Mar­ke­ting er­setzt Po­li­tik

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

(jgr) We­ni­ger über­rascht über den Wahl­aus­gang in den USA zeigt sich Tom Ben­der, Ge­schäfts­füh­rer der Rhei­ni­sche Post Ver­lags­ge­sell­schaft, der seit 21 Jah­ren sei­nen Zweit­wohn­sitz in Flo­ri­da hat. „Das Bild war sehr zwei­ge­teilt. Die Me­di­en trans­por­tier­ten Um­fra­gen, die lan­ge Cl­in­ton klar vor­ne sa­hen. Doch wer auf der Stra­ße zu­hör­te, merk­te, dass sich der Macht­wech­sel an­deu­te­te“, sagt Ben­der.

Wäh­rend es für ei­nen Groß­teil der Deut­schen schwer vor­stell­bar war, dass Trump nach sei­nen Äu­ße­run­gen zu La­ti­nos und Frau­en ge­ra­de von die­sen ge­wählt wer­den kön­ne, zei­gen die Fak­ten ein an­de­res Bild. „Da staunt man schon, dass im Swing Sta­te Flo­ri­da 46 Pro­zent der Frau­en und 34 Pro­zent der La­ti­nos Trump ge­wählt ha­ben. Im Üb­ri­gen ha­ben 49 Pro­zent der Wäh­ler min­des­tens ei­ne Col­le­ge-Aus­bil­dung“, er­klärt Ben­der und er­gänzt: „Hier ging es nicht im­mer um Po­li­tik, son­dern um her­vor­ra­gen­des Mar­ke­ting.“

Zu Trumps Stra­te­gie ge­hö­re – so Ben­der –, „mit den Er­war- tungs­hal­tun­gen der Men­schen zu jon­glie­ren.“Das zei­ge sich auch nach der Wahl, als Trump nicht wie im Wahl­kampf po­la­ri­sie­rend auf­trat, son­dern eher ru­hig. „Da hat er sich wie­der neu er­fun­den“, kom­men­tiert Ben­der den Wan­del. „Trump übt an­schei­nend ge­ra­de sei­ne künf­ti­ge Rol­le, wie man in In­ter­views er­ken­nen kann.“Viel hän­ge nun von den Be­ra­tern ab, mit de­nen sich der neue Prä­si­dent um­ge­ben wird. „Auch Trump kann und wird nicht ge­gen die Mehr­heit der Ame­ri­ka­ner re­gie­ren.“

FO­TO: MICHA­EL LÜB­KE

Tom Ben­der, Ge­schäfts­füh­rer der Rhei­ni­sche Post Ver­lags­ge­sell­schaft

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.