Schie­nen­kar­tell: Ver­fah­ren ge­gen Ma­na­ger ein­ge­stellt

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

BOCHUM (dpa) Im Prozess um das „Schie­nen­kar­tell“sind die Straf­ver­fah­ren ge­gen zwei ehe­ma­li­ge Be­reichs­vor­stän­de des Stahl­kon­zerns Thys­senk­rupp ein­ge­stellt wor­den. Zu­vor hat­ten sich die Ex-Ma­na­ger zur Zah­lung von ins­ge­samt 250.000 Eu­ro be­reit­er­klärt. Das Geld geht an ka­ri­ta­ti­ve Or­ga­ni­sa­tio­nen und die Staats­kas­se. Den An­ge­klag­ten war vor­ge­wor­fen wor­den, jah­re­lang Prei­se und Quo­ten für die Lie­fe­rung von Schie­nen ab­ge­spro­chen zu ha­ben – zu Las­ten der Deut­schen Bahn. Die Ex-Vor­stän­de hat­ten be­strit­ten, Teil des Schie­nen­kar­tells ge­we­sen zu sein.

Dass die Ver­fah­ren nach 48 Ver­hand­lungs­ta­gen ein­ge­stellt wor­den sind, hat laut Land­ge­richt Bochum mit „Un­ge­reimt­hei­ten bei den Ver­ga­be­ver­fah­ren“zu tun, die plötz­lich zu Ta­ge ge­tre­ten sei­en. Da­nach se­he es so aus, als ob es bei der Deut- schen Bahn Ziel­vor­ga­ben ge­ge­ben hät­te, die ziem­lich genau den Quo­ten­ab­spra­chen ent­spro­chen hät­ten. „Wir hat­ten den Ein­druck, dass im Grun­de schon vor­her fest­stand, was am En­de hin­ten raus­kam“, sag­te Rich­ter Micha­el Re­haag. Es se­he so aus, als wenn schon „vor Jahr­zehn­ten ir­gend­et­was ab­ge­kas­pert wur­de“. Nach An­sicht der Rich­ter ha­ben die Ex-Vor­stän­de von den il­le­ga­len Ab­spra­chen zwar zu­min­dest ge­wusst. Weil aber auch auf Ebe­ne der be­tei­lig­ten Un­ter­neh­men „er­heb­li­che Un­zu­läng­lich­kei­ten“aus­zu­ma­chen sei­en, wer­de auf ei­ne förm­li­che Ver­ur­tei­lung ver­zich­tet.

In Zu­sam­men­hang mit dem „Schie­nen­kar­tell“wa­ren am Land­ge­richt Bochum zwei Pro­zes­se mit ins­ge­samt 14 An­ge­klag­ten ge­führt wor­den. Kei­ner von ih­nen wur­de ver­ur­teilt. Al­le Straf­ver­fah­ren sind ein­ge­stellt wor­den.

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