Vor der Ge­walt ste­hen die Dro­hun­gen

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON EVA QUADBECK

Die zu­neh­men­de Be­reit­schaft in der Ge­sell­schaft, in Kon­flikt­si­tua­tio­nen zu be­lei­di­gen, zu dro­hen oder gar Ge­walt aus­zu­üben, ist alar­mie­rend. Ins­be­son­de­re wenn sol­che Wu­t­aus­brü­che Leh­rer, Ge­richts­voll­zie­her, Un­fall­hel­fer, Po­li­zis­ten oder an­de­re Amts­trä­ger tref­fen, darf es kei­ner­lei To­le­ranz ge­ben.

Das Ge­setz zu ver­schär­fen und den Per­so­nen­kreis, der Staat und Ge­mein­we­sen ver­tritt, da­mit be­son­ders zu schüt­zen, kann ein Bei­trag ge­gen den Trend zu­neh­men­der Ver­ro­hung sein. Doch noch viel wich­ti­ger ist ei­ne kon­se­quen­te Um­set­zung der Re­geln. Das schärfs­te Ge­setz nutzt nichts, wenn Be­lei­di­gun­gen, Dro­hun­gen und Ge­walt nicht auch kon­se­quent ge­ahn­det wer­den.

Die zu­neh­men­de Ge­walt wird man nur ein­däm­men kön­nen, wenn man beim De­likt Be­lei­di­gung an­setzt. Denn Be­lei­di­gun­gen be­rei­ten Weg für Ge­walt­ta­ten. Es be­darf zu­dem ei­ner ge­sell­schaft­li­chen An­stren­gung, die Be­lei­di­gung und Schlim­me­res äch­tet. Pö­beln und Dro­hen sind kei­ne Ka­va­liers­de­lik­te, Ge­walt ist es schon gar nicht. An­stand und das Ge­fühl da­für, was sich ge­hört und was nicht, wird man mit Ge­set­zen al­lein nicht ver­mit­teln kön­nen. Das geht am bes­ten von Mensch zu Mensch. BE­RICHT

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