Ka­len­der­blatt 21. De­zem­ber 1959

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

Die Braut war 21 Jah­re und trat in glit­zern­der Ro­be vor den Imam. Als die Stu­den­tin Fa­rah Di­ba am 21. De­zem­ber 1959 Schah Mo­ham­med Re­za Pahlavi hei­ra­te­te, schien ihr Le­ben ei­nem Mär­chen zu glei­chen. Der 39-jäh­ri­ge Herr­scher Per­si­ens hat­te die schö­ne jun­ge Frau in Pa­ris ge­trof­fen. Dort stu­dier­te Fa­rah Di­ba an der Hoch­schu­le für Ar­chi­tek­tur, beim Staats­be­such wur­de sie als Ira­ne­rin in die Bot­schaft ein­ge­la­den. Für Pahlavi war es die drit­te Ehe. An­dert­halb Jah­re zu­vor hat­te er die Ver­bin­dung mit Sora­ya ge­löst, weil die­se ihm wie schon sei­ne ers­te Frau nicht den er­sehn­ten Thron­fol­ger ge­schenkt hat­te. Fa­rah Di­ba und der Schah hat­ten vier Kin­der, Thron­fol­ger Cy­rus Re­za wur­de schon zehn Mo­na­te nach der prunk­vol­len Hoch­zeit ge­bo­ren. Das Le­ben im Lu­xus, das die Fa­mi­lie führ­te, stand je­doch im kras­sen Ge­gen­satz zu den Ver­hält­nis­sen im Land. Von Öl­reich­tum und wirt­schaft­li­chem Auf­schwung pro­fi­tier­ten nur we­ni­ge. De­mo­kra­ti­sche Mit­be­stim­mung und Mei­nungs­frei­heit blie­ben für die Men­schen ein Traum. Die is­la­mi­sche Re­vo­lu­ti­on un­ter Aya­tol­lah Kom­ei­ni be­deu­te­te das En­de des Le­bens im Pa­last. Die Fa­mi­lie ging 1979 ins Exil, zu­nächst nach Ägyp­ten. Der Schah starb im fol­gen­den Jahr an ei­ner Krebs­er­kran­kung. Fa­rah Pahlavi lebt heu­te ab­wech­selnd in Frank­reich und den USA.

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