Zum Kom­pro­miss ge­zwun­gen

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON KIRS­TEN BIALDIGA

Der Streit um die Ab­schie­bung von Af­gha­nen ist aus­ge­räumt, die Ko­ali­ti­ons­kri­se ist ab­ge­wen­det. Das ist das Bild, das SPD und Grü­ne fünf Mo­na­te vor der Land­tags­wahl un­be­dingt ver­mit­teln wol­len. Schleu­nigst ha­ben sie da­her ei­nen Kom­pro­miss ver­kün­det, be­vor die rot­grü­ne Ko­ali­ti­on in NRW ernst­haft Scha­den nimmt. NRW-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger (SPD) gibt sich reu­mü­tig: Künf­tig will er die Grü­nen früh­zei­tig über Ab­schie­bun­gen nach Af­gha­nis­tan in­for­mie­ren. Gleich­zei­tig kün­digt er je­doch an, dass die Zahl der Ab­schie­bun­gen stei­gen wird, weil es im­mer mehr Ver­fah­ren gibt. Die Grü­nen hin­ge­gen he­ben her­vor, dass sich an der bis­he­ri­gen Ab­schie­be­pra­xis nichts än­dert, dass die glei­chen Kri­te­ri­en gel­ten wie zu­vor.

Es ist al­so ein Kom­pro­miss, den je­de Sei­te zu ih­ren Guns­ten in­ter­pre­tie­ren kann. Noch da­zu, be­vor die Fra­gen, war­um ei­gent­lich selbst der In­nen­mi­nis­ter erst spät von den Ab­schie­bun­gen er­fuhr, lau­ter wer­den. Doch der Bei­fall für den Rück­tritt von Mo­ni­ka Dü­ker auf al­len Ebe­nen der Par­tei zeigt auch, wie gut es den Grü­nen tut, wenn je­mand aus den ei­ge­nen Rei­hen Hal­tung zeigt. Ei­gent­lich scha­de, dass die be­vor­ste­hen­de Wahl in NRW solch schnel­le Kom­pro­mis­se er­zwingt. BE­RICHT

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