Tod in der Ad­vents­zeit

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MICHA­EL BRÖCKER

Soll­te nach die­sem Jahr der Kon­flik­te und Kri­sen, des Ter­rors und der Tat­or­te trotz­dem bei ei­ni­gen so et­was wie Be­sinn­lich­keit auf­ge­kom­men sein – nun ist sie vor­bei. Mit dem mut­maß­li­chen An­schlag auf den Weih­nachts­markt an der Ber­li­ner Ge­dächt­nis­kir­che, im pul­sie­ren­den Her­zen des West­teils der Haupt­stadt, ist der Ter­ror in Deutsch­land an­ge­kom­men. Ein Un­fall galt ges­tern Abend je­den­falls als mög­li­che, aber doch sehr un­wahr­schein­li­che Va­ri­an­te. Ein Last­wa­gen rast in ei­ne Men­schen­mas­se, das bar­ba­ri­sche Vor­ge­hen kennt man aus Niz­za. Die Bil­der glei­chen sich auf ver­stö­ren­de Art. Weih­nachts­märk­te sind das idea­le An­schlags­ziel. Vie­le Men­schen, of­fe­nes Ge­län­de, höchs­te Ver­wund­bar­keit. Schon seit Lan­gem war­nen Si­cher­heits­ex­per­ten vor ei­nem An­schlag der Fa­na­ti­ker auf die fröh­li­chen Fes­te in der Ad­vents­zeit.

Glück, Zu­fall, gu­te Po­li­zei­ar­beit. Es gibt vie­le Fak­to­ren, war­um Deutsch­land bis­her ver­schont blieb. Zu­letzt das ab­ge­sag­te Fuß­ball-Län­der­spiel in Han­no­ver. Dass der Ter­ror uns nicht tref­fen wür­de, war ei­ne Il­lu­si­on. Nun heißt es, be­son­nen und ru­hig zu han­deln. Auf­klä­ren, mög­li­che Tä­ter zur Re­chen­schaft zie­hen. Op­ti­ma­le Be­treu­ung für die An­ge­hö­ri­gen der Op­fer, Hil­fe für die Ver­letz­ten. Und Kon­se­quen­zen? Je­der weiß, dass wir uns nicht ein­mau­ern kön­nen und wol­len. Der Ter­ror ist glo­bal. Die Ant­wort muss es auch sein. BE­RICHT

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