Die be­rüh­ren­den En­gel aus Afri­ka

Der Opern­chor „Af­ri­can An­gels“gab ein um­ju­bel­tes Kon­zert in der aus­ver­kauf­ten Kai­ser-Fried­rich-Hal­le. Sie san­gen ei­ne gro­ße Band­brei­te an Lie­dern so mi­t­rei­ßend, dass man­cher Zu­schau­er am liebs­ten mit­ge­tanzt hät­te.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON AN­GE­LA RIETDORF

Mi­t­rei­ßend, be­rüh­rend, be­geis­ternd, rhyth­misch und vol­ler Le­bens­freu­de, mit viel Ge­fühl und ho­her Ge­s­angs­kunst – das Pro­gramm Af­ri­can An­gels des welt­weit be­ju­bel­ten Opern­chors aus Kap­stadt zeich­ne­te sich durch ei­nen un­glaub­li­chen Fa­cet­ten­reich­tum aus und riss das Mön­chen­glad­ba­cher Pu­bli­kum am Frei­tag zu mi­nu­ten­lan­gen Ova­tio­nen hin. Der Abend in der aus­ver­kauf­ten Kai­ser-Fried­rich-Hal­le ge­hört zu den un­ver­gess­li­chen in ei­ner an High­lights wahr­haf­tig nicht ar­men Ver­an­stal­tungs­rei­he. Es war die 100. Ver­an­stal­tung des von Mön­chen­glad­ba­cher Un­ter­neh­mern ge­tra­ge­nen Initia­tiv­krei­ses in 13 Jah­ren.

Das Vo­kal­ensem­ble aus Süd­afri­ka, von Pu­bli­kum und Fach­welt glei­cher­ma­ßen ge­fei­ert, ist als bes­ter Opern­chor der Welt aus­ge­zeich­net: 18 aus­ge­bil­de­te Opern­sän­ge­rin­nen und -sän­ger zei­gen die gan­ze un­ge­wöhn­li­che Band­brei­te ih­rer Kunst und die Viel­falt eu­ro­päi­scher und afri­ka­ni­scher Tra­di­tio­nen. Af­ri­can An­gels heißt ihr Pro­gramm und en­gel­haft be­rührt der Ge­sang bei so wun­der­ba­ren klas­si­schen Stü­cken wie „Brü­der­lein und Schwes­ter­lein“aus der „Fle­der­maus“von Jo­hann Strauß oder beim Pil­ger­chor aus Wa­g­ners Tann­häu­ser. Un­ter die Haut geht das me­lan­cho­li­sche „Ol´ Man Ri­ver“aus dem Mu­si­cal Show­boat, das nur ein Bass mit ei­nem un­glaub­li­chen Stimm­um­fang so schein­bar mü­he­los be­wäl­tigt.

Im­mer wie­der wer­den die ru­hi­gen oder klas­si­schen Stü­cke ab­ge­löst von afri­ka­ni­schen tra­di­tio­nel­len Me­lo­di­en und Tän­zen, in de­nen die Sän­ger ih­re Mu­si­ka­li­tät und ihr Rhyth­mus­ge­fühl auf ganz an­de­re Wei­se prä­sen­tie­ren kön­nen. Sie sin- gen und tan­zen auch zu Eh­ren von Mi­ri­am Ma­ke­ba, die von Fans auf der gan­zen Welt als Ma­ma Af­ri­ca ver­ehr­ten Sän­ge­rin und Kämp­fe­rin ge­gen die Apart­heid, und in­ter­pre­tie­ren ih­re Songs Ox­gam oder Pa­ta Pa­ta. Sie rei­ßen das Pu­bli­kum mit beim Ar­ran­ge­ment von Spi­ri­tu­als wie Ol´ Ti­me Re­li­gi­on oder Oh Hap­py Day, bei de­nen auch Eu­ro­pä­er am liebs­ten mit­tan­zen wür­den. Mit­klat­schen kön­nen sie, und sie tun es auch mit Hin­ga­be. Die süd­afri­ka­ni­schen Künst­ler brin­gen nicht nur die See­le Afri­kas zum Klin­gen, sie schaf­fen es auch, die Mön­chen­glad­ba­cher See­le mit­schwin­gen zu las­sen.

Auch ei­ne Hom­mage an das Gast­land, und die Jah­res­zeit ha­ben die über­wie­gend schwar­zen Sän­ge­rin­nen und Sän­ger im Pro­gramm: Das Weih­nachts­lied „O Tan­nen­baum“, sin­gen sie so­wohl auf Deutsch als auch auf Eng­lisch, zu­nächst in ei­ner be­sinn­lich-klas­si­schen Form und schließ­lich in ei­ner rhyth­misch an Spi­ri­tu­als er­in­nern­den Ver­si­on, die das Zeug hät­te, die Charts zu stür­men.

Die enor­me Viel­sei­tig­keit der Sän­ge­rin­nen und Sän­ger, ihr in der Oper ge­schul­tes schau­spie­le­ri­sches Ta­lent, die stimm­li­chen Fä­hig­kei­ten und der ho­he tech­ni­sche An­spruch des Chors sor­gen für ei­nen Abend, den das Mön­chen­glad­ba­cher Pu­bli­kums in der Kai­ser-Fried­rich-Hal­le be­geis­tert ge­nießt. Für die ge­lun­ge­ne Cho­reo­gra­phie war Ja­cki Job ver­ant­wort­lich, als Mu­sik­di­rek­tor be­glei­tet Pia­nist Jo­sé Di­as das Vo­kal­ensem­ble vir­tu­os am Kla­vier. „Wir ha­ben et­li­che Jah­re ge­braucht, um die­sen Chor nach Glad­bach zu ho­len“, sagt Pe­ter Schlip­kö­ter, Ge­schäfts­füh­rer der Mar­ke­ting­ge­sell­schaft. Die­se jah­re­lan­ge Ar­beit hat sich ge­lohnt.

RP-FO­TO: JÖRG KNAP­PE

Ari­en, Gos­pels, Spi­ri­tu­als und so­gar Weih­nachts­lie­der – die Band­brei­te der „Af­ri­can An­gels“ist im­mens. Ih­re Stimm­ge­walt und ihr schau­spie­ler­sches Ta­lent be­geis­ter­ten die Zu­schau­er in der KFH.

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