An­zei­gen!

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MICHA­EL BRÖCKER

Der Fall des SPD-Chefs aus Bocholt muss ei­ne de­mo­kra­ti­sche Ge­sell­schaft auf­rüt­teln. Es kann nicht sein, dass der Rechts­staat imNetz ein zahn­lo­ser Ti­ger ist. Wer je­man­den als „Ju­den­ge­sicht“oder „Hu­ren­sohn“dif­fa­miert oder dar­über schwa­dro­niert (wie in Bocholt ge­sche­hen), dass die ge­sam­te Stadt­ver­wal­tung „ver­gast wer­den“müs­se, muss Kon­se­quen­zen spü­ren. Si­cher, in der Bahn, in der Kn­ei­pe wa­gen die Het­zer kaum sol­che Be­lei­di­gun­gen. Doch die un­sicht­ba­re Mau­er des In­ter­nets macht es für die Op­fer nicht er­träg­li­cher.

Des­halb ist jetzt mehr als Em­pö­rung ge­fragt. Es braucht ein be­herz­tes Ein­grei­fen der Op­fer und Mit­wis­ser – sprich: An­zei­gen! – und der Po­li­tik, die Rah­men­be­din­gun­gen set­zen und das Straf­maß für Be­lei­di­gun­gen und Be­dro­hun­gen not­falls an­pas­sen müs­sen.

An die­ser Stel­le ist schon frü­her vom Auf­stand der An­stän­di­gen ge­schrie­ben wor­den, den Po­pu­lis­ten der Mit­te, die wir jetzt brau­chen, um mit Lei­den­schaft und Klar­heit – im Netz oder an­ders­wo – für Re­spekt ein­zu­tre­ten. Es gibt aber eben auch Fäl­le, wo nur noch die ei­ser­ne Hand des Rechts­staats hilft. BE­RICHT

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