Tex­tech­no ist at­trak­ti­ver Ar­beit­ge­ber

Die In­dus­trie­ver­ei­ni­gung „Ver­stärk­te Kunst­stof­fe“zeich­ne­te das Glad­ba­cher Un­ter­neh­men für sei­ne fa­mi­li­en­freund­li­che Be­triebs­struk­tur aus. Der Her­stel­ler von Prüf­sys­te­men für Fa­sern und Gar­ne ist mit sei­nen Pro­duk­ten Welt­markt­füh­rer.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON CHRIS­TI­AN LIN­GEN

Leicht­bau­wei­se ist ein The­ma, das in vie­len Be­rei­chen im­mer wich­ti­ger wird. In Flug­zeu­gen wer­den heu­te Tei­le, die noch vor Jah­ren aus Me­tall be­stan­den, in­zwi­schen aus Kar­bon­fa­sern ge­fer­tigt. Bei Wind­kraft­an­la­gen kom­men Fa­sern in den Ro­tor­blät­tern zum Ein­satz. Glas­fa­sern wer­den gera­de über­all in Mön­chen­glad­bach ver­legt. Da ist es na­tür­lich wich­tig, dass sol­che Fa­sern hoch­wer­tig sind und nicht rei­ßen. Her­stel­ler brau­chen da­her Spe­zi­al­ge­rä­te, um die Gar­ne und Fa­sern un­ter an­de­rem auf Reiß­fes­tig­keit zu über­prü­fen. Her­ge­stellt wer­den sol­che Prüf­sys­te­me von der Fir­ma Tex­tech­no. Nun er­hielt das Mön­chen­glad­ba­cher Un­ter­neh­men den Son­der­preis der In­dus­trie­ver­ei­ni­gung Ver­stärk­te Kunst­stof­fe (AVK), Deutsch­lands äl­tes­ter In­ter­es­sen­ge­mein- Dr. Ulrich Mör­schel Ge­schäfts­füh­rer schaft der Kunst­stoff­in­dus­trie, als be­son­ders at­trak­ti­ver Ar­beit­ge­ber.

Ge­grün­det wur­de das Un­ter­neh­men 1949 von Her­bert Stein. Bis zum En­de des Zwei­ten Welt­kriegs war er Chef der Mo­to­ren­ent­wick­lung mit Schwer­punkt Tex­til­ma­schi­nen­an­trie­be bei AEG. Durch Kon­tak­te mit Tex­til­un­ter­neh­men er­kann­te er schon früh die Be­deu­tung der tex­ti­len Qua­li­täts­kon­trol­le. Er mel­de­te ein Pa­tent für ei­ne weg­lo­se elek­tro­ni­sche Kraft­mess­ein­rich­tun­gen an, das spä­ter für die Pro­duk­te von Tex­tech­no von Be­deu­tung war. 1949 grün­de­te er sein In- ge­nieur­bü­ro, das ein Jahr spä­ter in Tex­tech­no um­be­nannt wur­de. Ei­ner der wich­tigs­ten Schrit­te der Fir­men­ge­schich­te er­folg­te 1963. Da­mals prä­sen­tier­te das Un­ter­neh­men auf der in­ter­na­tio­na­len Tex­til­ma­schi­nen­aus­stel­lung in Han­no­ver das au­to­ma­ti­sche Garn­zug­prüf­ge­rät Sta­ti­mat, das zum wich­tigs­ten Um­satz­trä­ger wur­de. In den Fol­ge­jah­ren ent­wi­ckel­te Tex­tech­no wei­te­re Prüf­sys­te­me und pass­te sie im­mer an die ak­tu­ells­te Tech­nik an.

Ein wei­te­rer ent­schei­den­der Schritt wur­de Mit­te der 90er-Jah­re ge­tan. Mit dem Fav­imat-Ro­bot ent- wi­ckel­te Tex­tech­no ein voll­au­to­ma­ti­sches Ein­zel­fa­ser-Prüf­ge­rät, das heu­te welt­weit in der Fa­ser- und Fi­li­a­ment­in­dus­trie zum Ein­satz kommt. 2004 über­nahm Tex­tech­no das ös­ter­rei­chi­sche Un­ter­neh­men Len­zing In­stru­ments, das zum welt­weit größ­ten Vis­ko­se­fa­ser-Her­stel­ler ge­hör­te. Die Pro­dukt­pa­let­te konn­te er­wei­tert und ver­bes­sert wer­den. Zu­sam­men bil­den die bei­den Fir­men in­zwi­schen die „Tex­tech­no-Grup­pe“. Die Prüf­ge­rä­te kom­men über­all dort zum Ein­satz, wo es um Gar­ne und Fa­sern al­ler Art geht.

Weil Tex­tech­no ei­nen Ni­schen­markt be­dient, ist das Un­ter­neh­men in ei­ni­gen Be­rei­chen Welt­markt­füh­rer. „Chi­na, In­di­en und die USA sind un­se­re größ­ten Märk­te. Da­nach folgt Eu­ro­pa“, sagt Ge­schäfts­füh­rer Dr. Ulrich Mör­schel. Die Ge­rä­te, die das Un­ter­neh­men am Dohr­weg ver­las­sen, wer­den da­her so ver­packt, dass sie auch für den Trans­port per Flug­zeug oder Schiff ge­eig­net sind.

In die­sem Jahr ent­wi­ckel­te Tex­tech­no ein Test­sys­tem zur Prü­fung der Fa­ser/Ma­trix-Haf­tung in Ver­bund­werk­stof­fen. Da­für er­hielt man ei­nen In­no­va­ti­ons­preis. Für ein an­de­res Ge­rät gab ei­nen zwei­ten In­no­va­ti­ons­preis. Um nicht auf Zu­lie­fe­rer an­ge­wie­sen zu sein, stellt Tex­tech­no die Elek­tro­nik für die Prüf­sys­te­me selbst her. Auch die ein­ge­setz­te Soft­ware wird selbst ent­wi­ckelt. Vier Mit­ar­bei­ter küm­mern sich um den Ser­vice. Das zeigt, dass es kaum Ge­rä­te gibt, die von den Kun­den re­kla­miert wer­den.

55 Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt Tex­tech­no ak­tu­ell in Mön­chen­glad­bach. Der Be­trieb ver­steht sich als Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men. Und das nicht nur in der Ge­schäfts­füh­rung. Auch in der Be­leg­schaft ist Fa­mi­li­en­sinn wich­tig. So gibt es ein lo­cke­res Be­triebs­kli­ma, und manch ei­ner hat auch sei­nen En­kel in den Be­trieb ge­lotst. Für den Preis als at­trak­ti­ver Ar­beit­ge­ber, den Tex­tech­no als ers­tes Glad­ba­cher Un­ter­neh­men von der AVK er­hielt, spiel­ten meh­re­re Fak­to-

„Chi­na, In­di­en und die USA sind un­se­re größ­ten Märk­te“ „Die Mit­ar­bei­ter iden­ti­fi­zie­ren sich mit dem Un­ter­neh­men“

Dr. Micha­el Ef­fing AVK-Vor­stand ren ei­ne Rol­le. „Un­ter den Mit­ar­bei­tern gibt es ei­ne sehr ge­rin­ge Fluk­tua­ti­on. Vie­le sind seit über 25 Jah­ren im Un­ter­neh­men be­schäf­tigt. Die Mit­ar­bei­ter iden­ti­fi­zie­ren sich mit dem Be­trieb, und der Um­gang un­ter­ein­an­der ist per­sön­lich. Die Ar­beits­zei­ten sind fa­mi­li­en­freund­lich. In den bei­den ver­gan­ge­nen Jah­ren er­hielt das Un­ter­neh­men von der IHK Aus­zeich­nun­gen als bes­ter Aus­bil­dungs­be­trieb. Al­les das hat für un­se­re Ent­schei­dung ei­ne wich­ti­ge Rol­le ge­spielt“, be­grün­det AVK-Vor­stand Dr. Micha­el Ef­fing die Aus­zeich­nung.

FO­TO: ISA RAUPOLD

Dr. Micha­el Ef­fing (r.) von der In­dus­trie­ver­ei­ni­gung Ver­stärk­te Kunst­stof­fe über­gab den Son­der­preis an Dr. Ulrich Mör­schel (l.), den Ge­schäfts­füh­rer von Tex­tech­no. Das Un­ter­neh­men wur­de als at­trak­ti­ver Ar­beit­ge­ber aus­ge­zeich­net.

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