Bau­er aus Pe­ru schei­tert mit Kli­ma-Kla­ge ge­gen RWE

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

ES­SEN (dpa/rtr) Das Land­ge­richt Es­sen hat die Kli­mak­la­ge ei­nes Berg­bau­ern aus den pe­rua­ni­schen An­den ge­gen den Ener­gie­kon­zern RWE ab­ge­wie­sen. Der Klä­ger hat­te die Zah­lung von 20.000 Eu­ro ver­langt, um sein Haus vor ei­ner dro­hen­den Über­flu­tung durch ei­nen Glet­scher­see zu schüt­zen. Der Bau­er macht RWE für den Kli­ma­wan­del und da­mit für das Ab­schmel­zen des Glet­schers so­wie das Voll­lau­fen des Sees ver­ant­wort­lich. Des­halb müs­se RWE auch für Schutz­maß­nah­men auf­kom­men. Tat­säch­lich ist RWE der größ­te CO2-Emit­tent in Eu­ro­pa. Die Rich­ter wie­sen die An­trä­ge den­noch zu­rück: Der Klä­ger hät­te den An­teil von RWE an den welt­wei­ten Treib­hau­se­mis­sio­nen selbst be­nen­nen müs­sen, an­statt das Ge­richt zu ei­ner Schät­zung auf­zu­for­dern. Zu­dem las­se sich kei­ne li­nea­re Ver­ur­sa­chungs­ket­te zwi­schen der Qu­el­le der Treib­haus­ga­se und dem Scha­den aus­ma­chen.

Lli­uyas An­wäl­tin Ro­da Ver­he­yen geht da­von aus, dass ihr Man­dant in die Be­ru­fung geht. Der Pe­rua­ner er­klär­te, er sei zu­ver­sicht­lich sei, dass ihm ein deut­sches Ge­richt die Chan­ce ge­be, „zu zei­gen, dass RWE für un­se­re ge­fähr­li­che Si­tua­ti­on mit­ver­ant­wort­lich ist“. RWE äu­ßer­te sich zu­frie­den über das Ge­richt: „Es hat be­stä­tigt, dass ein ein­zel­ner Emit­tent nicht für glo­bal wir­ken­de Vor­gän­ge wie den Kli­ma­wan­del haft­bar ge­macht wer­den kann.“Die Kla­ge, die von der Um­welt­or­ga­ni­sa­ti­on Ger­m­an­watch un­ter­stützt wird, mach­te bun­des­weit Schlag­zei­len.

FO­TO: SI­MON

Der Pe­rua­ner Saúl Lli­uya ges­tern im Land­ge­richt Es­sen.

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