Mie­ter müs­sen mit Ge­räu­schen le­ben und dür­fen die Mie­te nicht min­dern.

Rheinische Post Moenchengladbach - - HOCHSCHULE - (

tmn) Kin­der kön­nen laut sein. Für Nach­barn ist das al­ler­dings kein Grund, die Mie­te zu min­dern. Dass Klein­kin­der stamp­fen, pol­tern, ren­nen und brül­len, ent­spricht ih­rer Ent­wick­lung, be­fand das Land­ge­richt Ber­lin (Az.: 67 S 41/16), wie die Zeit­schrift „Das Grund­ei­gen­tum“be­rich­tet. Mit­be­woh­ner müss­ten mit die­sen Ge­räu­schen le­ben. Das gilt ins­be­son­de­re dann, wenn sie in ei­nem öf­fent­lich ge­för­der­ten Wohn- haus mit fa­mi­li­en­taug­li­chen Woh­nun­gen le­ben.

In dem Fall hat­te die Mie­te­rin ei­ner Erd­ge­schoss­woh­nung ge­klagt. Seit dem Ein­zug ei­ner Fa­mi­lie über ihr fühl­te sie sich durch Lärm ge­stört. Nicht nur das Sprin­gen und Pol­tern der Kin­der är­ger­te sie, auch die laut­star­ken Aus­ein­an­der­set­zun­gen brach­ten die Frau um ih­re Ru­he. Von ih­rer Ver­mie­te­rin ver­lang­te sie da­her 9000 Eu­ro über­zahl­te Mie­te zu­rück. Auch soll­te die Lärm­be­läs­ti­gung be­sei­tigt wer­den. Bis da­hin woll­te die Mie­te­rin ih­re Mie­te um 50 Pro­zent min­dern.

Vor Ge­richt hat­te sie kei­nen Er­folg: Die Ge­räusch­ku­lis­se be­we­ge sich im Be­reich des so­zi­al zu­mut­ba­ren, be­fan­den die Rich­ter. Das gel­te hier ins­be­son­de­re des­halb, weil es sich um ge­för­der­ten Wohn­raum han­del­te, bei dem die Mie­te­rin mit dem Ein­zug von Fa­mi­li­en ha­be rech­nen müs­sen.

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