Tä­ter be­teu­ern vor Ge­richt: „Wir schä­men uns!“

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

So­wohl der Weg­berger (22) als auch der Mön­chen­glad­ba­cher (50) ga­ben ges­tern vor dem Ju­gend­schöf­fen­ge­richt zu, 2015 auf zwei Fried­hof­sPark­plät­zen je­weils ein Fahr­zeug auf­ge­bro­chen zu ha­ben. Spä­ter wur­den in ih­rem Au­to meh­re­re Geld­schei­ne ge­fun­den. Au­ßer­dem stah­len sie ei­ner Au­to­fah­re­rin die Hand­ta­sche, in der sich ein Han­dy und ein Schlüs­sel­bund be­fan­den.

Ein Be­am­ter schil­der­te, wie ei­ne Po­li­zei­strei­fe da­mals die An­ge­klag­ten auf ei­nem Weg­berger Fried­hof ge­se­hen, ver­folgt und bei der Tat er­wischt hat. „Auf di­ver­sen Fried­hö­fen war uns der Opel be­reits auf­ge­fal­len. Die Män­ner wa­ren uns per­sön­lich be­kannt“, so der Zeu­ge. Die Be­am­ten sorg­ten da­mals für Sicht­kon­takt und ba­ten Kol­le­gen um Un­ter­stüt­zung. „Auf dem Fried­hof in Nie­der­krüch­ten tauch­te der Opel er­neut auf. Wir sa­hen, wie der 22jäh­ri­ge die Sei­ten­schei­be ei­nes Pkw ein­schlug und aus dem Wa­gen et­was her­aus­hol­te“, sag­te der Po­li­zist.

In Hardt wur­den die An­ge­klag­ten schließ­lich fest­ge­nom­men. Der 50Jäh­ri­ge hat­te ein Ta­schen­mes­ser bei sich. An der Tat­stre­cke wur­de dann auch die lee­re Hand­ta­sche der Au­to­fah­re­rin aus Nie­der­krüch­ten ge­fun­den. Die 40-Jäh­ri­ge war eben­falls ein Op­fer der Fried­hofs­die­be. Die An­ge­klag­ten ent­schul­dig­ten sich bei ihr: „Wir wa­ren in Not, wir schä­men uns.“Sehr über­zeu­gend wirk­te das al­ler­dings nicht, denn die Män­ner hat­ten gut ge­füll­te Vor­stra­fen­re­gis­ter. Meis­tens wa­ren sie als Die­be auf­ge­fal­len.

Bei­de ha­ben kei­ne Be­rufs­aus­bil­dung. Der 50-Jäh­ri­ge ist seit En­de 2015 nach ei­nem Ar­beits­un­fall krank ge­schrie­ben und strebt die Ver­ren­tung an. Der 22-Jäh­ri­ge be­teu­er­te ges­tern: „Das war dumm, was wir da ge­macht ha­be. Aber ich hat­te so vie­le Schul­den.“Jetzt be­trei­be er mit Hil­fe sei­nes Va­ters ein klei­nes Re­stau­rant und wol­le ei­ne Aus­bil­dung als Koch ma­chen.

Am En­de wur­de der 50-Jäh­ri­ge we­gen Dieb­stahls mit Waf­fen zu ei­ner Haft­stra­fe von ei­nem Jahr und neun Mo­na­ten oh­ne Be­wäh­rung ver­ur­teilt. Der 22-Jäh­ri­ge er­hielt we­gen Dieb­stahls in zwei Fäl­len ei­ne zwei­jäh­ri­ge Ju­gend­stra­fe mit Be­wäh­rung. Er muss ei­ne Geld­bu­ße von 1000 Eu­ro zah­len.

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