Erst je­der drit­te 2010er-Abitu­ri­ent geht ei­nem Be­ruf nach

Rheinische Post Moenchengladbach - - HOCHSCHULE - VON MERLIN BARTEL

DÜS­SEL­DORF Vier­ein­halb Jah­re liegt ih­re Schul­zeit zu­rück; nun ha­ben Abitu­ri­en­ten des Jahr­gangs 2010 zu über 65 Pro­zent ih­ren ers­ten be­rufs­qua­li­fi­zie­ren­den Ab­schluss.

Die Mehr­heit von ih­nen (55 Pro­zent) qua­li­fi­zier­te sich aus­schließ­lich über ein Hoch­schul­stu­di­um. Wei­te­re 21 Pro­zent stre­ben zwar eben­falls ei­nen Hoch­schul­ab­schluss an, hat­ten aber vor oder mit dem Er­werb der Hoch­schul­rei­fe (13 Pro­zent) oder im An­schluss da­ran (acht Pro­zent) be­reits ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung ab­ge­schlos­sen. Ins­ge­samt 24 Pro­zent der Stu­di­en­be­rech­tig­ten stre­ben kei­nen Hoch­schul­ab­schluss an. Die­se Zah­len ba­sie­ren auf ei­ner ak­tu­el­len Stu­die des Deut­schen Zen­trums für Hoch­schu­lund Wis­sen­schafts­for­schung (DZHW).

Die Art der be­ruf­li­chen oder hoch­schu­li­schen Qua­li­fi­ka­ti­on des Jahr­gangs hat da­bei auch er­heb­li­chen Ein­fluss auf die spä­te­re Ein­kom­mens­si­tua­ti­on. So er­hal­ten die Ab­sol­ven­ten ei­ner Be­rufs­aus­bil- dung oh­ne Zu­satz­qua­li­fi­ka­ti­on die nied­rigs­ten Ein­kom­men. Al­ler­dings zeigt die Stu­die auch, dass zwi­schen den Ba­che­l­or­ab­sol­ven­ten von Uni­ver­si­tä­ten und je­nen mit ei­ner Be­rufs­aus­bil­dung plus Fort­bil­dung bei Be­rufs­be­ginn zu­nächst kei­ne gro­ßen Ein­kom­mens­un­ter­schie­de ent­ste­hen.

Zu ei­nem Stu­di­en­ab­schluss oh­ne vor­he­ri­ge Fach­rich­tungs­än­de­rung trug – ins­be­son­de­re in den In­ge­nieur­wis­sen­schaf­ten – vor al­lem ein gu­ter Ab­gleich zwi­schen An­for­de­run­gen im Stu­di­um und in­di­vi­du­el- ler Leis­tungs­fä­hig­keit der Abitu­ri­en­ten bei. „Wer sei­ne Ent­schei­dung für ein Stu­di­en­fach rein an den ver­mu­te­ten Kar­rie­re­per­spek­ti­ven aus­rich­tet, schei­tert häu­fi­ger an den An­for­de­run­gen und wech­selt das Fach“, sagt Mo­ni­ka Jung­bau­erGans, wis­sen­schaft­li­che Ge­schäfts­füh­re­rin des DZHW.

Auch wenn es zwi­schen dem wäh­rend der Schul­zeit ge­plan­ten und dem spä­ter tat­säch­lich auf­ge­nom­me­nen Stu­di­en­fach durch­aus häu­fig zu Umori­en­tie­run­gen kam, wa­ren Fach­wech­sel nach Stu­di­en­be- ginn im Ver­gleich eher sel­ten. Stu­di­en­rich­tun­gen mit über­durch­schnitt­li­cher Ab­wan­de­rungs­quo­te wa­ren vor al­lem Mint-Fä­cher: Ma­the­ma­tik, In­for­ma­tik, Rechts­wis­sen­schaf­ten, Phy­sik und Geo­wis­sen­schaf­ten.

An den ers­ten Ab­schluss schließt sich bei ei­nem gro­ßen Teil der Be­frag­ten ei­ne wei­te­re Qua­li­fi­zie­rung an. Ein Drit­tel der Stu­di­en­teil­neh­mer mit Ba­che­l­or­ab­schluss hat be­reits ein Mas­ter­stu­di­um auf­ge­nom­men und ein wei­te­res Drit­tel plant die­sen Schritt. Ei­ner Er­werbs­tä­tig- keit ge­hen vier Jah­re nach dem Abitur erst 30 Pro­zent der Stu­di­en­be­rech­tig­ten nach.

Die ak­tu­el­le Stu­die ana­ly­siert Da­ten ei­ner Be­fra­gung von Schul­ab­gän­gern, die im Schul­jahr 2009/ 2010 in Deutsch­land ei­ne Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung an ei­ner all­ge­mein­bil­den­den oder be­ruf­li­chen Schu­le er­wor­ben ha­ben. Die vor­lie­gen­den Er­geb­nis­se ba­sie­ren auf ei­ner schrift­li­chen Be­fra­gung, die An­fang 2015 durch­ge­führt wur­de, und an der sich mehr als 5000 Stu­di­en­be­rech­tig­te be­tei­lig­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.