auf­ge­nom­men.

Die EVG hat­te ein Plus im Ge­samt­vo­lu­men von sie­ben Pro­zent ge­for­dert und mit dem Ab­bruch der Ver­hand­lun­gen so­wie Streiks ge­droht, wenn ei­ne Ei­ni­gung miss­lingt. Karl-Pe­ter Nau­mann, Spre­cher des Fahr­gast­ver­ban­des Pro Bahn, hat­te zu­vor ge­warnt: „Streiks zum Weih­nachts­ver­kehr wä­ren der Gau für al­le Sei­ten und ex­trem un­ge­schickt. Da­für hät­te kein Fahr­gast Ver­ständ­nis.“.

Durch die Ei­ni­gung mit der EVG ist der Ta­rif­kon­flikt al­ler­dings noch nicht kom­plett bei­ge­legt, da die Bahn par­al­lel mit der GDL im Ge­spräch ist. Die­se ver­han­delt für Lok­füh­rer und Zug­be­gleit­per­so­nal und for­dert vier Pro­zent mehr Geld. Da­zu kom­men bes­se­re Ar­beits­zeit­und Schicht­re­ge­lun­gen. Die Bahn hat die For­de­run­gen auf über 20 Pro­zent ta­xiert. Die GDL hat al­ler­dings Streiks für die­ses Jahr aus­ge­schlos­sen. Selbst von ihr wird es al­so kei­ne Ar­beits­kampf­maß­nah­men über die fei­er­ta­ge ge­ben.

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