Brei­te Mehr­heit für Atom­müll-Pakt

Ko­ali­ti­on und Op­po­si­ti­on for­dern Fal­len­las­sen der rest­li­chen Atom-Kla­gen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (anh/jd) Der ge­plan­te Atom­fonds wird von ei­ner brei­ten Mehr­heit im Bun­des­tag ge­tra­gen. Uni­on, SPD und Grü­ne wol­len über­mor­gen das ent­spre­chen­de Ge­setz be­schlie­ßen. Das kün­dig­ten die Vi­ze-Frak­ti­ons­chefs Micha­el Fuchs (CDU), Hu­ber­tus Heil (SPD) und Oli­ver Kri­scher (Grü­ne) an. Das Ge­setz sieht vor, dass Eon, RWE, Vat­ten­fall und EnBW die Ver­ant­wor­tung für die Zwi­schen- und End­la­ge­rung des Atom­mülls an den Staat ab­ge­ben. Im Ge­gen­zug müs­sen sie 23,6 Mil­li­ar­den Eu­ro in ei­nen staat­li­chen Fonds ein­zah­len. Es wird er­war­tet, dass an­schlie­ßend auch die Län­der zu­stim­men. Die Grü­nen sind an elf der 16 Lan­des­re­gie­run­gen be­tei­ligt.

Die drei Frak­tio­nen wol­len nun ei­nen ge­mein­sa­men Ent­schlie­ßungs­an­trag in den Bun­des­tag ein­brin­gen. Dar­in heißt es: „Die Kern- ener­gie in Deutsch­land war wie kaum ein an­de­res The­ma Ge­gen­stand in­ten­si­ver po­li­ti­scher Kon­tro­ver­sen. Das Ge­setz bie­tet die Mög­lich­keit, jah­re­lan­ge Rechts­strei­tig­kei­ten zu be­frie­den.“

Zugleich for­dern die Frak­tio­nen die Kon­zer­ne auf, die rest­li­chen Kla­gen fal­len zu las­sen. „Wie die Bun- des­re­gie­rung hat auch der Deut­sche Bun­des­tag ein gro­ßes In­ter­es­se, dass die Kern­kraft­werks­be­trei­ber über die ent­sor­gungs­be­zo­ge­nen Ver­fah­ren hin­aus al­le Strei­tig­kei­ten mit Be­zug zur Kern­ener­gie auf na­tio­na­ler Ebe­ne und auf Ebe­ne in­ter­na­tio­na­ler Schieds­ge­rich­te be­en- den, da­mit ei­ne dau­er­haf­te Be­frie­dung die­ses The­men­be­reichs er­reicht wird“, heißt es in dem Ent­schlie­ßungs­an­trag, der un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt. Zu­dem sol­len die An­la­gen­richt­li­ni­en des Fonds so ge­stal­tet wer­den, dass die Gel­der nur in atom­fer­ne An­la­gen in­ves­tiert wer­den dür­fen.

Bis­lang ha­ben die Kon­zer­ne nur ih­re Kla­gen in Deutsch­land rund um den Atom­aus­stieg zu­rück­ge­zo­gen. Die Kla­gen zur Brenn­ele­men­te­Steu­er, über die der Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Mil­li­ar­den ein­ge­nom­men hat, läuft da­ge­gen noch wei­ter. Zu­dem hat der schwe­di­sche Staats­kon­zern Vat­ten­fall vor ei­nem USSchieds­ge­richt auf 4,7 Mil­li­ar­den Eu­ro Ent­schä­di­gung ge­klagt. Die Bun­des­re­gie­rung wirbt in Stock­holm da­für, dass Vat­ten­fall sei­ne Kla­ge zu­rück­zieht.

„Das Ge­setz soll den jah­re­lan­gen Rechts­streit be­frie­den“

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