AfD könn­te Wahl­lis­te nach­bes­sern

Der Lan­des­wahl­lei­ter will in Kür­ze das Er­geb­nis der Vor­prü­fung be­kannt­ge­ben. Bei Be­an­stan­dun­gen blie­be der AfD noch Zeit für Kor­rek­tu­ren. Im Ja­nu­ar sol­len wei­te­re Kan­di­da­ten ge­wählt wer­den.

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON DET­LEV HÜWEL

DÜS­SEL­DORF Die AfD in NRW dürf­te schon in Kür­ze Klar­heit dar­über be­kom­men, ob ih­re Kan­di­da­ten­lis­te zur Land­tags­wahl am 14. Mai nächs­ten Jah­res nach­ge­bes­sert wer­den muss oder nicht. Nach Aus­kunft des In­nen­mi­nis­te­ri­ums wird Lan­des­wahl­lei­ter Wolf­gang Schel­len, dem die Lis­te vor­liegt, mög­li­cher­wei­se noch in die­ser Wo­che, spä­tes­tens aber An­fang Ja­nu­ar der Par­tei das Er­geb­nis sei­ner bis­he­ri­gen Vor­prü­fung mit­tei­len.

Wie be­rich­tet, be­män­geln in­ner­par­tei­li­che Kri­ti­ker, dass bei der Auf­stel­lung der Lis­te ge­trickst und ge­mau­schelt wor­den sein soll. Sym­pa­thi­san­ten von NRW-Par­tei­chef Mar­cus Pret­zell hät­ten per Whatsapp-Kom­mu­ni­ka­ti­on da­für ge­sorgt, dass bei den ein­zel­nen Wahl­gän­gen aus­rei­chend Stim­men für die ei­ge­nen Leu­te zu­sam­men­ge­kom­men sei­en. Au­ßer­dem sol­len fünf Stimm­zet­tel in ei­ner Wahl­ur­ne über­se­hen und spä­ter ver­nich­tet wor­den sein. Pret­zell hat­te dies als recht­lich un­be­deu­tend dar­ge­stellt, doch das geg­ne­ri­sche La­ger, zu dem auch CoPar­tei­chef Mar­tin Ren­ner aus Ha­an ge­hört, pocht auf Zu­sam­men­stel­lung ei­ner neu­en Lis­te.

In die­ser Si­tua­ti­on kommt es ent­schei­dend auf die Vor­prü­fung der AfD-Lis­te durch den zu­stän­di­gen Lan­des­wahl­lei­ter an. Laut NRW-In­nen­mi­nis­te­ri­um be­kä­me die Par­tei Ge­le­gen­heit, ih­re Lis­te nach­zu­bes­sern, wenn es Be­an­stan­dun­gen bei ein­zel­nen Wahl­gän­gen ge­ben soll­te. Dass die Lis­te kom­plett ver­wor­fen wer­den könn­te, gilt in­des als un­wahr­schein­lich. An­dern­falls müss­te Pret­zell um sei­nen Spit­zen­platz ban­gen, den er mit le­dig­lich 54 Pro­zent der Stim­men bei der Lis­ten­platz­wahl hat­te er­kämp­fen kön­nen.

Als Spit­zen­kan­di­dat wird der Ju­rist Pret­zell mit Si­cher­heit dem neu­en Düs­sel­dor­fer Land­tag an­ge­hö­ren, wenn die AfD die Fünf-Pro­zen­tHür­de über­springt – der­zeit ran­giert sie in Um­fra­gen bei rund zehn Pro­zent.

Bis­lang hat die NRW-AfD 40 Kan­di­da­ten für ih­re Lis­te aus­er­ko­ren. Das wä­ren nach Aus­kunft ei­ner Par­tei­spre­che­rin ge­nü­gend Na­men, um bei ei­nem Wah­l­er­geb­nis von et­wa 14 Pro­zent al­le Ab­ge­ord­ne­ten­man­da­te wahr­neh­men zu kön­nen. Doch we­gen per­so­nel­ler Un­wäg­bar­kei­ten (und wo­mög­lich auch in der Hoff­nung auf ei­nen hö­he­ren Wahl­sieg) sol­len jetzt noch wei­te­re Lis­ten­plät­ze be­setzt wer­den. Da­zu soll am 14. und 15. Ja­nu­ar in Eus­kir­chen die Wahl­ver­samm­lung fort­ge­setzt wer­den. Wie vie­le Plät­ze dann noch ver­ge­ben wer­den, ist of­fen. Ei­ni­ge in der AfD hal­ten es für mög­lich, dass durch die Straf­fung der Wahl­gän­ge in Fün­fer-Blocks noch bis zu 20 wei­te­re Kan­di­da­ten auf die Lan­des­lis­te kom­men könn­ten.

Un­ter­des­sen hal­ten die Spe­ku­la­tio­nen um Pret­zell und sei­ne Le­bens­ge­fähr­tin, die AfD-Bun­des­vor­sit­zen­de Frau­ke Pe­try, an. Laut „Spie­gel“wol­len bei­de in Kür­ze in Sach­sen hei­ra­ten.

FO­TO: DPA

Der Lan­des­vor­sit­zen­de der AfD in NRW, Mar­cus Pret­zell, mit Le­bens­ge­fähr­tin und AfD-Bun­des­che­fin Frau­ke Pe­try.

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