„Toch­ter Zi­on“

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR -

Manch ver­schlun­ge­ne We­ge legt ein Lied zu­rück, bis es in der Kir­che ge­sun­gen wird. „Toch­ter Zi­on“ist ein Bei­spiel. Hier zün­de­te zu­erst die mit­rei­ßen­de Mu­sik Hän­dels, erst viel spä­ter folg­te der geist­li­che Text. Der in Groß­bri­tan­ni­en zu Ruhm ge­lang­te Zeit­ge­nos­se Bachs ver­wer­te­te sei­ne Me­lo­die gleich mehr­fach, so auch in sei­nem Werk über den jü­di­schen Frei­heits­kämp­fer Ju­das Macc­a­bä­us von 1751. Es wur­de zum mu­si­ka­li­schen Hym­nus auf ei­nen Sieg der bri­ti­schen Kro­ne im Kampf ge­gen die Ja­ko­b­iten 1746. Das be­kann­te Ad­vents­lied ent­stand je­doch erst in den 1820-er Jah­ren, wur­de dann al­ler­dings po­pu­lär und fand durch Manns „Bud­den­brocks“so­gar Ein­gang in die Li­te­ra­tur. Der Theo­lo­ge Fried­rich Hein­rich Ran­ke hat­te den Text auf Hän­dels Me­lo­die in An­leh­nung an ei­nen Satz des Pro­phe­ten Sach­ar­ja ge­schrie­ben.

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