IHK: Stadt muss Aus­ga­ben in den Griff krie­gen

Heu­te be­schließt der Rat das Fi­nanz­pa­ket für 2017. IHK und Jun­ge Uni­on ru­fen zu wei­te­ren Ein­spa­run­gen auf.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON ANDRE­AS GRUHN

Be­vor die Po­li­ti­ker der Rats­frak­tio­nen heu­te den Haus­halt be­schlie­ßen, hat die In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Mitt­le­rer Nie­der­rhein die Rats­mit­glie­der zu Spar­sam­keit auf­ge­ru­fen. Die Stadt müs­se drin­gend ih­re Aus­ga­ben in den Griff krie­gen, um 2018 ei­nen aus­ge­gli­che­nen Haus­halt vor­le­gen zu kön­nen – was sie als Stär­kungs­pakt­kom­mu­ne muss. „Ge­schieht dies nicht, be­fürch­ten wir für das kom­men­de Jahr wie­der Steu­er­er­hö­hungs­de­bat­ten“, sagt IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Jür­gen St­ein­metz.

Die IHK ver­weist dar­auf, dass die Aus­ga­ben für 2017 auf 1,015 Mil­li­ar- den Eu­ro ge­stie­gen sind. 2013 wa­ren für die­ses Jahr aber nur Aus­ga­ben in Hö­he von 885 Mil­lio­nen Eu­ro vor­ge­se­hen. Und im Haus­halts­plan 2016 war für 2018 noch ein Plus in Hö­he von 3,9 Mil­lio­nen Eu­ro ein­ge­plant, tat­säch­lich sind es jetzt nur noch 950.000 Eu­ro. „Al­les in al­lem ist der Ri­si­ko­puf­fer zu knapp, um wirk­lich si­cher­zu­stel­len, dass die Stadt auch in zwölf Mo­na­ten noch ei­nen Haus­halts­aus­gleich für das Jahr 2018 dar­stel­len kann. Die der­zei­ti­ge Pla­nung ist sehr ris­kant“, er­klärt St­ein­metz. IHK-Prä­si­dent Heinz Schmidt be­tont: „Die­se Ent­wick­lung zeigt, dass das sein­er­zeit for­mu­lier­te Ziel, den Kon­so­li­die­rungs­pro­zess auch über die Auf­wen­dun­gen zu be­strei­ten, nicht wie ge­wünscht er­reicht wur­de.“Des­halb sei es an der Zeit, den Haus­halt über Ein­spa­run­gen aus­zu­glei­chen. Fi­nanz­wis­sen­schaft­ler Pro­fes­sor Ha­rald Schoelen von der Hoch­schu­le Nie­der­rhein warnt: „Die Per­spek­ti­ve, dass das ge­wünsch­te Sa­nie­rungs­er­geb­nis er­zielt wird, ist heu­te noch gut. Da­für ist al­ler­dings die har­te Ar­beit für ei­ne struk­tu­rel­le Kon­so­li­die­rung wei­ter not­wen­dig.“

In un­ge­wöhn­lich har­ten Wor­ten hat auch die Jun­ge Uni­on den Haus­halts­sa­nie­rungs­plan kri­ti­siert: Die­ser sei Be­trug am Bür­ger, ins­be­son­de­re der jün­ge­ren Ge­ne­ra­ti­on. „Die Auf­wen­dun­gen stei­gen je­des Jahr an“, sagt der JU-Kreis­vor­sit­zen­de Si- mon Schmitz. „Was pas­siert, wenn die Zin­sen auf ein­mal wie­der stei­gen? Was ist, wenn die Steu­er­ein­nah­men wie­der sin­ken? Der HSP kann ma­xi­mal We­ge und Op­tio­nen auf­zei­gen, was er aber nicht schafft, ist die viel­fäl­ti­gen Struk­tur­pro­ble­me zu lö­sen, die Mön­chen­glad­bach hat.

FO­TO: DET­LEF ILGNER (AR­CHIV)

IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Jür­gen St­ein­metz.

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