„Ge­fühl­te Si­cher­heit“auf Weih­nachts­märk­ten er­hö­hen

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

DÜSSELDORF (csh/kib/tor) NRW-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger (SPD) sieht nach dem An­schlag von Ber­lin in NRW kei­ne An­zei­chen für ei­ne neue Ter­ror­la­ge. „Ob­wohl es der­zeit kei­ne kon­kre­ten Hin­wei­se auf be­vor­ste­hen­de An­schlä­ge gibt, hat die NRWPo­li­zei noch in der Nacht nach dem Ber­li­ner An­schlag mehr Si­cher­heits­maß­nah­men ver­an­lasst“, teil­te Jä­ger ges­tern mit. Wo er­for­der­lich, kon­trol­lie­re die NRW-Po­li­zei mit Dop­pel­strei­fen – zum Bei­spiel bei Ein­sät­zen zum Schutz von Weih- nachts­märk­ten und an­de­ren Groß­ver­an­stal­tun­gen. Auch die Aus­rüs­tung der Po­li­zei wird ver­stärkt: „Die Be­am­tin­nen und Be­am­ten tra­gen schuss­si­che­re Wes­ten und Ma­schi­nen­pis­to­len. Ne­ben die­sen of­fe­nen gibt es auch ver­deck­te Maß­nah­men“, so Jä­ger.

Nach Ein­schät­zung der Ge­werk­schaft der Po­li­zei (GdP) geht der ver­stärk­te Schutz für Groß­ver­an­stal­tun­gen nicht zu­las­ten von an­de­ren Po­li­zei­maß­nah­men. NRW-Lan­des­chef Ar­nold Pli­ckert sag­te un­se­rer Re­dak­ti­on ges­tern: „Es wer­den an­ders­wo kei­ne gro­ßen Lü­cken ent­ste­hen. Wir hat­ten schon vor dem mut­maß­li­chen An­schlag ei­ne deut­lich er­höh­te Prä­senz von Po­li­zei­kräf­ten auf den Weih­nachts­märk­ten. Das wird jetzt noch ein­mal leicht er­höht.“So wür­den jetzt et­wa Be­zirks­dienst­be­am­te hin­zu­ge­zo­gen, un­ter Um­stän­den auch Kräf­te aus den Ver­kehrs­kom­mis­sa­ria­ten.

Ab­seh­bar ist wohl die sys­te­ma­ti­sche Si­che­rung von Zu­fahrts­stra­ßen zu grö­ße­ren Fes­ten mit fle­xi- blen Pol­lern, die auch Lkw stop­pen und bei Be­darf ver­senkt wer­den kön­nen. Ne­ben Pli­ckert er­wähn­te auch Jä­ger die­se Op­ti­on: „In en­ger Ab­spra­che mit den Kom­mu­nen und Ver­an­stal­tern wird au­ßer­dem ge­prüft, wo er­gän­zen­de tech­ni­sche Vor­keh­run­gen ver­hin­dern kön­nen, dass Fahr­zeu­ge als Waf­fen ge­gen Men­schen­an­samm­lun­gen miss­braucht wer­den.“Städ­te und Kom­mu­nen müss­ten sich et­wa fra­gen, wo es neur­al­gi­sche Punk­te ge­be, wo et­wa ein hoch­mo­to­ri­sier­tes Fahr- zeug in ei­ne Men­schen­men­ge ra­sen könn­te, hieß es in in­for­mier­ten SPD-Krei­sen. Sie müss­ten dann die ent­spre­chen­den tech­ni­schen Vor­keh­run­gen tref­fen, um das zu ver­hin­dern. Doch egal wel­che Maß­nah­men auch er­grif­fen wür­den – sie könn­ten vor al­lem nur da­zu die­nen, die ge­fühl­te Si­cher­heit zu er­hö­hen: „Deutsch­land wird kei­ne ter­ror­freie Zo­ne sein kön­nen.“We­nig prak­ti­ka­bel wä­re dem In­si­der zu­fol­ge die Aus­stat­tung der Po­li­zei mit Lang­waf­fen. Solch schwe­res Ge­rät sei für ei­nen Ein­satz­ort wie den Weih­nachts­markt zu un­hand­lich und wä­re im Po­li­zei­fahr­zeug zu de­po­nie­ren. Wo es dann ver­mut­lich nicht schnell ge­nug zur Hand sei.

Nach den Ter­ror­an­schlä­gen von Pa­ris hat­te Jä­ger das An­ti-Ter­rorKon­zept der NRW-Po­li­zei im April auf neue Fü­ße ge­stellt. An­ders als frü­her sol­len Strei­fen­po­li­zis­ten auch bei amok­ar­ti­gen Ter­ror­la­gen nun nicht mehr auf das SEK war­ten, son­dern un­ver­züg­lich selbst ein­grei­fen.

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