Äl­te­re sol­len wei­ter Kre­di­te er­hal­ten

Die Re­gie­rung lo­ckert ih­re Vor­ga­ben zur Wohn­im­mo­bi­li­en-Richt­li­nie.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (anh/dpa) Die um­strit­te­nen stren­ge­ren Vor­ga­ben für die Ver­ga­be von Kre­di­ten an Häus­le­bau­er wer­den über­ar­bei­tet. Das Bun­des­ka­bi­nett be­schloss ges­tern Prä­zi­sie­run­gen zur „Wohn­im­mo­bi­li­en­kre­dit­richt­li­nie“der EU. Die­se be­tref­fen Kri­te­ri­en zur Prü­fung der Kre­dit­wür­dig­keit von Bau­her­ren. „Die be­ste­hen­den Re­ge­lun­gen wer­den prä­zi­siert und die Rechts­si­cher­heit er­höht, um die Ver­ga­be von Wohn­im­mo­bi­li­en­kre­di­ten zu er­leich­tern“, teil­te das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um mit. Da­mit re­agiert die Bun­des­re­gie­rung auf Kri­tik aus der Fi­nanz- und Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft.

Mit der seit März gel­ten­den EURicht­li­nie soll ei­ne zu la­xe Ver­ga­be von Dar­le­hen für den pri­va­ten Woh­nungs­bau und da­mit ei­ne Im­mo­bi­li­en­bla­se ver­hin­dert wer­den. Auch deut­sche Geld­häu­ser sind ver­pflich­tet, die Kre­dit­wür­dig­keit von Kun­den ge­nau­er zu prü­fen. Zu- nächst hat­te die Re­gie­rung des­halb ge­plant, dass die Ban­ken Dar­le­hen nur ge­wäh­ren dür­fen, wenn die lau­fen­den Ein­nah­men der Kun­den rei­chen, um den Kre­dit zu Leb­zei­ten zu­rück­zu­zah­len. Das ist bei vie­len Äl­te­ren nicht der Fall, die sich ei­ne al­ters­ge­rech­te Woh­nung kau­fen wol­len. Eben­so droh­ten jun­ge Fa­mi­li­en, bei de­nen ein Part­ner we­gen der Kin­der­er­zie­hung aus­setzt und da­mit ein Ein­kom­men weg­fällt, von der Kre­dit­ver­ga­be aus­ge­schlos­sen zu wer­den. Die Spar­kas­sen­ver­bän­de hat­ten be­reits über ei­nen Ein­bruch bei der Zahl der ver­ge­be­nen Kre­di­te ge­klagt.

Die­se stren­gen Re­geln, mit de­nen Deutsch­land über die EU-Vor­ga­ben hin­aus­ge­hen woll­te, nimmt die Bun­des­re­gie­rung nun zu­rück. Sie stellt nun bei den Re­geln für die Ver­ga­be von Wohn­im­mo­bi­li­en-Kre­di­ten klar, dass ei­ne Wert­stei­ge­rung der Im­mo­bi­lie durch Bau­maß­nah- men oder Re­no­vie­rung bei der Kre­dit­wür­dig­keits­prü­fung be­rück­sich­tigt wer­den darf.

Da­ne­ben be­schloss die Bun­des­re­gie­rung zu­sätz­li­che In­stru­men­te, da­mit die Fi­nanz­auf­sicht Ba­fin bei ei­ner dro­hen­den Im­mo­bi­li­en­bla­se schnell ein­grei­fen kann. Bei Fehl­ent­wick­lun­gen kann der Staat ei­ne Ober­gren­ze für das Ver­hält­nis zwi­schen Dar­le­hens­hö­he und Im­mo­bi­li­en­wert fest­set­zen. So wür­de der Fremd­fi­nan­zie­rungs­an­teil ge­de­ckelt. Zu­dem kann er ei­nen Zei­t­raum vor­ge­ben, in dem ein Teil des Kre­dits ab­ge­zahlt sein muss. Fer­ner soll die Kre­dit­ver­ga­be be­schränkt wer­den kön­nen durch ei­ne Ober­gren­ze, die sich auf das ver­füg­ba­re Ein­kom­men des Kre­dit­neh­mers be­zieht. Der Ge­setz­ent­wurf be­trifft nur Kre­di­te für Bau und Er­werb von Im­mo­bi­li­en, nicht aber für An­schluss­fi­nan­zie­run­gen und Klein­dar­le­hen.

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