„Weg­wei­ser“ge­gen ge­walt­be­rei­ten Sala­fis­mus star­tet

NRW-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger: Im­mer mehr Min­der­jäh­ri­ge las­sen sich im In­ter­net und über WhatsApp ra­di­ka­li­sie­ren.

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG - VON GA­BI PE­TERS

In Mön­chen­glad­bach gibt es ei­ne wei­te­re Prä­ven­ti­ons­maß­nah­me ge­gen den ge­walt­be­rei­ten Sala­fis­mus. NRW-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger (SPD) in­for­mier­te ges­tern zum Start der neu­en Be­ra­tungs­stel­le „Weg­wei­ser“über die ak­tu­el­len Ent­wick­lun­gen in der Sze­ne. Nach wie vor gilt der Sala­fis­mus als die dy­na­mischs­te is­la­mis­ti­sche Be­we­gung in Deutsch­land. 9000 ra­di­ka­le An­hän­ger ge­be es zur­zeit, be­rich­te­te Jä­ger, nann­te aber zugleich die Zahl von drei Mil­lio­nen hier le­ben­den fried­li­chen Mus­li­men.

„Weg­wei­ser“wird es ab An­fang 2017 an drei­zehn Stand­or­ten in NRW ge­ben. In Mön­chen­glad­bach ist das Pa­ri-Team Trä­ger der Be­ra­tungs­stel­le. Zu­sam­men mit ei­ner stu­dier­ten Is­lam­wis­sen­schaft­le­rin, Ver­tre­tern von Po­li­zei, Mi­nis­te­ri­um, Schul- und Ju­gend­amt so­wie In­te­gra­ti­ons­rat soll dort Men­schen ge­hol­fen wer­den, da­mit sie nicht in die Sala­fis­ten-Sze­ne ab­rut­schen. Im Ge­gen­satz zum Prä­ven­ti­ons­kon­zept „Kopf­sa­che“, das Schü­lern vie­le ab­schre­cken­de In­for­ma­tio­nen zum The­ma „Ra­di­ka­li­sie­rung“lie­fert, wird bei „Weg­wei­ser“kon­kre­ten Hin­wei­sen nach­ge­gan­gen. El­tern, Leh­rer, Ge­schwis­ter kön­nen sich an die Be­ra­tungs­stel­le wen­den, wenn sie bei ih­ren Kin­dern, ih­rem Bru­der und ih­rer Schwes­ter Ten­den­zen ent­de­cken, die auf ei­ne Hin­wen­dung zum Sala­fis­mus hin­wei­sen könn­ten. „Es sind über­wie­gend Frau­en, die sich mel­den, weil sie ei­ne Ve­rän­de­rung be­mer­ken“, sag­te Ralf Jä­ger ges­tern im Mön­chen­glad­ba­cher Rat­haus. Dies sei die Er­fah­rung seit März 2014, als die ers­ten „Weg­wei­ser“an drei Stand­or­ten in NRW an den Start gin­gen. Seit­dem ha­be es über 4500 An­fra­gen ge­ge­ben. Das Mo­dell fin­det auch im Aus­land In­ter­es­se. Un­ter an­de­rem hät­ten sich Ver­tre­ter aus den USA, den Nie­der­lan­den, Frank­reich und Ös­ter­reich da­nach er­kun­digt.

Laut Jä­ger ha­be sich seit 2014 die Kli­en­tel für Weg­wei­ser er­heb­lich ver­jüngt. „Mitt­ler­wei­le ist die Hälf­te min­der­jäh­rig“, sag­te der Mi­nis­ter. Die Ju­gend­li­chen hät­ten sich über In­ter­net und WhatsApp ra­di­ka­li- siert. Viel Mis­sio­nie­rungs­ar­beit leis­te­ten die Sala­fis­ten aber auch über die Ho­me-Da­wa, al­so über Be­keh­run­gen in Pri­vat­woh­nun­gen, er­klär­te Burk­hard Frei­er, Lei­ter des Ver­fas­sungs­schut­zes NRW.

Nach den leid­vol­len Er­fah­run­gen mit Sala­fis­ten in der Stadt ist Ober­bür­ger­meis­ter Hans Wil­helm Rei­ners froh, dass Mön­chen­glad­bach zu ei­nem Weg­wei­ser-Stand­ort wur­de. Denn auch hier be­schäf­ti­gen ra­di­ka­le Sala­fis­ten nach wie vor Po­li­zei und Staats­schüt­zer. „Wir sind zwar kein Hots­pot mehr, aber auch wir ha­ben ei­ne klei­ne zwei­stel­li­ge Zahl von mög­li­chen Ge­fähr­dern im Vi­sier“, sag­te Po­li­zei­prä­si­dent Ma­this Wies­sel­mann. In­fo per E-Mail an: weg­wei­ser@pa­ri­team-mg.de

FO­TO: DET­LEF ILGNER

OB Hans Wil­helm Rei­ners und Mi­nis­ter Ralf Jä­ger (v.l.).

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