Ski­fah­ren im Drei­län­der­eck

Nau­ders liegt zwi­schen Ös­ter­reich, Schweiz und Ita­li­en. Grenz­über­grei­fen­de Loi­pen gibt es nur für Lang­läu­fer. Das Ski­ge­biet ist für Fa­mi­li­en ge­eig­net.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KINDERSEITE - VON VE­RE­NA WOLFF

Frü­her gab es in Nau­ders Leu­te, die ha­ben sich ge­freut, wenn das Wet­ter schlecht war. Wenn der Ne­bel dick über den Ber­gen hing, es viel­leicht so­gar im Früh­jahr noch ein biss­chen schnei­te – aber nicht mehr so bit­ter­kalt war wie oft im tiefs- re­ger Durch­gangs­ver­kehr, nord­wärts wie süd­wärts. Nur ein paar Ki­lo­me­ter sind es bis zum Re­schen­see in Süd­ti­rol mit sei­nem mar­kan­ten Kirch­turm im See, im Win­ter im Eis. Und eben­so sind es nur ein paar Ki­lo­me­ter ins En­ga­din in der Schweiz. Die drei Gren­zen tref­fen sich in 2179 Me­tern Hö­he an ei­nem Drei­län­der­grenz­stein.

Ski­fah­ren über die Gren­zen kann man al­ler­dings nur be­dingt. Un­ter den ins­ge­samt rund 90 Loi­pen­ki­lo­me­tern fin­den Lang­läu­fer ein paar Stre­cken, die von ei­nem Land ins an­de­re füh­ren. Doch die Ge­bie­te sind nicht di­rekt mit­ei- hin­aus. Di­rekt an der Bun­des­stra­ße liegt die mar­kan­te Tal­sta­ti­on, die ei­nem Kris­tall nach­emp­fun­den ist: aus Alu­mi­ni­um, ein Mul­ti­funk­ti­ons­bau mit Re­stau­rant und ei­nem rie­si­gen Sk­ide­pot.

Schnee­si­cher ist die Re­gi­on, denn der höchs­te Punkt in dem Ge­biet mit rund 75 Pis­ten­ki­lo­me­tern liegt auf 2850 Me­tern. „Hier kann man meist bis Os­tern fah­ren, oft so­gar noch län­ger“, sagt Karl Fo­lie vom Mar­ke­ting der Karl Fo­lie Berg­bah­nen Nau­ders Berg­bah­nen. mit drei Jah­ren das ers­te Mal auf den Bret­tern ste­hen kön­nen.

Karl Ste­cher ist der Kopf hin­ter den bei­den neu­es­ten Pro­jek­ten im Ort. Der Bau­meis­ter ist ver­ant­wort­lich für die gas­tro­no­mi­sche Wie­der­be­le­bung der Stier­alm und die Berg­bahn-Sta­ti­on. Das Tra­di­tio­nel­le und die Mo­der­ne will der Bau­meis­ter ver­bin­den. „Der Ort ist reich an Ge­schich­te, und die soll nicht ver­schwin­den“, sagt er. Di­rekt an der Via war das Schloss jahr­hun­der­te­lang das lan­des­fürst­li­che Ge­richt. Wäh­rend in den Stal­lun­gen in­zwi­schen ei­ne Wirt­schaft un­ter­ge­bracht ist, ist die al­te Rich­ter­stu­be noch im­mer in Be­trieb: Dort kann man sich trau­en las­sen.

Wer von Lan­deck nach Nau­ders fährt, kommt noch an wei­te­ren im­po­san­ten Ge­mäu­ern vor­bei – wahr­schein­lich, oh­ne sie wahr­zu­neh­men. Die frü­he­re Gren­ze zwi­schen Ti­rol und Grau­bün­den liegt in ei­ner Schlucht di­rekt am Inn, an der al­ten Grenz­be­fes­ti­gung und Ge­richts­stät­te Alt­fins­ter­münz. Mi­li­tär­ge­schich­te gibt es in der Fe­s­tung Nau­ders, er­baut an

„Hier kann man meist bis Os­tern fah­ren, oft so­gar noch län­ger“

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