Grü­ne un­ter Zug­zwang

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REISENER

In der Po­li­tik ist es wie im Le­ben: Manch­mal will man sich so un­be­dingt und schnell ver­söh­nen und liegt sich schon wie­der in den Ar­men, noch be­vor die Strei­tur­sa­che aus­ge­räumt ist. Sol­che Ver­söh­nun­gen hal­ten nicht lang. So geht es ge­ra­de der SPD und den Grü­nen in NRW. SPD-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger will wei­te­re Af­gha­nen ab­schie­ben. Weil die Rechts­la­ge das her­gibt. Und weil die SPD die Vor­wür­fe we­gen ih­rer an­sons­ten eher li­be­ra­len Ab­schie­be­pra­xis leid ist. Die Grü­nen wol­len auf kei­nen Fall Sam­mel­ab­schie­bun­gen nach Af­gha­nis­tan. Weil Af­gha­nis­tan ein ge­fähr­li­ches Pflas­ter ist. Und weil sie als Ju­ni­or­part­ner der SPD schon so oft um­ge­fal­len sind. Al­so ha­ben sie in der ver­gan­ge­nen Wo­che mit der SPD ver­ab­re­det, dass sie künf­tig we­nigs­tens frü­her in­for­miert wer­den.

Ei­ne Pseu­do-Ver­ab­re­dung, die ih­nen jetzt vor die Fü­ße fällt. Im Ja­nu­ar wird Jä­ger er­neut Af­gha­nen ab­schie­ben. Dies­mal wis­sen die Grü­nen Be­scheid. Recht­zei­tig. Aber was nützt es ih­nen? Ver­hal­ten müs­sen sie sich trotz­dem. Auf­fäl­lig ist, wie schwer ih­nen das fällt. „Ver­hal­ten“hat et­was mit „Hal­tung“zu tun. BE­RICHT

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