We­ni­ger Kin­der­geld

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON EVA QUADBECK

Bei der Ver­tei­lung von So­zi­al­leis­tun­gen muss der Staat ge­nau hin­schau­en. Das ist ei­ne Bin­sen­weis­heit. Ga­b­ri­els An­lie­gen, dass Aus­lands­über­wei­sun­gen von Kin­der­geld an den dor­ti­gen Ver­hält­nis­sen be­mes­sen wer­den, ist be­rech­tigt.

We­gen der eu­ro­päi­schen Frei­zü­gig­keit muss die Bun­des­re­gie­rung die Re­geln für die Ver­ga­be von So­zi­al­leis­tun­gen im­mer wie­der jus­tie­ren. Die Maß­nah­men die­ser Wahl­pe­ri­ode ge­gen Ar­muts­zu­wan­de­rung und ge­gen das Er­schlei­chen von So­zi­al­leis­tun­gen durch EU-Aus­län­der wa­ren not­wen­dig. Sie scho­nen nicht nur Staats­haus­halt und So­zi­al­kas­sen. Sol­che Maß­nah­men ge­gen So­zi­al­miss­brauch tra­gen auch zur Ak­zep­tanz der EU und ih­rer Frei­zü­gig­keit bei. Frei­zü­gig­keit heißt nicht, dass sich die EU-Bür­ger in je­dem Land die Ro­si­nen her­aus­pi­cken kön­nen.

Beim The­ma Kin­der­geld hat Ga­b­ri­el aber auch ei­nen Schuss Po­pu­lis­mus da­zu­ge­ge­ben: Das Pro­blem hat die Re­gie­rung längst er­kannt, und das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um ar­bei­tet an ei­nem ent­spre­chen­den Ge­setz­ent­wurf. In­dem man ein­fach nur „Kein Aus­län­derKin­der­geld!“ruft, be­schleu­nigt man die Sa­che nicht. BE­RICHT

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