Der Mann, der ganz Rhe­ydt be­schallt

Tho­mas Wim­mer ist Mu­si­ker und Er­zie­her. Mit sei­nen sin­gen­den Ki­ta-Kin­dern, den „Man­do­li­nis“, tritt er auf dem Weih­nachts­markt auf. Für sein El­tern-Kin­der-Pro­jekt „Ro­cken auf So­cken“be­kommt er jetzt so­gar ei­ne För­de­rung.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALE KULTUR - VON IN­GE SCHNETTLER

Sei­ne Ener­gie ist über­wäl­ti­gend. Wenn Tho­mas Wim­mer re­det, wenn ihm die Wor­te nur so aus dem Mund pur­zeln, wenn er mit klei­nen und gro­ßen Ges­ten sei­ne Bot­schaf­ten be­kräf­tigt, ist klar: Da sitzt ei­ner, der durch und durch mo­ti­viert ist, der ge­nau weiß, was er will – und wie er sei­ne Ide­en um­set­zen kann. Näm­lich hier und jetzt – und mit echt viel Freu­de. Der 30-Jäh­ri­ge ist in Rhe­ydt ge­bo­ren, er ar­bei­tet seit 2013 als Er­zie­her im Rhe­ydter Fa­mi­li­en­zen­trum Mum­mi – und er ist Mu­si­ker. Sein Be­ruf und sei­ne Be­ru­fung pas­sen au­ßer­or­dent­lich gut zu­sam­men. In der Kin­der­ta­ges­stät­te mo­ti­viert er die Mäd­chen und Jun­gen zum Sin­gen und Mu­si­zie­ren. Und seit ei­ni­ger Zeit be­schallt er ganz Rhe­ydt. „Mein Va­ter ist Mu­si­ker, er hat mich schon früh ge­prägt“, sagt Tho­mas Wim­mer.

Zwei­mal ist er be­reits mit sei­nen „Man­do­li­nis“auf dem Rhe­ydter Weih­nachts­markt auf­ge­tre­ten. Am kom­men­den Sonn­tag und am 23. De­zem­ber gibt es Zu­satz­ter­mi­ne, „weil un­se­re Mu­sik den Leu­ten so gut ge­fal­len hat“. Die Man­do­li­nis: Das sind drei- bis sechs­jäh­ri­ge Kin­der aus der Ki­ta. Bei den Auf­trit­ten wer­den aber auch Mäd­chen und Jun­gen aus den Zu­schau­er­rei­hen er­mun­tert, auf die Büh­ne zu kom­men. „Das klappt her­vor­ra­gend.“Tho­mas Wim­mer weiß, wie wohl­tu­end das Sin­gen und Mu­si­zie­ren ist: „Es re­gu­liert den Kreis­lauf, lässt das Herz gleich­mä­ßig schla­gen, wirkt auf Kopf, Kör­per und Geist.“

Die­se Er­fah­rung macht er auch in sei­nem Be­ruf. „So­bald ich mei­ne Gi­tar­re neh­me, wird’s ru­hig.“Beim Sin­gen ent­span­nen die Kin­der. „Vie- le kom­men mor­gens schon ge­stresst in den Kin­der­gar­ten.“Sin­gen macht aber noch viel mehr: „Es för­dert die Spra­che, es macht Spaß, es ver­schafft Er­folgs­er­leb­nis­se, und Sin­gen – zu­mal in der Grup­pe – gibt Si­cher­heit und för­dert das Selbst­be­wusst­sein.“

Ir­gend­wann wur­de Tho­mas Wim­mer von El­tern an­ge­spro­chen. „Sie hat­ten ge­merkt, dass ih­re Kin­der im­mer mehr zu Hau­se san­gen – auch Lie­der, die den Müt­tern und Vä­tern un­be­kannt wa­ren.“Kur­zer­hand lud er die El­tern zum Mit­sin­gen ein. Dar­aus ent­stand der mu­si­ka­li­sche Sing­kreis für El­tern und Kin­der in Rhe­ydt. Und weil in dem Kreis nicht nur ge­sun­gen, son­dern auch ge­sprun­gen wird, nennt Tho­mas Win­ter das Pro­jekt „Ro­cken auf So­cken“. Da­für hat er jetzt so­gar 900 Eu­ro aus dem För­der­topf „So­zia­le Stadt Rhe­ydt“be­kom­men.

Und jetzt hat Tho­mas Wim­mer in sei­nem Heim­stu­dio die ers­te CD mit den Man­do­li­nis auf­ge­nom­men. „Best of“heißt die­se, und es sind so wun­der­schö­ne Lie­der zu hö­ren wie „Die Af­fen ra­sen durch den Wald“, „Ich bin ein di­cker Tanz­bär“, „Drei Chi­ne­sen mit dem Kon­tra­bass“und „Al­le Vö­gel sind schon da“.

Wim­mer spielt ne­ben­bei auch noch in ei­ner Rock­band. „Die Lie­der ste­hen, die Be­set­zung ist klar“, sagt er. „Aber wir ha­ben noch kei­nen Na­men ge­fun­den, kön­nen des­halb auch noch nicht auf­tre­ten.“Tho­mas Wim­mer lacht, er strahlt, und sei­ne Ener­gie ist über­wäl­ti­gend. Wird schon al­les klap­pen.

Die Ter­mi­ne: Am Sonn­tag, 18. De­zem­ber, 14 bis 15 Uhr, und am Frei­tag, 23. De­zem­ber, 16 bis 17 Uhr, tre­ten die Man­do­li­nis auf dem Weih­nachts­markt in Rhe­ydt auf. Hin­ge­hen – mit­sin­gen – freu­en!

FLÖTENTÖNE

RP-FOTO: DET­LEF ILGNER

Tho­mas Wim­mer mit dem Nach­bau der Yes­ter­day-Gi­tar­re von Paul McCart­ney. Sei­ne Be­geis­te­rung für Mu­sik teilt er gern mit Kin­dern und Er­wach­se­nen. Am Sonn­tag tritt er mit sei­ner Kin­der-Trup­pe „Die Man­do­li­nis“auf dem Rhe­y­ter Weih­nachts­markt auf.

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