Die Flücht­lings­po­li­tik wur­de be­reits ge­än­dert

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON EVA QUADBECK

Zu den Re­fle­xen tra­gi­scher Er­eig­nis­se ge­hö­ren die Fra­gen: Wie konn­te das pas­sie­ren? Was müs­sen wir in Zu­kunft än­dern? Die­se Re­ak­ti­on ist rich­tig. Doch nach ei­nem Terror-An­schlag zu ru­fen: Wir müs­sen die Flücht­lings­po­li­tik grund­le­gend än­dern, ist falsch.

Denn die Flücht­lings­po­li­tik wur­de ja be­reits grund­le­gend ge­än­dert: Die 2015 auf dem Hö­he­punkt der Flücht­lings­kri­se ein­ge­führ­ten Grenz­kon­trol­len sind ge­ra­de wie­der ver­län­gert wor­den. Die Bal­kan­rou­te ist ge­schlos­sen. Es gibt ein Flücht­lings­ab­kom­men mit der Tür­kei, wei­te­re Ab­kom­men sol­len fol­gen. Die in­ne­re Si­cher­heit wur­de ver­schärft, ein In­te­gra­ti­ons­ge­setz ge­schaf­fen.

Selbst­ver­ständ­lich soll­te die Re­gie­rung nach der Auf­klä­rung ei­nes sol­chen At­ten­tats wei­te­re Maß­nah­men in den Blick neh­men, zum Bei­spiel für schnel­le­re Ab­schie­bun­gen und här­te­res Vor­ge­hen ge­gen Ge­fähr­der. Auch muss auf­ge­klärt wer­den, ob und bei wel­chen Be­hör­den es mög­li­cher­wei­se Pan­nen gab, die dem mut­maß­li­chen Tä­ter den Frei­raum für den An­schlag ver­schaff­ten. Die in­ne­re Si­cher­heit soll­te ein ler­nen­des Sys­tem blei­ben – in dem Be­wusst­sein, dass man in ei­ner frei­en Ge­sell­schaft größt­mög­li­che, aber kei­ne ab­so­lu­te Si­cher­heit schaf­fen kann. BE­RICHT

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.