Ver­nünf­ti­ger Atom-De­al

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON ANT­JE HÖNING

Auf den ers­ten Blick kom­men die Atom­kon­zer­ne bil­lig da­von: Für gut 23 Mil­li­ar­den Eu­ro kön­nen sie sich von al­len Fol­ge­kos­ten frei­kau­fen, ob­wohl nie­mand weiß, wie teu­er die End­la­ge­rung des strah­len­den Mülls am En­de wirk­lich wird. Der Be­trag ist auch des­halb ge­ring, weil die Kon­zer­ne zu­vor Mil­li­ar­den mit der Atom­kraft ver­dient ha­ben. Al­so ein schmut­zi­ger De­al nach dem Mot­to „Ge­win­ne pri­va­ti­sie­ren, Kos­ten so­zia­li­sie­ren“?

Nein. Schon die Be­set­zung der Kom­mis­si­on, die den Pakt aus­ar­bei­te­te, steht für ei­nen fai­ren Kom­pro­miss: An der Spit­ze saß mit Jür­gen Trit­tin der ers­te Atom­geg­ner der Re­pu­blik. Und in der Sa­che gilt: Zum ei­nen ist der Staat nicht un­schul­dig am Ein­stieg in ei­ne Ener­gie­tech­nik, für die die Fra­ge der End­la­ge­rung nicht ge­löst war. Er selbst hat sei­ne Staats­kon­zer­ne da­mals ge­drängt. Zum an­de­ren geht es RWE und Co. heu­te so schlecht, dass der Staat gut be­ra­ten ist, jetzt zu si­chern, was noch zu si­chern ist. Nun soll­ten die Kon­zer­ne schleu­nigst ih­re Atom­kla­gen fal­len­las­sen, um den Rechts­frie­den zu si­chern. Die Su­che nach dem End­la­ger wird noch schwer ge­nug. BE­RICHT

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