Flic Flac ist der Zir­kus der Ex­tre­me

Bei der Pre­mie­re des Weih­nachts­zir­kus gab es ein knapp zwei­stün­di­ges Pro­gramm mit je­der Men­ge wag­hal­si­ger Ac­tion.

Rheinische Post Moenchengladbach - - STADTTEILE - VON CHRIS­TI­AN LIN­GEN (TEXT) UND JÖRG KNAP­PE (FO­TOS)

GLAD­BACH Im gro­ßen Rund des Zir­kus Flic Flac geht lang­sam das Licht aus. Jun­ge Da­men in äu­ßerst knap­pen Ko­s­tü­men schrei­ten mit bren­nen­den Fa­ckeln durch das Pu­bli­kum zur Man­ge, die ei­gent­lich ei­ne run­de Büh­ne ist. Hin­ter ei­nem schwar­zen Vor­hang sprin­gen die Ar­tis­ten her­vor. Die Weih­nachts­show im Zir­kus Flic Flac hat be­gon­nen. Bis zum 8. Ja­nu­ar gas­tiert der Zir­kus auf dem Park­platz am Rol­lerMarkt. Die Zu­schau­er er­war­tet ein rund zwei­stün­di­ges Pro­gramm mit atem­be­rau­ben­der Ac­tion, Ero­tik und Fas­zi­na­ti­on. Das ein­zi­ge, was ein we­nig fehlt, ist ein Zir­kus­di­rek­tor, der durch das Pro­gramm führt. Dem Pu­bli­kum bleibt da kaum Zeit zum Luft­ho­len. Hö­he­punkt der Show sind die St­unts der Motor­cross­fah­rer, bei de­nen es im Trai­ning ei­nen schwe­ren Un­fall gab.

Nach dem gro­ßen Ope­ning ist es Clau­dia Fran­co, die den Auf­takt be­strei­tet. Sie rollt mit dem Rhön­rad über die Büh­ne und zeigt da­bei, wie ele­gant das Sport­ge­rät ein­ge­setzt wer­den kann. Chris­ti­an Trel­les turnt an­schlie­ßend an ei­nem ver­ti­ka­len Seil. Wie vie­le an­de­re, die an die­sem Abend in der Man­ge ste­hen, ist er nicht ge­si­chert. Da er sich im­mer wie­der gen Bo­den stür­zen lässt, ist sei­ne Dar­bie­tung mi­t­rei­ßend. Das Pro­gramm ist zwar spek­ta­ku­lär, doch gleich­sam auch klas­sisch. Ei­ne ty­pi­sche Zir­kus­num­mer ist zum Bei­spiel die Ball­jon­gla­ge von An­d­rii Maslov. Der mus­ku­lö­se jun­ge Herr mit nack­tem Ober­kör­per lässt wei­ße Bäl­le durch die Luft flie­gen und scheint sie kaum zu be­rüh­ren.

Das Duo Ar­te­miev zeigt die ers­te Tra­pez­num­mer der Show. Das rus­si­sche Paar Ale­xey und Vic­to­ria zeigt wag­hal­si­ge Sprün­ge, die den Zu­schau­ern den Atem sto­cken las­sen. Ein klei­ner Fehl­griff wür­de ge­nü­gen und die Ar­tis­tin wür­de ab­stür­zen. Ein Fang­netz gibt es nicht. Nach ih­nen steht Ai­lo­na in der Man­ge. Klei­dung trägt sie kaum am Leib. Ho­he Stie­fel, ein knap­pes Hö­schen, ein BH und ei­ne kur­ze schwar­ze Le­der­wes­te sind ihr Ko­s­tüm. Um sie her­um sit­zen fünf wei­te­re jun­ge Da­men, die kaum mehr tra­gen. Ai­lo­na zeigt ei­ne be­ein­dru­cken­de Hu­laHo­op-Num­mer, bei der bis zu 15 Rin­ge gleich­zei­tig um ih­ren Kör­per krei­sen. Jus­tin Ca­se zeigt an­sch­lie- ßend, was ein Clown so al­les mit ei­nem Fahr­rad an­stel­len kann, das sich in sei­ne Ein­zel­tei­le auf­löst. Spek­ta­ku­lär wird es wie­der bei der Trou­pe Do­sov. Die jun­gen Her­ren ka­ta­pul­tie­ren sich quer durch das Zelt und zei­gen un­ter­wegs Schrau­ben, Sal­tos und an­de­re Fi­gu­ren – und das so­gar auf Stel­zen.

Der zwei­te Teil der Show be­ginnt mit ei­ner Tram­po­lin­num­mer. Sechs Ar­tis­ten sprin­gen aus den Fens­tern ei­nes schein­ba­ren Ge­bäu­des und wie­der zu­rück. Am En­de lan­den sie auf des­sen Dach. Heim­li­cher Star des zwei­ten Teils ist Cot­ton McA­loon. Er jon­gliert nicht nur, son­dern zeigt mit schwar­zem Hu­mor und bis­si­gen Sprü­chen ech­te En­ter­tai­ner-Qua­li­tä­ten. Bei ihm for­dert das Pu­bli­kum ei­ne Zu­ga­be, die aber ver­wehrt wird. Für den vor­läu­fi­gen Hö­he­punkt sorgt die Tra­pez­num­mer von Alain Ale­gria. Der Me­xi­ka­ner zeigt in 16 Me­tern Hö­he völ­lig oh­ne Si­che­rung ex­trem ge­fähr­li­che Übun­gen, bei de­nen er je­den Augenblick ab­zu­stür­zen droht. Im­mer wie­der kommt es im Pu­bli­kum zu spit­zen Schrei­en, wenn et­was ge­ra­de so ge­klappt hat. Schein­bar aus Gum­mi scheint Ana­st­a­sia Kru­ti­ko­va zu sein. Sie ver­biegt sich zu ei­ner Brü­cke wäh­rend ihr Part­ner Ar­tem Pa­na­si­uk auf ih­rem Bauch ei­nen Hand­stand zeigt und sich je­de ein­zel­ne ih­rer Rip­pen auf ih­rer Haut ab­zeich­net.

Den gro­ßen Hö­he­punkt bil­den schließ­lich die Motor­cross­fah­rer. Vom Vor­zelt aus fah­ren sie ei­ne stei­le Ram­pe hoch, sprin­gen über das Pu­bli­kum hin­weg und lan­den hin­ter der Ma­ne­ge auf ei­nem höl­zer­nen Lan­de­hü­gel. Da­hin­ter bremst ein Fang­kis­sen ih­re Ge­schwin­dig­keit ab. Nach­dem sie an­fangs leich­te Sprün­ge zei­gen, wer­den die St­unts im­mer wag­hal­si­ger bis zum Schluss der letz­te Fah­rer mit sei­ner Ma­schi­ne ei­nen Sal­to wagt und ge­ra­de so den Lan­de­hü­gel trifft.

RP-FO­TOS (3): JÖRG KNAP­PE

Die Mo­to­cross­fah­rer sprin­gen bei ih­ren wag­hal­si­gen Ma­nö­vern über das Pu­bli­kum hin­weg. Ih­re St­unts las­sen den Be­su­chern den Atem sto­cken.

Bis zu 15 Hu­la-Ho­op-Rei­fen lässt Ai­lo­na um ih­ren Kör­per krei­sen.

Das Duo Ar­te­miev zeigt ei­ne spek­ta­ku­lä­re Num­mer am Tra­pez.

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