Wie im Got­tes­staat

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON BEN­JA­MIN LASSIWE

An­hö­rer des Bun­des­am­tes für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf) un­ter­zie­hen Kon­ver­ti­ten, al­so Men­schen, die vom Is­lam zum Chris­ten­tum über­ge­tre­ten sind, ei­nem re­gel­rech­ten Glau­ben­s­ex­amen. Ein ei­gent­lich un­ge­heu­er­li­cher Vor­gang: Denn selbst wenn es um die Fra­ge geht, ob sich je­mand nur tau­fen ließ, um bes­se­re Chan­cen auf Asyl zu be­kom­men – was ein Mensch glaubt oder von sei­nem Glau­ben weiß, geht den Staat nichts an.

Es ist ein Zei­chen un­se­rer frei­heit­li­chen De­mo­kra­tie, dass man Christ sein kann, oh­ne die zehn Ge­bo­te, das Ge­burts­da­tum Lu­thers oder die Bar­mer Theo­lo­gi­sche Er­klä­rung aus­wen­dig zu kön­nen. Si­cher wä­re es schö­ner, ver­staub­te die Bi­bel bei den meis­ten Men­schen nicht un­ge­le­sen im Re­gal. Aber aus gu­ten Grün­den ver­zich­ten selbst die Kir­chen in Deutsch­land dar­auf, dar­über zu ur­tei­len, wer denn nun ein ech­ter Christ ist. Die Ant­wort auf die­se Fra­ge liegt al­lein bei Gott. Al­le Ir­di­schen und so­mit auch das Bamf soll­ten sich mit der Vor­la­ge ei­nes Tauf­scheins be­gnü­gen. Denn sonst gli­che Deutsch­land in dem Punkt bald ei­nem Got­tes­staat. BE­RICHT

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