Glad­bachs Sieg heilt nicht al­le Wun­den

Ma­na­ger Max Eberl spricht Kl­ar­text im Fall Do­m­in­guez, der Sieg ge­gen Mainz muss noch auf­ge­wer­tet wer­den.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON KARS­TEN KELLERMANN

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Es war ein Sonn­tag, an dem es viel auf­zu­räu­men gab bei Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach. Den letz­ten Ein­satz des Ta­ges hat­te Ma­na­ger Max Eberl am Abend, als er ein paar Din­ge ge­ra­de­rück­te im Fall Al­va­ro Do­m­in­guez, der so­eben sei­ne Kar­rie­re mit 27 be­en­det hat. Der Spa­nier hat­te in ei­nem In­ter­view bei „Sky 90“sei­ne Vor­wür­fe ge­gen die Bo­rus­sen er­neu­ert, der Klub tra­ge die Schuld an sei­nem Kar­rie­re­en­de. Da­her ließ sich Eberl, der bis da­hin nur kurz und knapp auf die Ein­las­sun­gen des Ver­tei­di­gers re­agiert hat­te, per Te­le­fon zu­schal­ten.

Vor al­lem stell­te er klar, dass sich der Klub durch­aus um Do­m­in­guez ge­küm­mert ha­be, die­ser aber meist un­ter­wegs war, um sich an­dern­orts be­han­deln zu las­sen. „Er woll­te nicht mehr von uns be­han­delt wer­den“, sag­te Eberl. Und: „Ei­ni­ge Din­ge, die er sagt, stim­men so nicht. Die Schuld bei uns kom­plett zu su­chen, da weh­re ich mich. So tra­gisch das al­les ist: Der Spie­ler hat auch für sich selbst Ver­ant­wor­tung. Es wird kein Spie­ler auf den Platz ge­schickt, ihm ge­sagt, du musst spie­len, wenn er nicht kann. Ein Spie­ler hat im­mer das Recht, nein zu sa­gen. Bis jetzt sa­gen Al­va­ro und sein Ope­ra­teur in Spa­ni­en, dass er In­va­li­de ist. Es muss ein ob­jek­ti­ver Gut­ach­ter fest- stel­len, dass es ei­ne In­va­li­di­tät gibt.“Der Ma­na­ger will künf­tig wei­te­re öf­fent­li­che De­bat­ten ver­mei­den und nun mit Do­m­in­guez selbst spre­chen.

Vor­her hat­te Glad­bachs Team die Tal­fahrt in der Bun­des­li­ga ge­stoppt. Ver­tei­di­ger Andre­as Chris­ten­sen er­ziel­te das 1:0-Sieg­tor ge­gen Mainz. Es ist ein Grund zum Durch­at­men, doch bleibt ein Aber. „Es sind da­durch nicht al­le Wun­den ge­heilt“, sag­te Eberl selbst, der nach wie vor in der Win­ter­pau­se ein aus­führ­li­ches Re­sü­mee zie­hen wird, um dann die Din­ge zu be­wer­ten. Je mehr Punk­te die Fuß­bal­ler bis da­hin noch er­wirt­schaf­ten, des­to bes­ser. Klar ist wohl, dass der Ka­der ver­stärkt wer­den soll, wenn der Markt et­was Brauch­ba­res her­gibt. Bes­ten­falls ei­nen Spie­ler mit Füh­rungs­qua­li­tä­ten.

Der Sieg ge­gen Mainz war der­weil ei­ner der kämp­fe­ri­schen Sor­te und recht frei von fuß­bal­le­ri­schen Ele­men­ten. Aber es gibt auch da­für drei Punk­te, und die tun den Glad­ba- chern sehr gut. Sie sam­mel­ten in die­sem Spiel eben­so vie­le Zäh­ler ein wie in den letz­ten acht Par­ti­en zu­sam­men. Das vor­ab zum ver­meint­li­chen Fi­na­le für Schu­bert er­wach­se­ne Spiel darf kein Unikat blei­ben, der Sieg muss am Sams­tag in Augs­burg und Di­ens­tag ge­gen Wolfs­burg un­ter­füt­tert wer­den mit wei­te­ren Punk­ten. Erst im Ge­samt­kon­text der Spie­le ist der Schluss mög­lich, ob nun ei­ne Trend­wen­de da ist.

Wäh­rend das Ta­ges- und zugleich Haupt­ge­schäft Bun­des­li­ga ei­ni­ger­ma­ßen un­be­stimmt ist, sind die an­de­ren Wett­be­wer­be zu­min­dest Geg­ner-tech­nisch fix: Am 7. Fe­bru­ar ist das Po­kal­spiel in Fürth, und seit ges­tern steht fest, dass sich die Bo­rus­sen in der Eu­ro­pa Le­ague auf den AC Flo­renz (16. und 23. Fe­bru­ar) freu­en dür­fen. Aber Flo­renz ist noch weit weg. Erst mal ist am Sams­tag das Spiel in Augs­burg. Dort tut sich Bo­rus­sia ge­wöhn­lich schwer. Das soll sich än­dern. Ge­übt in Auf­räum­ar­bei­ten ist sie ja. Das hat sich am Sonn­tag ge­zeigt.

FO­TO: DPA

Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bachs Sport­di­rek­tor Max Eberl.

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