Ei­ne Rei­se zum Traum­be­ruf

Die Hand­werks­kam­mer Düs­sel­dorf hat den 18-jäh­ri­gen At­ha­na­si­os Ze­ki­os aus dem Au­to­haus Lam­par­ter aus­ge­zeich­net. Mit 16 hat er sei­ne grie­chi­sche Hei­mat ver­las­sen, weil er dort kaum Chan­cen sah, sei­nen Traum zu ver­wirk­li­chen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON EVA BA­CHES

At­ha­na­si­os Ze­ki­os hat ein ge­win­nen­des We­sen. Wenn er lacht, lacht sein gan­zes Ge­sicht mit, und man kann ei­gent­lich nur mit­lä­cheln. Der Stolz ist ihm deut­lich an­zu­se­hen, und er hat auch al­len Grund da­zu: Die Hand­werks­kam­mer Düs­sel­dorf wähl­te zu­sam­men mit den elf Kreis­hand­wer­ker­schaf­ten aus dem ge­sam­ten Kam­mer­ge­biet den Lehr­ling des Mo­nats aus, und im No­vem­ber fiel die Wahl auf den jun­gen Aus­zu- At­ha­na­si­os Ze­ki­os Aus­zu­bil­den­der bil­den­den zum Kfz-Mecha­tro­ni­ker aus dem Mön­chen­glad­ba­cher Mer­ce­des-Au­to­haus Her­mann Lam­par­ter. „Wer im Hand­werk ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung durch­lau­fen hat, der weiß nicht nur et­was, son­dern kann be­reits vie­les. Ich freue mich, dass wir in At­ha­na­si­os Ze­ki­os ei­ne Per­sön­lich­keit aus­zeich­nen, die genau die­sen klas­si­schen hand­werk­li­chen Kar­rie­re- und Auf­stiegs­weg als at­trak­tiv er­kannt hat“, sag­te Andre­as Eh­lert, Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer Düs­sel­dorf, der zu­sam­men mit Kreis­hand­werks­meis­ter Frank Mund ne­ben der Ur­kun­de auch ei­ne Uhr über­reich­te.

Mit 16 Jah­ren ver­ließ Ze­ki­os sei­ne grie­chi­sche Hei­mat in der Nä­he von Kor­fu. Er woll­te ei­ne bes­se­re Zu­kunft für sich, und die sah er in Grie­chen­land nicht. Mo­to­ren und Ge­trie­be sind sei­ne Lei­den­schaft. „Au­tos und Mo­tor­rä­der sind toll. Ich ha­be mit mei­nem Va­ter oft an Au­tos und un­se­rem Old­ti­mer ge­ar­bei­tet“, er­zählt er und strahlt. Doch in Grie­chen­land in die­sem Be­reich ei­nen Aus­bil­dungs­platz und ei­ne ech­te Per­spek­ti­ve zu be­kom­men, sei sehr schwer.

In der zehn­ten und elf­ten Klas­se mach­te er ei­ne Klas­sen­fahrt über die Schweiz nach Deutsch­land, das Land ge­fiel dem jun­gen Grie­chen so­fort. Der 18-Jäh­ri­ge frag­te sei­ne Tan­te und sei­nen On­kel, die in Vier­sen le­ben, wie die Chan­cen stün­den, in Deutsch­land ei­ne Aus­bil­dung zu ma­chen. Es wur­de klar, dass er hier bes­se­re Aus­sich­ten ha­ben wür­de. Er nahm sein Le­ben in die Hand und ent­schloss sich, nach Deutsch­land zu ge­hen. Auch von sei­ner Fa­mi­lie zu Hau­se be­kam er Rück­halt für sei­ne Ent­schei­dung.

„Es war kei­ne ein­fa­che Ent­schei­dung. Ich te­le­fo­nie­re je­den Tag mit mei­nen El­tern. Als ich mei­ner Mut­ter von dem Preis er­zählt ha­be, hat sie so­gar ge­weint“, er­zählt der mitt­ler­wei­le 18-Jäh­ri­ge. Nach sechs Mo­na­ten bei sei­ner Tan­te wohnt er nun in sei­ner ei­ge­nen Woh­nung und hilft sei­nem Cou­sin im Re­stau­rant, um sei­ne Deutsch­kennt­nis­se wei­ter zu ver­bes­sern.

„Sei­ne Be­wer­bung hat uns so­fort in­ter­es­siert. Ein 16-Jäh­ri­ger, der sei­ne Hei­mat auf­grund der schwie­ri­gen Ar­beits­markt­ver­hält­nis­se ver­lässt, um sei­ne Zu­kunft hier selbst in die Hand zu neh­men, der sich mit gu­ten Sprach­kennt­nis­sen und selbst­be­wusst bei uns vor­stellt und beim Pro­be­prak­ti­kum auch noch fach­lich über­zeugt, der muss uns in­ter­es­sie­ren“, sag­te Fir­men­chef Tho­mas Lam­par­ter. Nach ei­nem knap­pen hal­ben Jah­ren Ein­stiegs­Qua­li­fi­zie­rung hat er das „Aus­nah­me­ta­lent“di­rekt ins zwei­te Lehr­jahr ein­stei­gen las­sen. Für sei­ne Zu­kunft nach der Aus­bil­dung hat Ze­ki­os schon Plä­ne: „Ich möch­te mei­nen Meis­ter ma­chen“, sagt er selbst­be­wusst.

„Das sind genau die Fäl­le, die El­tern, Leh­rern und der Po­li­tik si­gna­li­sie­ren kön­nen: Das Hand­werk ist ers­te Adres­se, wenn es um be­ruf­li­che In­te­gra­ti­on geht“, sag­te Eh­lert. „Kein an­de­rer Wirt­schafts­be­reich bie­tet in ver­gleich­ba­rem Um­fang Ein- und Auf­stiegs­mög­lich­kei­ten für jun­ge Men­schen, die an­ders­wo kaum ei­ne Chan­ce ha­ben.“Mund ver­band sei­ne Gra­tu­la­ti­on mit ei­ner Wür­di­gung des Aus­bil­dungs-En­ga­ge­ments von Tho­mas Lam­par­ter, des­sen Werk­statt- und Au­to­han­dels­un­ter­neh­men in den letz­ten 25 Jah­ren 150 jun­ge Men­schen aus­ge­bil­det hat; ak­tu­ell sind von den 91 Mit­ar­bei­tern 24 Aus­zu­bil­den­de.

„Ich ha­be mit mei­nem Va­ter oft an Au­tos und un­se­rem Old­ti­mer ge­ar­bei­tet“

FO­TOS: DET­LEF ILGNER, JÖRG KNAP­PE

At­ha­na­si­os Ze­ki­os schraubt in der Werk­statt von Mer­ce­des Lam­par­ter an ei­nem Mo­tor. Der Glad­ba­cher ist im Kam­mer­be­zirk Düs­sel­dorf zum Lehr­ling des Mo­nats ge­kürt wor­den.

Kreis­hand­werks­meis­ter Frank Mund, Bür­ger­meis­ter Micha­el Schroeren, At­ha­na­si­os Ze­ki­os, Tho­mas Lam­par­ter und Kam­mer­prä­si­dent Andre­as Eh­lert (v.l.).

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