Vor­bild Uni­credit

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON ANT­JE HÖNING

Ita­li­ens Ban­ken ha­ben lan­ge ge­schla­fen: Sie leis­ten sich ein Fi­li­al­netz, als gä­be es we­der Kon­kur­renz noch On­li­ne-Ban­king. Sie häuf­ten Mil­li­ar­den an fau­len Kre­di­ten auf, als hät­ten sie nichts aus der Fi­nanz­kri­se 2007 ge­lernt. In­zwi­schen sind sie ei­ne Be­dro­hung für den ita­lie­ni­schen Staat ge­wor­den und da­mit für die Eu­ro-Zo­ne. Ein Land wie Ita­li­en zu stüt­zen, das über die Ban­ken-Ret­tung ins Strau­cheln ge­rät, wür­de die Eu­ro-Zo­ne über­for­dern. Vor dem Hin­ter­grund ist es ei­ne gu­te Nach­richt, dass sich die Uni­credit nun am ei­ge­nen Schopf aus dem Sumpf zie­hen will. Sie streicht je­de zehn­te Stel­le und be­sorgt sich Mil­li­ar­den fri­sches Ka­pi­tal. Nor­ma­ler­wei­se knickt der Ak­ti­en­kurs dann ein, bei der Uni­credit sprang er hoch: Bes­ser selbst han­deln als wei­ter ab­zu­war­ten.

Rich­tig so, zu­mal Eu­ro­pa sei­ne Spiel­re­geln ge­än­dert hat: Be­vor Steu­er­zah­ler ei­ne Bank ret­ten, müs­sen erst mal ih­re Ei­gen­tü­mer ran. Dumm zwar, wenn dies Klein­an­le­ger sind wie bei der Bank Mon­te dei Pa­schi. Den­noch ist die Haf­tung der Ban­ken­uni­on ver­nünf­tig. Wenn ein Staat meint, sei­ne Klein­an­le­ger schüt­zen zu müs­sen, muss er es per So­zi­al­po­li­tik tun. BE­RICHT

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