Ers­ter Elek­tro­bus könn­te 2019 fah­ren

NEW-Vor­stand Armin Marx kann sich ers­te Elek­tro­bus­pro­jek­te in Mön­chen­glad­bach auf ein­zel­nen Li­ni­en be­reits in drei Jah­ren vor­stel­len. So­bald der Nah­ver­kehrs­plan be­schlos­sen ist, will die NEW das Vor­ha­ben for­cie­ren.

Rheinische Post Moenchengladbach - - GESELLSCHAFT - VON ANDRE­AS GRUHN

Der 15. Ok­to­ber 1974 war ein Fest­tag für den Öf­fent­li­chen Per­so­nen­Nah­ver­kehr in Mön­chen­glad­bach. An je­nem Tag nah­men die Stadt­wer­ke Mön­chen­glad­bach da­mals die ers­te „bat­te­rie-elek­tri­sche Bus­li­nie der Welt“in Be­trieb. Die Var­ta-Bat­te­rie la­ger­te in ei­nem An­hän­ger, und der ers­te Wa­gen, der zwi­schen Oh­ler und Vier­sen nur mit elek­tri­schem Strom fuhr, war mit ei­ner Gir­lan­de ge­schmückt. Jahr­zehn­te ist das her, doch die Elek­tro­bus­se sol­len wie­der kom­men – und zwar schon in we­ni­gen Jah­ren. „Wenn wir das The­ma ab 2018 pro­jek­tie­ren, dann könn­te es spä­tes­tens 2019 den ers­ten Elek­tro­bus in Mön­chen­glad­bach ge­ben. Das hal­te ich für rea­lis­tisch“, sagt NEW-Vor­stand Armin Marx im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on. „Wir wer­den an ein­zel­nen Li­ni­en Elek­tro­bus-Pro­jek­te tes­ten. Da­mit be­fas­sen wir uns in­ten­siv, wenn der Nah­ver­kehrs­plan ent­schie­den ist.“

Der Plan wird der­zeit er­ar­bei­tet und ist die Grund­la­ge da­für, dass die Stadt den Nah­ver­kehr ab 2019 wei­ter di­rekt an die NEW ge­ben darf und nicht öf­fent­lich aus­schrei­ben muss. Die Glad­ba­cher Grü­nen for­der­ten zu­letzt ges­tern im Rat, die NEW sol­le zu­sam­men mit der Ver­wal­tung ein Kon­zept er­ar­bei­ten, wie die ge­sam­te Bus­flot­te (im­mer­hin gut 200 Fahr­zeu­ge in Mön­chen­glad­bach) in­ner­halb von fünf Jah­ren von Die­sel- auf Elek­tro­an­trieb um­ge­stellt wer­den kann. Die­ses Vor­ha­ben der Grü­nen schei­ter­te schon im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss an der Mehr­heit. Auch NEW-Vor­stand Marx hält es für un­rea­lis­tisch: „Im Mo­ment be­trägt die In­ves­ti­ti­on ei­nes Elek­tro­bus­ses das Zwei- bis Drei­fa­che ei­nes nor­ma­len Bus­ses, das ist für ei­ne ge­sam­te Flot­te noch uto­pisch. Zu­mal es sich noch um Pro­to­ty­pen han­delt und auch För­de­run­gen bis­her Mo­dell­pro­jek­te sind.“Er rech­net mit ei­nem drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag, der für die Er­neue­rung der ge­sam­ten Bus­flot­te so­wie der er­for­der­li­chen Lad­ein­fra­struk­tur in­ves­tiert wer­den müss­te. Da­zu ge­hö­ren nicht nur La­de­sta­tio­nen im Li­ni­en­netz, son­dern auch Mit­tel­span­nungs­an­la­gen. Ein Bus­bahn­hof kä­me künf­tig oh­ne sehr statt­li­che Strom­ver­sor­gung nicht mehr aus. „Das kann man nur auf der Grund­la­ge ei­nes sinn­vol­len Ge­samt­kon­zep­tes schritt­wei­se um­set­zen.“

Und da­zu ge­hört für den An­fang ein Pro­jekt mit auf ei­ner oder ei­ni­gen we­ni­gen ein­zel­nen Li­ni­en fah­ren­den Elek­tro­bus­sen. Mög­lich wä­re zum Bei­spiel ein Test­pro­jekt auf der Hin­den­burg­stra­ße, wo nur ei­ne ge­rin­ge Dis­tanz be­wäl­tigt wer­den müss­te. Ähn­li­ches wird in Städ­ten wie Müns­ter oder Bonn be­reits ge­tes­tet – al­ler­dings mit fi­nan­zi­el­ler Un­ter­stüt­zung der EU. We­der für Reich­wei­ten noch Ener­gie­spei­cher andre­as.gruhn@rhei­ni­sche-post.de (und de­ren Ge­wicht) und La­de­tech­ni­ken (per Ka­bel, Strom­ab­neh­mer auf dem Dach oder per La­de­arm an der Sei­te) ha­ben sich bis­her Stan­dards durch­ge­setzt – sie wer­den gera­de erst ent­wi­ckelt. Marx be­tont, die NEW be­ob­ach­te die­se Ent­wick­lung sehr ge­nau: „Wir be­schäf­ti­gen uns in­ten­siv mit Elek­tro­bus­sen. Elek­tro­mo­bi­li­tät ist ein Rie­sen­markt, den wir als kom­mu­na­ler Ver­sor­ger auch be­set­zen wol­len.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.