Kreuz­her­ren­klos­ter: Groß­mie­ter steht fest

Das Sys­tem­haus Me­co IT zieht in den Wirt­schafts­flü­gel der frü­he­ren Klos­ter­an­la­ge. Das Un­ter­neh­men Schleiff sa­niert das his­to­risch wich­ti­ge Ge­bäu­de. Die Stadt woll­te das Klos­ter we­gen der ho­hen Re­no­vie­rungs­kos­ten nicht.

Rheinische Post Moenchengladbach - - STADTTEILE - VON JAN SCHNETTLER UND DIE­TER WE­BER

WICKRATH Es ist ei­nes der his­to­risch be­deut­sams­ten Ge­bäu­de in der Stadt: das Kreuz­her­ren­klos­ter in Wickrath. Trotz­dem schien es dem Ver­fall preis­ge­ge­ben zu sein – bis es zu ei­ner ge­mein­sa­men Kraft­an­stren­gung von Stadt, Po­li­tik und des Er­kelen­zer Un­ter­neh­mens Schleiff kam. Die Fir­ma kauf­te das Ge­bäu­de für ei­nen Sym­bol­preis und bau­te es nach ei­ner Kern­sa­nie­rung um. Mit Er­folg in je­der Hin­sicht. Im März kom­men­den Jah­res soll das Wick­ra­ther Kreuz­her­ren­klos­ter in neu­em Glanz er­strah­len.

Und nun ver­mel­det die Im­mo­bi­li­en­be­ra­tung Frank Mund ei­nen ers­ten gro­ßen Mie­ter für die neu­en Bü­ro­flä­chen: Das Sys­tem­haus Me­co IT ver­grö­ßert mit der Neu­an­mie­tung von zwei der drei dort ent­ste­hen­den Flä­chen ih­ren Stand­ort, von dem aus die Kun­den im Wes­ten der Re­pu­blik be­treut wer­den. „Nun­mehr steht nur noch ei­ne Bü­ro­ein­heit mit rund 164 Qua­drat­me­tern Nutz­flä­che für ei­ne An­mie­tung zur Ver­fü­gung“, teilt Frank Mund mit.

Die 1998 ge­grün­de­te Me­co IT AG war be­reits im Fe­bru­ar 2013 nach Mön­chen­glad­bach ex­pan­diert. Das Sys­tem­haus mit Haupt­sitz in Wein­gar­ten (Baden-Württemberg) und wei­te­ren Stand­or­ten in Pin­ne­berg, Kit­zin­gen so­wie im No­bel Bu­si­ness Cen­ter an der Wick­ra­ther No­bel­stra­ße be­treut klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men. „Vor al­lem die Kom­bi­na­ti­on aus dem Charme ei­ner denk­mal­ge­schütz­ten Im­mo­bi­lie in Ver­bin­dung mit der mo­der­nen Bü­ro­aus­stat­tung im In­ne­ren des Ge­bäu­des wa­ren aus­schlag­ge­ben­de Fak­to­ren für die An­mie­tung“, er­läu­tert Frank Mund.

Bei dem Ge­bäu­de han­delt es sich zwar le­dig­lich um den Wirt­schafts­flü­gel der ehe­ma­li­gen Klos­ter­an­la­ge. Den­noch zählt es zu den we­ni­gen in Deutsch­land noch er­hal­te­nen Bau­wer­ken, an de­nen sich das Wir­ken des im Spät­mit­tel­al­ter und in der frü­hen Neu­zeit ein­fluss­rei­chen Kreuz­her­ren­or­dens ab­le­sen lässt. Einst gab es am Nie­der­rhein zahl­rei­che Kreuz­her­ren­k­lös­ter. Die ers­ten Kreuz­her­ren in Wickrath ka­men aus Er­kelenz, um ab dem Jahr 1491 das neue Klos­ter auf­zu­bau­en. Sie blie­ben bis 1495.

Zwi­schen­zeit­lich gab es Über­le­gun­gen bei der Stadt, das Klos­ter­ge­bäu­de selbst um­zu­bau­en. Es war so ma­ro­de, dass es für ei­nen läp­pi­schen Eu­ro den Be­sit­zer wech­seln soll­te. Der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Gün­ter Krings hat­te zwar meh­re­re hun­dert­tau­send Eu­ro aus ei­nem Denk­mal­schutz-För­der­topf des Bun­des los­ge­eist und Käm­me­rer Bernd Ku­ckels städ­ti­sche Mit­tel be­reit­ge­stellt. Auf 1,9 Mil­lio­nen Eu­ro war die Sa­nie­rung des Kom- ple­xes aus­ge­legt. Doch dann ka­men Hi­obs­nach­rich­ten: Schim­mel und Haus­schwamm hat­ten sich so breit­ge­macht, dass die Po­li­ti­ker ei­nen Rück­zie­her mach­ten.

Die Lö­sung, die dann mit dem Un­ter­neh­men Schleiff ent­wi­ckelt wur­de, hat­te von An­fang sehr viel Charme: Denn die Er­kelen­zer ha­ben in Mön­chen­glad­bach als Denk­mal­ent­wick­ler ei­nen her­vor­ra­gen­den Ruf. Sie ha­ben be­reits die Kir­che Herz Je­su Pesch und die Grund­schu­le in Venn um­ge­baut. Mit Ge­fühl für his­to­ri­sche Bau­ten und ei­nem vor­zeig­ba­ren Er­geb­nis.

Wer mehr über die Ge­schich­te des Kreuz­her­ren­klos­terns in Wickrath wis­sen will: Der His­to­ri­ker Dr. Wolf­gang Löhr hat sie be­schrie­ben: www.hei­mat­ver­ein-wickrath.de/ K-Klos­ter/Klos­ter.htm

RP-AR­CHIV: IM­MO­BI­LI­EN­BE­RA­TUNG MUND

Das Wick­ra­ther Kreuz­her­ren­klos­ter: Ein Groß­mie­ter steht in­zwi­schen fest.

So sieht das Kreuz­her­ren­klos­ter von in­nen aus.

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