Bes­se­re Kom­mu­ni­ka­ti­on nö­tig

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

(jgr) Der ge­wähl­te neue Prä­si­dent der USA müs­se nun die Leit­li­ni­en für die künf­ti­ge USPo­li­tik fest­le­gen und da­bei auch bei der Gestal­tung der in­ter­na­tio­na­len Han­dels­po­li­tik Far­be be­ken­nen, sagt Prof. Dr. Ja­mes D. Bin­de­na­gel. Der frü­he­re US-Bot­schaf­ter in Deutsch­land hat heu­te die Hen­ry-Kis­sin­ger-Pro­fes­sur an der Uni­ver­si­tät in Bonn in­ne und sieht sich in den Fuß­stap­fen des gro­ßen Au­ßen­po­li­ti­kers. Kis­sin­ger ha­be im­mer Ver­trau­en als Ba­sis zur Auf­recht­er­hal­tung ei­ner Wel­t­ord­nung de­fi­niert. Trump müs­se nun Ver­trau­en schaf­fen, in­dem er Au­ßen- und In­nen­po­li- tik in Ein­klang bringt. „Wenn Trump ver­steht, wel­che Be­deu­tung ein of­fe­nes Han­dels­sys­tem für die ame­ri­ka­ni­schen Un­ter­neh­men hat, wird er viel­leicht sei­ne pro­tek­tio­nis­ti­sche Ein­stel­lung än­dern“, hofft Bin­de­na­gel.

Bei den Ver­hand­lun­gen für das Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP sei in der Kom­mu­ni­ka­ti­on man­ches nicht op­ti­mal ge­lau­fen, sagt Bin­de­na­gel: „Es fehlt ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­gramm für die Öf­fent­lich­keit.“Der Ex­per­te ver­misst In­for­ma­tio­nen durch Un­ter­händ­ler und Po­li­ti­ker (ei­nen „Sta­ke­hol­der Ou­t­reach“). Der so ge­nann­te klei­ne Mann sei ver­ges- sen wor­den; das ha­ben Trump und an­de­re Po­pu­lis­ten auf­ge­grif­fen. „Die Wirt­schaft darf die Kun­den nicht ver­ges­sen“, warnt Bin­de­na­gel.

TTIP sei seit 1949, al­so seit der Bil­dung der Na­to, „das wich­tigs­te stra­te­gi­sche trans­at­lan­ti­sche Ab­kom­men“, be­tont der Be­ob­ach­ter. Ef­fek­ti­ves Re­gie­ren in ei­ner de­mo­kra­ti­schen Ge­sell­schaft hän­ge aber da­von ab, ob die Wäh­ler ih­re Ent­schei­dun­gen auf­grund kor­rek­ter In­for­ma­tio­nen und nicht von Furcht ge­trie­ben tref­fen kön­nen. „In der De­bat­te über Han­dels­po­li­tik wer­den Zah­len, Da­ten und Fak­ten oft ver­ne­belt“, sagt Bin­de­na­gel, „aber Chlor­hühn­chen- und Hor­mon­flei­sch­im­por­te wer­den nicht er­zwun­gen, Hy­gie­ne­stan­dards müs­sen ge­wahrt wer­den.“

Nö­tig sei vor al­lem ge­gen­sei­ti­ges Ver­trau­en. „Es bil­det nach wie vor das Fun­da­ment, auf dem un­se­re Part­ner­schaft grün­det“.

Der frü­he­re US-Bot­schaf­ter in Deutsch­land, Prof. Dr. Ja­mes D. Bin­de­na­gel, hat heu­te die Bon­ner Hen­ry-Kis­sin­ger-Pro­fes­sur in­ne.

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