Im Win­ter raus in die Na­tur

Auch in der kal­ten Jah­res­zeit lohnt es sich, das war­me Nest für ei­nen Aus­flug zu ver­las­sen. Wir stel­len zwei Spa­zier­gän­ge vor – ei­nen für Tier­lieb­ha­ber, den an­de­ren für die­je­ni­gen, die un­ter­wegs ger­ne ge­müt­lich ein­keh­ren.

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG - VON JÖRG ISRINGHAUS UND BEATE WYGLENDA

XANTEN/WÜLFRATH Wan­dern im Win­ter ist vie­len zu un­ge­müt­lich – wie wä­re es mit ei­nem Spa­zier­gang? Die son­nig-kal­ten Ta­ge la­den ge­ra­de­zu da­zu ein, sich an der fri­schen Luft zu be­we­gen. Zwei Vor­schlä­ge: Spa­zier­gang 1 Die Run­de auf der Bis­li­cher In­sel ist ein Aus­flug für Na­tur­lieb­ha­ber. Das Na­tur­schutz­ge­biet zwi­schen Gin­de­rich und Xanten ist ei­ne der we­ni­gen noch vor­han­de­nen Au­en­land­schaf­ten in Deutsch­land. Ge­ra­de im Win­ter, wenn rund 25.000 ark­ti­sche Wild­gän­se die Bis­li­cher In­sel zum Über­win­tern an­steu­ern, lohnt sich der Gang über den rund fünf Ki­lo­me­ter lan­gen Wan­der­pfad.

Start­punkt ist das Na­turfo­rum Bis­li­cher In­sel, Bis­li­cher In­sel 11, in Xanten. Am Park­platz steht der „Ar­ten­schutz­turm“, ein ehe­ma­li­ger RWE-Tra­fo-Turm, der nach sei­nem Um­bau 2014 Vo­gel­nist­hil­fen, In­sek­ten­häu­ser und Quar­tie­re für Fle­der­mäu­se ent­hält. Letz­te­re sind ka­me­ra­über­wacht. Die Auf­nah­men sind über Bild­schir­me zu se­hen, die an der Au­ßen­wand des Turms an­ge­bracht sind. Zu­dem bie­tet die Be­ob­ach­tungs­platt­form ei­nen Rund­um­blick über das Na­tur­schutz­ge­biet.

Wei­ter geht es vom Park­platz aus rechts her­um, rund 100 Me­ter an Streu­obst­wie­sen vor­bei über den Ey­län­der Weg, um dann links in den be­fes­tig­ten Wan­der­weg ein­zu­bie­gen. Der Weg führt zu­erst knapp 600 Me­ter weit an Fel­dern ent­lang, auf de­nen be­reits Grau-, Saat- und Bläss­gän­se aus Nord­skan­di­na­vi­en, Nord­si­bi­ri­en und von den Küs­ten Russ­lands zu se­hen sind. Ein Fern­glas ist drin­gend zu emp­feh­len.

Zwi­schen Bäu­men, die re­gel­mä­ßig über­schwemmt wer­den, den so­ge­nann­ten Weich­holzau­en, führt der Weg wei­ter. Links und rechts sind die ers­ten Ge­wäs­ser zu se­hen. Knapp 300 Me­ter wei­ter füh­ren beid­sei­tig schma­le We­ge von der Haupt­rou­te ab. Die­se en­den je­weils an Aus­sichts­häu­sern, von de­nen aus man ei­nen weit­läu­fi­gen Blick über die Se­en und ih­re Tier­welt hat. In­fo­ta­feln in den Häu­sern ge­ben Aus­kunft über die be­hei­ma­te­ten Vo­gel­ar­ten.

Will man wei­ter­spa­zie­ren, muss man über ein Wild­git­ter ge­hen. Der Grund: Um das Ge­strüpp an der Stra­ße zu­rück­zu­drän­gen, hat man Kü­he in dem Na­tur­schutz­ge­biet ein­ge­setzt. Die gut­mü­ti­gen Wie­der­käu­er kön­nen ei­nem beim Spa­zier­gang be­geg­nen, stel­len aber kei­ne Ge­fahr dar. Der Wan­der­weg schlän­gelt sich an­dert­halb Ki­lo­me­ter an Sump­fu­fern, Wie­sen, Bö­schun­gen und Wäld­chen vor­bei bis zur drit­ten Aus­sichts­hüt­te am al­ten Rhein­arm. Von ihr aus ist der rund fünf Ki­lo­me­ter lan­ge Xan­te­ner Alt­rhein mit sei­nem brei­ten Spek­trum an Was­se­r­und Ufer­pflan­zen zu se­hen. Auch ein Blick auf die Ste­ge und Gär­ten der we­ni­gen im Na­tur­schutz­ge­biet ge­bau­ten und da­mit reiz­voll ge­le­ge­nen Vil­len ist mög­lich.

Da die Hüt­te End­sta­ti­on ist, geht es an­schlie­ßend den glei­chen Weg zu­rück. Um sich wie­der auf­zu­wär­men, ist ein Ab­ste­cher ins Na­turFo­rum mit der Dau­er­aus­stel­lung „Au­en­geschich­ten“und dem Au­en­ca­fé mög­lich. Spa­zier­gang 2 Ide­al für son­ni­ge Ta­ge ist die et­wa 75 Mi­nu­ten lan­ge Run­de rund um das Dorf Düs­sel – weil man fast durch­weg über of­fe­nes Ge­län­de geht und der Blick weit über die Land­schaft strei­fen kann. Los geht’s am S-Bahn­hof Wülfrath-Aprath. Dort kann man pro­blem­los das Au­to par­ken. Der Vois­ber­ger Weg führt dann bei leich­tem Auf und Ab hin­un­ter ins Dorf Düs­sel. Auf die­sem Ab­schnitt ist auch das Zei­chen des Eu­len­kopf­we­ges zu se­hen. Un­ter­wegs pas­siert man ei­nen klei­nen Hof und ein wun­der­schö­nes his­to­ri­sches Fach­werk­haus, das mit dem an­gren­zen­den Zier­teich ei­ne ma­le­ri­sche Kom­bi­na­ti­on bil­det.

Im Tal an­ge­kom­men, geht’s über die Düs­sel und nach ei­ni­gen hun­dert Me­tern rechts hin­ein ins Dorf, vor­bei an den bei­den Aus­flugs­lo­ka­len „Ar­mer Rit­ter“und „Kut­scher­stu­ben“. Ge­ra­de an den Wo­che­n­en­den muss man ein we­nig Glück mit­brin­gen, um dort ei­nen Tisch zu er­gat­tern – da­für sitzt man aber auch mit­ten im al­ten Dörf­chen. Kurz nach den Lo­ka­len geht es links an ei­nem wei­te­ren Hof und am ka­tho­li­schen Fried­hof St. Ma­xi­min vor­bei auf die Hö­he – mit spek­ta­ku­lä­rer Aus­sicht ins Düs­sel-Tal – und dann rechts an den Äckern ent­lang in Rich­tung Düs­se­ler Feld. Der asphal­tier­te Weg führt nun wie­der hin­ab in ein klei­nes Wäld­chen mit gro­ßem Zier­teich. Dort liegt das drit­te Aus­flugs­re­stau­rant, die „Apra­ther Müh­le“. Von dort geht es hoch zur Bun­des­stra­ße und zu­rück zum Aus­gangs­punkt.

FOTO: DDP IMAGES

Das Na­tur­schutz­ge­biet Bis­li­cher In­sel bei Xanten bie­tet schö­ne Aus­bli­cke auf den Rhein, die im Win­ter ei­nen ganz ei­ge­nen Reiz be­sit­zen.

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