Etat: Nur noch sechs Mil­lio­nen neue Schul­den

Sehr un­ter­schied­lich be­wer­ten die Par­tei­en den Haus­halt, der ges­tern im Rat ver­ab­schie­det wur­de. Die CDU ver­weist auf vie­le um­ge­setz­te Zie­le. Die SPD be­tont die so­zia­le Hand­schrift. FDP, Lin­ke und Grü­ne be­män­geln aus ih­rer Sicht un­nö­ti­ge Pro­jek­te.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES -

Die Schlag­zei­len, die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Hans Pe­ter Schle­gel­milch ein­gangs sei­ner Haus­halts­re­de vor­las, hät­ten aus ei­ner ak­tu­el­len Wer­be­bro­schü­re kom­men kön­nen. Aber sie stam­men aus Fach­zeit­schrif­ten und Sta­tis­ti­ken und ha­ben ei­nen Te­nor: Mön­chen­glad­bach steht so gut da wie seit Jahr­zehn­ten nicht. Mit Blick auf „Nörg­ler und Zweif­ler“auch bei Grü­nen, Lin­ken und FDP sag­te er: „Ja, Sie ha­ben die selbst ge­wähl­te Auf­ga­be dar­auf hin­zu­wei­sen, wo die Din­ge nicht rund lau­fen. Aber Sie soll­ten die Rea­li­tät nicht aus den Au­gen ver­lie­ren: Es geht auf­wärts! Das dür­fen Sie ru­hig ein­mal sa­gen.“

Weil Mön­chen­glad­bach längst nicht mehr „Schlumpf­hau­sen“ist, ging Schle­gel­milch aus­führ­lich auf die Leis­tun­gen ein, die den Um­schwung be­wirkt ha­ben: die Leit­idee von „MG+ Wach­sen­de Stadt“, das Be­har­ren der CDU auf „Si­cher­heit und Sau­ber­keit“mit der Grün­dung der Stadt­toch­ter Mags und vor al­lem – die „Leis­tungs­be­reit­schaft und Mo­ti­va­ti­on“der Glad­ba­cher. „Sie ist sen­sa­tio­nell“, sag­te Schle­gel­milch und hob her­vor, wel­chen An­teil sei­ne Par­tei da­ran hat: „Der Bei­trag, den wir zu­sam­men mit vie­len an­de­ren in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren ge­leis­tet ha­ben, be­steht da­rin, dass wir den Men­schen ein Selbst­ver­trau­en in sich und ihr Le­bens­um­feld zu­rück­ge­ge­ben ha­ben. Das Ver­mit­teln die­ses Selbst­be­wusst­seins – das ist die ei­gent­li­che Leis­tung der CDU-Frak­ti­on zu­sam­men mit der SPD.“Und er meint er­kannt zu ha­ben, dass die „Men­schen in die­ser Stadt die Art und Wei­se ho­no­rie­ren, wie wir bis­her in die­ser Rats­pe­ri­ode zu­sam­men­ge­ar­bei­tet ha­ben“.

Aber es kam auch Kri­tik. Un­ter an­de­rem am Stär­kungs­pakt, den der Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner SPD oft­mals glo­ri­fi­zie­re: Schle­gel­milch wies dar­auf hin, dass „je­de noch so klei­ne Ver­schlech­te­rung, je­de noch so klei­ne Del­le in der Wirt­schaft“der Stadt er­heb­li­che Pro­ble­me brin­gen und den Haus­halts­aus­gleich ge­fähr­den kann. Da­von wol­len sich CDU und SPD nicht brem­sen las­sen: Als Schwer­punk­te der Ar­beit im kom­men­den Jahr nann­te er Kin­der­gär­ten und Schu­len, ei­ne Si­che­rung des Ni­veaus im Kul­tur­be­reich und den Ver­kehr mit der Stär­kung des ÖPNV und der „Ver­bes­se­rung der Fahr­rad­freund­lich­keit“. web-

Für Fe­lix Hein­richs ist es die Nach­richt des Jah­res: Die Stadt ist „nur noch sechs Mil­lio­nen Eu­ro von ei­nem aus­ge­gli­che­nen Haus­halt ent­fernt“, der 2018 er­reicht wer­den soll. Die­ser Er­folg sei nur durch den Stär­kungs­pakt mög­lich ge­we­sen. Und er be­tont: „Ge­büh­ren und Steu­ern blei­ben un­ver­än­dert sta­bil.“Der SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de ging in sei­ner Haus­halts­re­de auf die Pro­jek­te ein, die CDU und SPD im kom­men­den Jahr in An­griff neh­men wol­len: ei­ne Ver­bes­se­rung der Si­tua­ti­on in der Alt­stadt („Wir müs­sen deut­lich ma­chen, dass auch die Wald­hau­se­ner Stra­ße und der Be­reich um die Ci­ty-Kir­che kei­ne rechts­frei­en Räu­me sind“), ei­ne Stra­te­gie, um die Zahl von Ju­gend­li­chen oh­ne Schul­ab­schluss zu sen­ken, An­ge­bo­te im Quar­tier für al­le Ge­ne­ra­tio­nen, bes­se­re Rad­we­ge und ein ver­bes­ser­tes Bus­sys­tem, ein neu­es Fried­hofs­kon­zept und ei­ne Lö­sung für die Un­ter­brin­gung des Ar­beits­lo­sen­zen­trums – al­ler­dings mit nur zwei­jäh­ri­ge Ver­län­ge­rung der Ver­trags­lauf­zeit.

Ganz oben auf der Agen­da des nächs­ten Jah­res setzt die GroKo den Um­bau der Woh­nungs­ge­sell­schaf- ten GWSG und Kreis­bau. „Wir wer­den kla­re Zie­le for­mu­lie­ren, wel­che Auf­ga­ben zu­künf­tig von der ei­nen schlag­kräf­ti­gen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft er­füllt wer­den sol­len“, sag­te Hein­richs und ließ durch­bli­cken, wo­hin die Rei­se ge­hen soll: „Wir wol­len bei gro­ßen Pro­jek­ten in der Stadt selbst mit­mi­schen und Wohn­an­ge­bo­te für brei­te Schich­ten der Be­völ­ke­rung schaf­fen.“Er hob da­bei ei­ne „so­zia­le Stadt­ent­wick­lung“her­vor – mit so­zia­lem Woh­nungs­bau und An­ge­bo­ten für „Stu­die­ren­de, Be­rufs­an­fän­ger, Al­lein­er­zie­hen­de und äl­te­re Men­schen“. Hein­richs war er­kenn­bar wich­tig, die Un­ter­schie­de zwi­schen SPD und CDU zu be­to­nen. Er lob­te die Rol­le der Lan­des­re­gie­rung, die Be­deu­tung der Am­pel-Zeit, setz­te auch beim The­ma Ar­beits­lo­sen­zen­trum ei­ge­ne Ak­zen­te. Das ge­plan­te neue Rat­haus in Rhe­ydt sei für CDU und SPD kein Pres­ti­ge-Pro­jekt: „Stadt­Mit­ar­bei­ter sol­len sich hier wohl­füh­len, Bür­ger schnell und ser­vice­ori­en­tiert be­dient wer­den.“Der SPD-Po­li­ti­ker kün­dig­te au­ßer­dem an, dass die Bür­ger über ein Müll­ab­fuhr­sys­tem ab­stim­men wer­den, wenn neue Fak­ten zur Ge­büh­ren­ent­wick­lung vor­lie­gen. web-/jü­ma

RP-AR­CHIV: RAUPOLD

Fe­lix Hein­richs (SPD): Mehr so­zia­len Woh­nungs­bau.

RP-AR­CHIV: RAUPOLD

Hans Pe­ter Schle­gel­milch (CDU): Mehr Selbst­be­wusst­sein.

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