Mehr als zwei Jah­re Haft für Dieb und Schwarz­fah­rer

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

Ins­ge­samt zwölf An­kla­ge­schrif­ten muss­te der Staats­an­walt ges­tern ver­le­sen, nach­dem Jus­tiz­wacht­meis­ter den aus Li­tau­en stam­men­de An­ge­klag­ten (37) aus der Haft in den Ge­richts­saal A 32 ge­bracht hat­ten. We­gen ver­such­ten Rau­bes, Dieb­stahls in sie­ben Fäl­len, Sach­be­schä­di­gung, Be­tru­ges und zwei Schwarz­fahr­ten mit dem Zug muss­te sich der 37-Jäh­ri­ge vor dem Mön­chen­glad­ba­cher Schöf­fen­ge­richt ver­ant­wor­ten.

Zu Pro­zess­be­ginn hat­te der An­ge­klag­te le­dig­lich be­rich­tet, dass er 2002 aus Li­tau­en nach Deutsch­land ge­kom­men sei, ei­ne Zeit lang in En­g­land ge­we­sen sei und nun­mehr wie­der in Deutsch­land ge­lan­det sei.

Dann schil­der­te ein 65-jäh­ri­ger Mön­chen­glad­ba­cher die un­an­ge­neh­me Be­geg­nung, die er am 11. Sep­tem­ber auf der Stra­ße in der Nä­he sei­nes Wohn­hau­ses hat­te. „So et­was ist mir am hell­lich­ten Tag pas­siert“, be­klag­te sich der Mann. „Ich hat­te mein Au­to vor der Häu­ser­rei­he ab­ge­stellt, wo ich woh­ne. Als ich aus­stieg, sah ich den An­ge­klag­ten“, er­in­ner­te sich der Zeu­ge. „Schlüs­sel“ha­be der Frem­de ver­langt. Er ha­be erst ge­sagt, „Das ist nicht mein Wa­gen“, so der Rent­ner. Er sei dann zu sei­ner Haus­tür ge­lau­fen – mit dem Au­to­schlüs­sel in der Hand. „Der An­ge­klag­te, den ich deut­lich wie­der­er­ken­ne, lief hin­ter mir her und griff mit gro­ßer Ge­walt nach mei­ner Hand. Of­fen­sicht­lich woll­te er mir den Fahr­zeug­schlüs­sel ent­rei­ßen“, er­gänz­te er. Er ha­be dann nach sei­ner Frau ge­ru­fen. Die sei her­aus­ge­kom­men und ha­be den Frem­den in ei­nen Busch ge­schubst. Dann sei der ge­schei­ter­te Dieb weg­ge­lau­fen. Da­mals sei ihm auch die Arm­band­uhr her­un­ter ge­ris­sen wor­den und zu Bo­den ge­fal­len. Seit­dem kön­ne er die Uhr nicht mehr tra­gen, so der Rent­ner. „Der Mann er­schien mir da­mals nicht kon­zen­triert“, er­in­ner­te sich der Zeu­ge, was der An­ge­klag­te spä­ter be­stä­tig­te. Er ha­be sei­ne Straf­ta­ten im­mer nach Ko­ka­in­kon­sum be­gan­gen.

Im Pro­zess vor dem Schöf­fen­ge­richt zeig­te sich der An­ge­klag­te doch noch ge­stän­dig. Ja, all die Dieb­stäh­le in Mön­chen­glad­ba­cher Su­per­märk­ten ha­be er be­gan­gen. Als Be­trü­ger sei er an ei­ner Tank­stel­le auf­ge­fal­len, als er nicht zahl­te, son­dern sag­te, er müs­se erst sein Porte­mon­naie ho­len. Auf Zug­fahr­ten nach Düs­sel­dorf war er zwei­mal als Schwarz­fah­rer auf­ge­fal­len. Am En­de ent­schul­dig­te sich der Mann bei sei­nem Op­fer. Des­sen Ver­tei­di­ge­rin for­der­te für den the­ra­pie­be­rei­ten Jun­kie ei­ne Be­wäh­rungs­stra­fe. Doch das Schöf­fen­ge­richt ver­las das gut ge­füll­te Vor­stra­fen­re­gis­ter des An­ge­klag­ten und ver­ur­teil­te den 37-Jäh­ri­gen zu ei­ner Frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren und drei Mo­na­ten oh­ne Be­wäh­rung.

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