Freun­din klagt über Ex-Part­ner: Er woll­te im­mer nur Lu­xus­ar­ti­kel

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

Ein 30 Jah­re al­ter In­ter­net-Be­trü­ger ist ges­tern vom Land­ge­richt Mön­chen­glad­bach zu ei­ner Stra­fe von 15 Mo­na­ten mit Be­wäh­rung ver­ur­teilt wor­den. Ge­mein­schaft­li­chen Be­trug in 25 Fäl­len warf der Staats­an­walt dem An­ge­klag­ten vor. Doch der Glad­ba­cher, der vor dem Schöf­fen­ge­richt auf der An­kla­ge­bank saß, war sich kei­ner Schuld be­wusst. Die Be­trü­ge­rei­en über die In­tenet-Ver­kaufs­platt­form Ebay ha­be al­lein sei­ne Le­bens­ge­fähr­tin ge­macht, die da­für be­reits ver­ur­teilt wor­den sei.

Tat­säch­lich sol­len die bei­den über Ebay Wa­ren an­ge­bo­ten, aber nicht ge­lie­fert ha­ben. Das Geld soll dann al­ler­dings die Part­ne­rin des An­ge­klag­ten vom Kon­to ab­ge­holt ha­ben. Doch der 30-Jäh­ri­ge wie­der­hol­te im­mer wie­der: „Ich ha­be gar nichts ge­macht.“Dann brach­ten Jus­tiz- wacht­meis­ter die 28-jäh­ri­ge Ex­Freun­din des An­ge­klag­ten in den Ge­richts­saal. Sie ver­büßt be­reits ei­ne vier­jäh­ri­ge Haft­stra­fe we­gen ge­werbs­mä­ßi­gen Be­tru­ges. Be­reit­wil­lig schil­der­te die 28-Jäh­ri­ge, dass sie bei­de zur Tat­zeit 2014 zu­sam­men­leb­ten und für fünf Kin­der zu sor­gen hat­ten. „Er woll­te Lu­xus­ar­ti­kel, ging aber nicht mal zum Job­cen­ter. Es gab al­so gar kei­ne Leis­tun­gen und kein Geld für die fünf Kin­der.“Sie soll­te Kon­zert­kar­ten für die Band „Böh­se On­kelz“oder teu­re Han­dys be­sor­gen.

Klapp­te das nicht mit den Lu­xus­ar­ti­keln, sei der An­ge­klag­te sehr ag­gres­siv ge­wor­den, be­rich­te­te die Ex­Freun­din über­zeu­gend. Meis­tens ha­be man aber ge­mein­schaft­lich ge­han­delt. So sei man auf die Idee ge­kom­men, An­ge­bo­te über Ebay zu ma­chen. Für sein Kon­to ha­be sie ei­ne Voll­macht er­hal­ten. Der An­ge­klag­te ha­be auch über ge­mein­sa­me Kon­ten Ebay-Ge­schäf­te ab­ge­wi­ckelt. „Am An­fang ha­ben wir Hand- ys und Kin­der­klei­dung an­ge­bo­ten, die wir tat­säch­lich lie­fer­ten. Spä­ter bo­ten wir Sa­chen an, oh­ne et­was zu lie­fern. Wir nah­men nur das Geld“, er­klär­te die Frau. Auch nach die­ser Zeu­gen­aus­sa­ge blieb der An­ge­klag­te da­bei: Er ha­be gar nichts ge­macht. Die fi­nan­zi­el­len An­ge­le­gen­hei­ten ha­be al­lein sei­ne da­ma­li­ge Part­ne­rin er­le­digt. Selbst, als er be­reits im Ge­fäng­nis saß, ha­be die Frau mit den Be­trü­ge­rei­en wei­ter­ge­macht. Sie ha­be ihn rein­ge­legt.

Doch der Staats­an­walt war über­zeugt, dass der An­ge­klag­te in den acht Fäl­len über sein ei­ge­nes Kon­to, zu dem die Part­ne­rin ei­ne Voll­macht be­saß, für An­ge­bo­te ge­sorgt hat. Der An­kla­ge­ver­tre­ter for­der­te für den Vor­be­straf­ten ei­ne Be­wäh­rungs­stra­fe von ei­nem Jahr und drei Mo­na­ten. Das Schöf­fen­ge­richt schloss sich dem An­trag an.

KA­RI­KA­TUR DER WO­CHE

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.