De Mai­ziè­re kri­ti­siert grie­chi­sche Be­hör­den

Mord­fall Ma­ria: Sor­ge we­gen wei­te­rer Flücht­lin­ge mit Vor­stra­fen im Aus­land.

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE -

BERLIN (may-) An­ge­sichts des grie­chi­schen Be­hör­den­ver­sa­gens im Mord­fall der Frei­bur­ger Stu­den­tin Ma­ria sorgt sich die Uni­on, dass wei­te­re straf­fäl­li­ge Per­so­nen un­ent­deckt als Flücht­lin­ge nach Deutsch­land ge­kom­men sein könn­ten. „Die grie­chi­schen Be­hör­den müs­sen rasch die Fra­ge be­ant­wor­ten, ob es noch wei­te­re, ähn­lich ge­la­ger­te Fäl­le gibt“, sag­te Uni­ons-In­nen­ex­per­te Ste­phan May­er un­se­rer Re­dak­ti­on.

Wie Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) be­stä­tig­te, ist die Iden­ti­tät des drin­gend tat­ver­däch­ti­gen af­gha­ni­schen Flücht­lings zwei­fels­frei ge­klärt. Es sei der­sel­be jun­ge Mann, der 1994 in Grie­chen­land we­gen ver­such­ten Mor­des an ei­ner 20-jäh­ri­gen Stu­den­tin zu zehn Jah­ren Frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt wor­den war. Die Frau über­leb­te schwer ver­letzt, nach­dem der Tä­ter sie auf Kor­fu ei­ne Steil­küs­te hin­ab­ge­wor­fen hat­te. In Frei­burg soll der als Flücht­ling ein­ge­reis­te, an­geb­lich 17-jäh­ri­ge Mann ei­ne 19-jäh­ri­ge Stu­den­tin ver­ge­wal­tigt und er­mor­det ha­ben.

Scharf kri­ti­sier­te de Mai­ziè­re, dass die grie­chi­schen Be­hör­den den nach an­dert­halb Jah­ren auf Be­wäh­rung frei­ge­las­se­nen Tä­ter nur na­tio­nal zur Fahn­dung aus­schrie­ben, nach­dem er den Mel­de­auf­la­gen nicht nach­ge­kom­men war. „Das ist ein sehr är­ger­li­cher Vor­gang“, sag­te der Mi­nis­ter. Hät­ten die Grie­chen ihn in die in­ter­na­tio­na­le Fahn­dung ge­ge­ben, wä­re auch das Asyl­ver­fah­ren in Deutsch­land an­ders ge­lau­fen. Ein Da­ten­ab­gleich hat­te En­de 2015 kei­nen Tref­fer er­ge­ben.

Bun­des­in­nen­mi­nis­ter de Mai­ziè­re sieht sich durch den Fall in sei­ner For­de­rung be­stä­tigt, die „ge­trenn­ten Da­ten­töp­fe in Eu­ro­pa“end­lich zu­sam­men­zu­füh­ren. Das müs­se auch für die Straf­re­gis­ter gel­ten. Es sei nun Zeit für die Jus­tiz­mi­nis­ter in Eu­ro­pa, sich da­mit zu be­fas­sen. CSU-Po­li­ti­ker May­er be­klag­te zu­dem, dass der­zeit in den Straf­re­gis­tern nur die Ver­ur­tei­lung von Uni­ons­bür­gern er­fasst wer­de. Leit­ar­ti­kel

Der Tat­ver­däch­ti­ge hat­te be­reits ei­ne Stu­den­tin in Grie­chen­land ver­ge­wal­tigt

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